Online überholt Zeitungswerbung: „Zeitungsland Deutschland muss umdenken“

Frank-Peter Lortz von ZenithOptimedia: „Zeitungsland Deutschland muss umdenken“
Frank-Peter Lortz von ZenithOptimedia: "Zeitungsland Deutschland muss umdenken"

2015 wird das Jahr sein, in dem in Deutschland erstmals mehr Werbegelder in Onlinemedien fließen als in Zeitungswerbung. Das prognostiziert jedenfalls die Mediaagenturgruppe ZenithOptimedia in ihrem Advertising Expenditure Forecast (AEF). Insgesamt soll der Werbemarkt hierzulande 2015 um 2,2 Prozent wachsen.

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In Online soll 2015 in Deutschland 5,17 Mrd. Euro an Werbung investiert werden, in Zeitungswerbung 4,74 Mrd. Euro. ZenithOptimedia hatte diese Wende bereits vor zwei Jahren für 2015 vorhergesagt, war damals aber noch von einem niedrigeren Niveau ausgegangen.

Als stärksten Treiber des Internet-Werbewachstums bezeichnet de AEF-Studie Mobile. Zwischen 2014 und 2017 soll Mobile seinen Anteil an den globalen Werbeinvestitionen von 5,1 Prozent auf 12,9 Prozent verdoppeln. Der Anteil vom stationären Internet bleibe stabil, andere Medien würden Anteile an Mobile verlieren. Insgesamt soll Mobile laut AEF 70 Prozent zum globalen Werbewachstum zwischen 2014 und 2017 beitragen. Viele Medienunternehmen haben allerdings Probleme, steigende Mobile-Reichweiten mit Werbung zu monetarisieren. Bei ZenithOptimedia geht man offenbar davon aus, dass diese Probleme gelöst werden.

„In Deutschland wird der Werbemarkt dieses Jahr um 2,2 Prozent wachsen. Diesen Wert haben wir aufgrund des erneuten zweistelligen Online-Wachstums von 2014 nach oben korrigiert“, sagt Frank-Peter Lortz, Chairman ZenithOptimedia. „Mobile und Online-Bewegtbild sind starke Treiber in Deutschland. Die Weichen für die Dominanz des Internets wurden allerdings bereits 2009 gestellt. Im Zuge der Finanzkrise verloren damals alle Mediengattungen drastisch, nur das Internet wuchs weiter. Speziell das Zeitungsland Deutschland muss angesichts dieser Entwicklung umdenken.“   

Weltweit rangiert das Fernsehen als Werbeträger noch vor dem Internet. Der Abstand der Marktanteile schrumpfe jedoch von elf Prozentpunkten in diesem Jahr auf vier in 2017. „In Deutschland haben die Werbeinvestitionen in das Internet bereits 2013 die ins Fernsehen überholt“, so Lortz. „Die große Gesamtzahl der Zeitungen in Deutschland ermöglichte der Gattung jedoch bis jetzt, die Spitzenposition bei den Werbeeinnahmen zu behalten. Das hat leider dafür gesorgt, dass viele Verleger den Strukturwandel viel zu spät erkannt haben.“ 

Der Werbemarkt weltweit wird dieses Jahr laut AEF um 4,2 Prozent auf 531 Mrd. US-Dollar anwachsen. Die Olympischen Sommerspiele in Rio und die Präsidentschaftswahlen in den USA werden global gesehen 2016 für einen weiteren Anstieg um weitere fünf Prozent sorgen. Danach komme es wegen der Abwesenheit vergleichbarer Großereignisse zu einer Verlangsamung der Wachstumsdynamik, so dass der Werbemarkt 2017 weltweit nur um 4,3 Prozent zulegen werde.

ZenithOptimedia erstellt die vierteljährlichen Werbe-Prognosen AEF seit 1987. Unter www.adforecast.com können die Daten seit 2012 verglichen werden. Die komplette, kostenpflichtige Studie kann unter www.zenithoptimedia.com bestellt werden.

(swi)

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Alle Kommentare

  1. …die Reichweite haptischer Werbung wird in diesem Zusammenhang auch sehr gerne mal unter den Tisch gekehrt. So wurden laut GWW (Gesamtverband der Werbeartikel Wirtschaft) – http://www.gww.de – in Deutschland im Jahr 2014, Werbeartikel im Wert von 3,48 Mrd. Euro gekauft. Setzen Marketing- und Kommunikationsverantwortliche auf hochwertige Werbeartikel mit einem hohen Alltagsnutzen und einem ansprechenden Design, dann kann diese Form der Werbung bei der Zielgruppe und im Umfeld des Beschenkten extrem effizient sein…Werbeartikel mit WOW Effekt, die für Aufmerksamkeit und für eine nachhaltige positive Erinnerung an das werbende Unternehmen sorgen, gibt es z.B. auf http://www.allbranded.de

  2. Gibt es irgendjemanden, den Onlinewerbung NICHT nervt und der NICHT sofort das Kreuzchen zum Wegklicken sucht? Genau wie Radiowerbung?

  3. Hätten Sie besser das „Online überholt Zeitungswerbung“ in Anführung gesetzt. Dann hätte mich diese Head nicht so geärgert …

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