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Correctiv und Checkpoint ausgezeichnet: das sind alle Gewinner des Grimme Online Award

Wurden am Donnerstag ausgezeichnet: (v.l.) David Schraven, Marcus Bensmann, Julia Brötz, Daniel Depper und Thorsten Franke von Correctiv.
Wurden am Donnerstag ausgezeichnet: (v.l.) David Schraven, Marcus Bensmann, Julia Brötz, Daniel Depper und Thorsten Franke von Correctiv.

Deutschland ist um neun Grimme-Online-Preisträger reicher: Am Donnerstagabend verlieh das Grimme-Institut seinen Web-Preis zum 15. Mal und zeichnete unter anderem das gemeinnützige Recherchebüro Correctiv für seine MH17-Reportage, das Berliner Stadtmagazin Neuköllner.net sowie Checkpoint, den Morgen-Newsletter von Tagesspiegel-Chef Lorenz Maroldt, aus. Die Gewinner in der Übersicht:

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Kategorie Information: 

Checkpoint

Über seinen Preis hat sich Tagesspiegel-Chef Lorenz Maroldt so sehr gefreut, dass er ihn offenbar ordentlich begossen hat. In seinem Newsletter am Freitag, den er eigenen Aussagen zufolge am Rhein schrieb, erklärte er, ihn mit „min. 0,8 Promille“ verfasst zu haben. Die würdigte den Newsletter als „Pflichtlektüre für Berlin und weit darüber hinaus“. Seine Morgenpost sei ein „Vorbild für die Bewegung der Chefredakteurs-Newsletter“ und gebe „eine Antwort auf die Frage, wie lokaler und vielleicht auch sublokaler Journalismus im Netz aussehen kann“.

neukoellner.net

Ebenfalls aus Berlin und ebenfalls lokal ist das Projekt neukoellner.net, die laut Jury auf „Augenhöhe mit den Bewohnern des Viertels“ agieren. „Das Angebot erzeugt die Wiederbelebung zivilgesellschaftlicher, nachbarschaftlicher Kommunikation – offenbar sogar mit Ausstrahlung auf analoge Begegnungen. Hinter dem Projekt verbirgt sich eine authentische Bottom-Up-Bewegung – der Graswurzeljournalismus, von dem andere sonst nur reden“, so die Jury.

Über die beiden Lokal-Gewinner: „Diese beiden in der Kategorie Information ausgezeichneten Angebote machen deutlich, dass offenbar ein Bedarf an qualitativ hochwertigem und originellem Lokaljournalismus besteht – gerade in Zeiten, in denen lokale Berichterstattung in traditionellen Medien immer weiter reduziert wird.“

MH17 – Die Suche nach der Wahrheit

Ausgezeichnet in der Kategorie Information wurde auch das stiftungsfinanzierte Rechercheprojekt Correctiv, das mit der Webreportage „MH17 – Die Suche nach der Wahrheit“ nominiert war. „Wir würdigen dieses Projekt als herausragendes Beispiel für die Verbindung digitaler Erzählmethoden mit klassischen journalistischen Fähigkeiten“, so die Jury.

Kategorie Wissen und Bildung: 

netwars / out of CTRL

Einziger Preisträger in der Kategorie Wissen und Bildung die interaktive Webserie „netwars / out of CTRL“, die ein „beeindruckendes Lehrstück über das Thema Cyber-Krieg“ sei. Es liefere „Hilfe zur digitalen Selbsthilfe, wenn es darum geht, die eigene Internetnutzung sicherer zu gestalten““

Kategorie Kultur und Unterhaltung:

Digitorial “Monet und die Geburt des Impressionismus”

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Das Digitorial führe „mit einer ungewöhnlichen Leichtigkeit an die Kunst heran“, so die Jury. „Während immer mehr Museumsportale geballte und des Öfteren überbordende Informationsberge aufschichten, besticht das Digitorial durch die Reduktion auf eine Epoche und seine Maler, von Monet bis Renoir.“

Hyperbole TV

„Das Webvideoangebot verbindet gesellschaftlich relevante Themen mit Unterhaltung und Witz“. Und weiter: „Aktuelle Themen werden pointiert und modern in Bewegtbild übersetzt, der Diskurs dazu über sämtliche Social-Media-Kanäle angefeuert und das Feedback wiederum in die eigenen Formate eingespeist.“

Mamour, mon amour

„Marmour, mon amour“ erzählt die Liebesgeschichte zwischen der Schweizerin Lena und dem Senegalesen Mamour. „Dieses, ebenso in der Kategorie Kultur und Unterhaltung ausgezeichnete, Angebot ist beispielhaft für die Experimentierfreude und Entwicklungsfreudigkeit der Netzakteure: Formate, die im letzten Jahr noch neu waren, sind heute schon fester Bestandteil des Repertoires und werden – auch von kleinen Anbietern – kreativ genutzt.“

Polar Sea 360°

Mithilfe der 360°-Technologie kann der Nutzer dorthin blicken, wohin er gerade möchte und dabei das sich rasant ändernde Leben der Inuit vor Ort selbst erkunden oder Wissenschaftlern bei ihrer Forschungsarbeit über die Schulter blicken. „Polar Sea 360° macht den Klimawandel sichtbar und ermöglicht – eindrücklich auch per zugehöriger Smartphone-App und mit Virtual-Reality-Brille – ganz genau hinzuschauen, wie sich die Erde wandelt“, so die Jury.

Kategorie Spezial:

kein Gewinner

Publikumspreis:

Shore, Stein, Papier

Den Publikumspreis erhielt in diesem Jahr die YouTube-Serie „Shore, Stein, Papier“, in der ein Ex-Junkie aus seinem Leben als Süchtiger erzählt.

 

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