LeFloid kündigt Merkel-Interview an … und die Mainstream-Medien flippen aus

LeFloid kündigt ein Interview mit der Kanzlerin an und die Medienwelt steht Kopf.
LeFloid kündigt ein Interview mit der Kanzlerin an und die Medienwelt steht Kopf.

Obwohl es bisher nichts als eine bloße Ankündigung gibt, arbeiten sich Medien an dem noch nicht veröffentlichten Interview des YouTubers LeFloid mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ab. Weil das Management von LeFloid Interviews zum Interview ablehnte, mussten sich die Medien für die Vorab-Berichterstattung was einfallen lassen ...

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Die Berater der Bundeskanzlerin dürften ihr Ziel bereits längst erreicht haben. Ganz Deutschland und sogar Teile Europas sprechen über ein Interview, das zu dieser Stunde vielleicht noch gar nicht geführt worden ist. Angela Merkel lädt an diesem Freitag LeFloid ins Bundeskanzleramt, wo sonst Staatsgäste empfangen werden, um – wie er es nennt – zu „schnacken“. Dass sich ein YouTuber, der sich nach eigener Aussage selbst gar nicht als Journalist begreift, mit der „mächtigsten Frau“ der Welt zum Interview trifft, ist eine Premiere – für Deutschland. Gelernt hat Merkel in diesem Fall offenbar von US-Präsident Barack Obama, der das „Neuland“ und seine jungen Einwohner (junge Wähler) schon längst für sich entdeckt hat.

Ein YouTube-Star kündigt ein Kanzlerinnen-Interview an und die Mainstream-Medien flippen aus. LeFloid macht dabei vor allem eines richtig: Er macht sich rar. Offenbar fragten zahlreiche Redaktionen ein Interview über das Interview an. Am Donnerstag twitterte  seine Managerin dann, dass aus Zeitgründen keine Interviews vor dem Interview gegeben werden. Die Medien mussten sich Alternativen suchen und wurden dabei teils sehr kreativ.

Ein Klassiker in der LeFLoid-Vorab-Berichterstattung: „XX Fragen, die LeFloid an Kanzlerin Merkel stellen sollte“. Buzzfeed, FAZ.net, RP Online und Der Westen wählten diesen Weg. Viele Medien beschäftigten sich mit der Frage, wer dieser LeFloid – alias Florian Mundt – eigentlich ist. Tatsächlich muss man den Älteren unter den Lesern den Video-Blogger, der in diesem YouTube zu sehen ist, vermutlich erst einmal vorstellen. Toll gemacht haben das unter anderem Spiegel Online und die dpa, die ein Kurzporträt angefertigt hat. Sogar die supereriöse Tagesschau.de hat sich intensiv mit dem anstehenden Event beschäftigt und unter anderem ein Interview mit Kommunikationswissenschaftler Till Keyling geführt, in dem dieser erklärt, welche Motive der Regierung hinter der Aktion stecken könnten.

Mühe gegeben hat sich dabei Die Welt. Sie hatte am Donnerstagabend „exklusiv“ vermeldet, dass das Kanzlerinnen-Gespräch aus terminlichen Gründen vorgezogen worden sei und veröffentlichte „einen Tonmitschnitt“. Montiert hat Redakteur Frédéric Schwilden das Stück aus alten Aussagen der Kanzlerin und LeFloids.

Zum ersten Mal darf ein Youtube-Star die Bundeskanzlerin interviewen. Wir wissen schon jetzt, wie das Gespräch zwischen LeFloid und Angela Merkel aussehen wird.

Posted by DIE WELT on Donnerstag, 9. Juli 2015

Der Hype um das Interview wird noch eine Weile anhalten. Nachdem LeFloid die Kanzlerin an diesem Freitag getroffen hat, wird das Video bis Montag zurückgehalten, bevor es bei YouTube erscheint. Dann werden zahlreiche Journalisten urteilen, ob LeFloid vielleicht sogar der bessere Politik-Journalist ist. 

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