Zweiter Versuch, dieses Mal zu dritt: Tagesspiegel, Morgenpost und Berliner Zeitung planen Allianz

Rivalen wollen kooperieren: Michael Grabner (l.), Manfred Braun (m.) und Christoph Bauer verhandeln eine Kooperation im Berliner Zeitungsmarkt
Rivalen wollen kooperieren: Michael Grabner (l.), Manfred Braun (m.) und Christoph Bauer verhandeln eine Kooperation im Berliner Zeitungsmarkt

Funke, DuMont und Holtzbrinck wollen den Wettbewerb im umkämpften Berliner Zeitungsmarkt entspannen und streben – wie Horizont berichtet – eine Allianz für Berliner Morgenpost, Berliner Zeitung und Tagesspiegel an. Die Kooperation könnte auf allen Ebenen außer auf der der Redaktionen stattfinden.

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Das Trio aus den Top-Managern Christopher Bauer (M. DuMont Schauberg, Berliner Zeitung) und Manfred Braun (Funke Mediengruppe, Berliner Morgenpost) sowie Michael Grabner (Dieter von Holtzbrinck Medien, Tagesspiegel), der als enger Vertrauter des Verlegers gilt, sei bereits beim Bundeskartellamt in Bonn inoffiziell vorstellig geworden, heißt es bei Horizont. Das Kartellamt müsste den Zusammenschluss nach einer möglichen Einigung erst noch durchwinken.

In erster Linie geht es dem Vernehmen nach darum, den gemeinsamen Zusteller Berliner Zeitungsvertrieb (BZV) zu einer Verkaufsorganisation auszubauen. Wie Horizont weiter berichtet, werde auch eine gemeinsame Anzeigenvermarktung  sowie an Kooperationen anderer Verlagsbereiche ausgelotet. Unangetastet bleiben soll aber die Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der Redaktionen der jeweiligen Titel.

Betriebswirtschaftlich würde eine Zusammenarbeit auf einigen Ebenen durchaus Sinn machen. Der Berliner Zeitungsmarkt zählt zu den härtesten der Republik. Gemessen an der Zahl der Käufer im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt die Hauptstadt auf Platz 36 unter den 50 größten deutschen Städten. Auflagen wie Anzeigenerlöse sinken schneller als anderswo. Eine Allianz in der Vermarktung würde die Attraktivität für den Werbekunden sicher fördern. Allerdings dürfte dort die Hürde liegen.

Das Kartellamt hatte eine Zusammenarbeit bereits vor zehn Jahren abgewiesen. Damals wurden nur Tagesspiegel und Berliner Zeitung vorstellig. Ob die Chancen trotz genannter Verluste, dafür aber zu dritt, besser stehen, ist fraglich. Laut Horizont hätte es aber bereits Signale gegeben, dass eine gemeinsame Vermarktung zugelassen werden könnte, wenn sie an einen Dritten ausgelagert würde, an dem keiner der Verlage beteiligt ist. Zumindest in der Kölner Zentrale von DuMont Schauberg gebe es Bereitschaft, über den Plan nachzudenken. 

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