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Raab-Rücktritt lässt ProSiebenSat.1-Aktionäre komplett kalt

Stefan Raabs Abgang reißt eine Riesenlücke ins ProSieben-Programmschema
Stefan Raabs Abgang reißt eine Riesenlücke ins ProSieben-Programmschema

Normalerweise müsste eine Meldung wie der Rücktritt des wichtigsten TV-Zugpferdes eine Fernsehaktie kräftig durchschütteln. Doch was passierte gestern bei ProSiebenSat.1 nach dem Raab-Rückzug? Aktionäre reagierten so, als wäre nichts gewesen: Die Anteilsscheine des MDax-Mitglieds verloren ganze 13 Cent oder 0,31 Prozent an Wert.

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Soviel Aufregung wegen des angekündigten Rücktritts eines Fernsehunikats: Wer gestern morgen den Zusammenhang verpasst hatte, der mochte beim ersten Blick in die Nachrichtenlandschaft angesichts von Kommentar auf Kommentar, die wie Nachrufe klangen, vielleicht schon glauben, Stefan Raab wäre bereits aus der Welt geschieden –  dabei bleibt der „TV total“-Macher allen, den Zuschauern, den Fans, den Kritikern und natürlich auch seinem Sender noch ein halbes Jahr erhalten.

An der Börse, wo bekanntermaßen ausschließlich die Zukunft gehandelt und auf jegliche Form von Veränderungen höchst unsentimental und ohne nostalgische Verklärung reagiert wird – man erinnere sich etwa an die Kurseinbrüche der Apple-Aktie im Zuge von Steve Jobs‘ Krebserkrankung –, folgte indes auf die vermeintliche Nachricht des Jahres in der deutschen TV-Landschaft großes Achselzucken.

Aktionäre des Raab-Senderkonglomerats ProSiebenSat.1 reagierten  – anders als von fast allen Medien reflexartig kolportiert –  gleichgültiger als nach einer Notenbank-Entscheidung auf der anderen Seite des Atlantiks.

ProSiebenSat.1-Aktie verliert ganze 0,31 Prozent

Nur im vorbörslichen Handel, der bekanntermaßen von dünnen Umsätzen geprägt ist, war gestern für Minuten so etwas wie ein veritabler Kursrutsch wegen des Raab-Rückzugs erkennbar. Um knapp vier Prozent ging es vor Börsenbeginn mit der Aktie von ProSiebenSat.1 nach unten.

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Zum Handelsstart traten dann schon wieder Schnäppchenjäger auf den Plan. Ergebnis 8,5 Stunden später:  Am Ende des Xetra-Handels schlug gerade mal ein Minus von ganzen 13 Cents oder 0,31 Prozent beim MDax-Mitglied zu Buche – verkraftbarer geht es kaum.

DZ Bank: ProSiebenSat.1-Aktie verkaufen

Dabei ist klar, dass das Münchner Senderkonglomerat eine markenbildende TV-Persönlichkeit und sein größtes Aushängeschild verliert. Platzt durch Stefan Raabs Rücktritt nun gar der Dax-Traum der jahrelangen Überfliegeraktie aus dem MDax, die vor sechs Jahren noch zu unfassbaren Kursen unter einem Euro zu haben war?

Nach Erhebung der Marketing-Analysten von Ebiquity spülten Raabs Sendungen im vergangenen Jahr Werbegelder in Höhe von rund 100 Millionen Euro in die Kassen. Harald Heider, Analyst der DZ Bank, hält die Auswirkungen des Raab-Rücks daher für „schwer zu quantifizieren“ und hält an seiner Verkaufsempfehlung fest.

Warum ist ProSiebenSat.1-Aktionären das Raab-Ende dennoch nun offenbar so komplett gleichgültig? Die extrem verhaltene gestrige Marktreaktion scheint zu einem Gutteil den Vorwochenverlusten geschuldet: Seit dem Allzeithoch bei 49 Euro vor rund zwei Monaten hat das Papier mit einem Minus von 17 Prozent bereits stärker korrigiert als die Benmark MDax (minus 10 Prozent). Ein Gutteil des vermeintlichen Raab-Schocks scheint damit möglicherweise bereits vorweggenommen.

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