iPhone-Verbot beim FC Bayern: Gigaset neuer Platin-Sponsor

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Es dürfte einer Höchststrafe der Generation Selfie gleichkommen: Mario Götze, Jerome Boateng und Manuel Neuer dürfen ihre Posts in der Allianz-Arena und dem heimischen Trainingsgelände nicht mehr von ihrem iPhone oder Galaxy-Smartphone absetzen, sondern müssen sich künftig in der Öffentlichkeit mit Geräten von Gigaset zeigen. Die frühere Siemens-Tochter wurde gestern offiziell als Platin-Sponsor des FC Bayern vorgestellt.

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Die Frage dürfte Bayerns Vorstandsboss in den kommenden Monaten des Öfteren zu hören bekommen: Wie passt das zusammen? Der ruhmreiche FC Bayern München, deutscher Rekordmeister, fünffacher Champions League- bzw. Landesmeister-Gewinner und nach Forbes Angaben mit einem Unternehmenswert von 2,35 Milliarden Dollar der viertwertvollste Verein der Welt – und ein Sponsor, der an der Börse auf Pennystock-Niveau notiert und keine 100 Millionen Euro wert ist?

Das ist nämlich die frühere Siemens-Tochter Gigaset, die in den Nullerjahren an das Beteiligungsunternehmen Arques veräußert wurde, das den früheren Festnetztelefonanbieter dann zum neuen Namensgeber des Konzerns machte. In zwei Monaten hat Gigaset nun Großes vor: Neun Jahre nach dem traurigen Ende von Siemens Mobile, das von BenQ übernommen wurde und wenig später in die Insolvenz ging, hat Deutschland wieder einen Mobilfunkgeräte-Hersteller mit globalen Ambitionen – Gigaset stellt Smartphones her!

Gigaset „exklusiver Partner für das Segment Smartphones, Tablets und Wearables“

Gezeigt werden sollen die ersten Modelle auf der IFA im September, ausgeliefert werden soll u.a. auch in Asien. Wie ein 100 Millionen Euro schweres Unternehmen auch nur den Hauch einer Chance gegen die Weltmarktführer Samsung, Apple und die Billigkonkurrenz von Xiaomi haben will – vollkommen unklar.

Und doch: Versuchen kann man es ja mal – besonders, wenn man einen Milliardär im Rücken hat. Zu 76 Prozent gehört die Gigaset AG dem Hongkonger Tech-Mogul Pan Sutong, Gründer des Techkonglomerats Matsunichi Digital Holdings.

Um Gigasets Markteintritt möglichst öffentlichkeitswirksam zu gestalten, sicherte sich Sutong nun die Platin-Partnerschaft mit dem deutschen Rekordmeister. „Das Unternehmen ist exklusiver Partner für das Segment Smartphones, Tablets und Wearables“, teilt der FC Bayern gestern in einer Pressekonferenz und via Twitter mit.

In anderen Worten: iPhones, Galaxys und andere Smartphones haben auf dem Trainingsgelände und bei Pressekonferenzen des FC Bayern und seinen Spielern nichts mehr zu suchen – eine ziemlich bittere Maßregelung für die Generation Selfie um Mario Götze, Jerome Boateng und Manuel Neuer, die ihr iPhone nur allzu ungern aus der Hand legen dürften.

„Die Spieler werden alle mit Gigaset-Smartphones telefonieren.“

Doch genau das müssen sie, wie Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gegenüber der Welt bestätigte: „Die Spieler werden alle mit Gigaset-Smartphones telefonieren.“ Bleibt die Frage, ob zum Saisonbeginn an der Säbener Strasse dann zunächst ungewohnte Funkstille einkehrt: Die ersten Gigaset-Smartphones werden erst zum Jahresende erwartet.

iPhone und Samsung Galaxy werden Götze, Boateng & Co. dann ohnehin nicht mehr vermissen, ist sich der Bayern-Boss sicher: „Ich gehe davon aus, dass Gigaset ein so hochwertiges Produkt auf den Markt bringt, dass sich diese Frage nicht stellt“, verriet der Vorstandsvorsitzende der FC Bayern AG der Springer-Tageszeitung. Man ahnt: Das Zitat dürfte auf den 95-maligen deutschen Nationalspieler irgendwann noch mal zurückkommen. Auf Twitter schießen sich bereits die ersten Spötter ein…

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Alle Kommentare

  1. Gigaset-Schlaufernsprecher und „Beats“-Kopfhörerimitate – das ist dann wohl die Höchststrafe!

    Immerhin gut bezahlt…

    Im Ernst: Zur „Qualität“ von Beats wurde schon alles geschrieben – freiwillig tragen die nur jugendliche Modeopfer mit zu viel Geld und schlechtem Gehör.

    Daß Gigaset in den Schlaufernsprechermarkt einsteigt, finde ich grundsätzlich positiv – mich beschleicht aber das dumpfe Gefühl, die sind mindestens fünf Jahre zu spät dran…

  2. Nur zum Verständnis. Die Siemens Mobile Sparte mit deren Handy und die Siemens Telefonsparte mit dem Gigaset, aus dem vor Jahren das eigenständige Unternehmen „Gigaset“ wurde, die jetzt Platinpartner des FCB sind, die hatten noch nie etwas miteinander zu tun. Das waren zwei unterschiedliche Unternehmen. Gigaset ist bei Festnetztelefonen, stationär und tragbar seit Jahren Marktführer. Siemens Mobile war leider ein Flopp. Sonst ein toller Artikel, vielen Dank.

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