Apple entdeckt den Journalismus: iKonzern sucht Redakteure für neue News-App

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Endlich für Apple schreiben: Für Fanboy-Journalisten, für die es nichts Größeres gibt, als für den Kultkonzern aus Cupertino zu schwärmen, bietet sich die Chance ihres Lebens. Für die neue personalisierbare News-App stellt Apple Redakteure ein! Bewerber sollten allerdings perfekt Englisch sprechen und vor allem  schreiben können – und sich mit einem Umzug nach Kalifornien anfreunden können.

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Eine Woche nach der WWDC beginnt Apple die Stellensuche für sein neues News-Angebot, das mit iOS 9 im Herbst als Apple News in den USA, Australien und Großbritannien gelauncht wird, zu intensivieren. Wie dem Apple-Blog 9to5Mac aufgefallen ist, hat Apple am Samstag eine Redakteurstelle als „Apple News Editor“ ausgeschrieben.

Die neu geschaffene Position in Vollzeit (40 Wochenstunden) ist im Santa Clara Valley, in Kalifornien angesiedelt. Der ideale Kandidat sollte mindestens fünf Jahre Newsroom-Erfahrung, idealerweise einen Bachelorabschluss in Journalismus oder Kommunikationswissenschaften, hohe Social Media-Affinität und ein starkes Content-Verständnis mitbringen – d.h. “die Fähigkeit, gute Inhalte zu den richtigen Leuten zur richtigen Zeit zu bringen“.

„Erfolgreiche Redakteure sind ehrgeizig, detail-orientierte Journalisten haben eine Leidenschaft für großartige Inhalte und eine mobile Aufbereitung. Sie besitzen die Instinkte für Breaking News , aber auch das Gespür für originelle und interessante Geschichten abseits von Algorithmen“, heißt es weiter in der Jobbschreibung. In anderen Worten:  All das, was ein  Nachrichtenredakteur im digitalen Zeitalter können sollte.

Apple suchte schon im Februar nach einem Musik-Journlisten für iTunes  

Es ist bereits das zweite Mal in wenigen Monaten, dass Apple in redaktionelle Inhalte investiert. Im Februar hatte der iKonzern bereits einen Musik-Journalisten für iTunes gesucht. „iTunes sucht einen  Editorial Producer mit Erfahrung in der Popkultur und besonderen Kenntnissen im Musikjournalismus “, lautete seinerzeit die Job-Beschreibung.

Die Vollzeitstelle in London (35 Stundenwoche!) war zwischen Redaktion und Produktion angesiedelt. Die redaktionellen Aufgaben konzentrieren sich aufs Schreiben, Editieren, Führen von Freiberuflern und der Arbeit an der Business- und Content-Seite, „um redaktionell getriebene Werbeaktionen zu konzipieren.“

Mit anderen Worten: Auf iTunes beschreiben, warum Apple-Kunden unbedingt das neue Taylor Swift, Rihanna- oder Beyoncé-Album herunterladen sollten. Aus heutiger Sicht ist klar: Es ging damals bereits um die Weiterentwicklung von iTunes zu Apple Music, das Anleihen an das frühere, 2012 eingestellte Musik-Netzwerk Ping, aber mit seinem Fanpage-Charakter auch an MySpace zeigt.

Apple verpflichtete bereits im vergangenen Jahr hochkarätige Tech-Journalisten

Im vergangenen Jahr hatte Apple bereits den Techblogger Anand Lal Shimpi („AnandTech“) und den frühen Chefredakteur der MacWorld Chris Breem verpflichtet. Der Bedarf von Tech- und Internet-Großkonzernen an Redakteuren wird zuletzt erkennbar größer: Facebook, Twitter, Yahoo, LinkedIn, Snapchat und sogar Uber haben zuletzt Journalisten angeworben.

Mit dem neuen App-Angebot Apple News will der Techpionier ein Leseerlebnis anbieten, „das die reiche, umfassende Gestaltung eines Print-Magazins mit der Interaktivität der digitalen Medien kombiniert.“ Apple News ist personalisierbar und soll anhand der Nutzerinteressen relevante Inhalte vorschlagen, die wiederum mit einem Klick in den sozialen Medien mit Freunden geteilt oder für später gespeichert werden können.

Die Aufbereitung der Inhalte in Apple News soll „in einem eleganten, übersichtlichen Design“ erfolgen. News wird mit einem neuen Digital-Publishing-Format betrieben, das benutzerdefinierte Typografie, Galerien, Audio, Video und interaktive Animationen unterstützt, um „großartige redaktionelle Layouts für iOS-Nutzer zu erstellen“, teilte Apple vergangene Woche mit.

Zum Start dabei sind  New York Times, Time, CNN, Bloomberg, Condé Nast mit Wired und Vogue oder ESPN und die Hearst-Gruppe. Klingt bei dem Umfang ganz so, als wäre die aktuelle redaktionelle Ausschreibung nicht die letzte sein.

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Alle Kommentare

  1. Apple stellt Redakteure ein! Mit Ausrufezeichen!! Ja, „endlich für Apple schreiben“…Bevor Sie Ihre Bewerbung verfassen, Herr Jacobsen, sollten Sie aber ein bisschen downcoolen

  2. Wahnsinn: Apple stellt einen Redakteur ein (@ Chris Röös: beachte Singular). Da sieht man sofort, welch hohen Stellenwert der „Kultkonzern“ dem Journalismus einräumt. Die Zukunft der Branche ist gesichert…

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