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„Recht auf Vergessenwerden“: Zeit führt öffentliche Liste aller aus dem Google-Suchindex entfernten Artikel

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Das so genannte "Recht auf Vergessenwerden", das der Europäische Gerichtshof Privatpersonen im Internet zugestanden hat, ist weiter hoch umstritten. Auf Antrag ist die Suchmaschine Google gezwungen, bei bestimmten Suchbegriffen Verweise auf Internetseiten zu entfernen. Innerhalb eines Jahres hat Google so rund 356.000 Seiten aus dem Suchindex gelöscht. Die Zeit macht die bei ihr betroffenen Artikel nun öffentlich.

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Sinn des „Rechts auf Vergessenwerden“ ist, dass Privatpersonen nicht immer wieder aufs Neue mit bestimmten Ereignissen aus ihrer Vergangenheit konfrontiert werden sollen oder dass zwischen diffamierenden Suchbegriffen und Personen keine Verbindung hergestellt werden kann. Jeder kann bei Google beantragen, dass die Suchmaschine bei bestimmten Suchbegriffen nicht länger auf Internet-Seiten verweist, die für die betroffene Person problematisch sein können.

Wie die Zeit auf ihrem neuen Blog „Fragen der Zeit“ ausführt, sind seit Mai 2014 rund 280.000 Anträge auf Löschung bei Google eingegangen. Bei der Suchmaschine kümmerten sich über 100 Mitarbeiter darum, die Anträge zu prüfen. So seien bis dato auch 48 Seiten von Zeit und Zeit Online aus dem Suchindex von Google entfernt worden. Die Zeit weist im Blog zu Recht darauf hin, dass die Artikel weiter online erreichbar sind, sie sind auch nicht presserechtlich beanstandet worden. Man findet sie lediglich nicht mehr, wenn man bestimmte Suchbegriffe bei Google eingibt. Wer die Anträge stellt und um welche Suchbegriffe es sich handelt, verrät Google aus Datenschutzgründen nicht.

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Die Zeit hat nun alle Internet-Adressen, die Zeit-Artikel betreffen und aus dem Google-Index entfernt wurden, in einem öffentlichen Google-Dokument gesammelt. Außerdem gibt sie den Hinweis, dass die Einschränkungen des „Rechts auf Vergessenwerden“ nicht greifen, wenn man statt auf Google.de auf die us-amerikanische Version der Suchmaschine, Google.com, zugreift. Außerdem gilt das “Recht auf Vergessenwerden” ohnehin nur in der Europäischen Union. Wer etwa von den USA aus mit Google sucht, findet nach wie vor alle Links zu den betreffenden Suchanfragen. Auch jene, die von Google in der EU auf Antrag entfernt wurden. So einfach es im Internet nicht mit dem „Vergessenwerden“.

(swi)

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