YouTube-Video: So wehrt sich eine Kita-Küche gegen die Ekel-Vorwürfe vom „Team Wallraff“

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Investigativer Journalismus zeigt Wirkung. Das hat das "Team Wallraff" gerade wieder mit seiner Sendung über Ekel-Essen von Groß-Caterern für Schulen, Kitas oder Altenheime gezeigt. Ob die Wirkung jedoch immer die Richtigen trifft, ist eine andere Frage. So wehrt sich mittlerweile eine Großküche aus Wuppertal vehement gegen die Vorwürfe der RTL-Recherchen. Direkt nach der Sendung hatten zwölf Schulen aus Duisburg dem Caterer gekündigt.

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Wie DerWesten vermeldet, beliefert mittlerweile ein anderer Unternehmer die Schulen.

„In ihrer Probewoche wurde die Undercover-Reporterin angehalten, schimmelige Gurken zu verarbeiten“

Am Montagabend hatte das „Team Wallraff“ über „Schimmel-Gemüse und altes Hack in Großküche für Schul- und Kita-Essen“ berichtet. Dabei beschäftigten sich der Enthüllungsjournalist und seine RTL-Reporterkolleginnen Stefanie Albrecht und Düzen Tekkal auch mit der Firma Vitesca in Wuppertal.

„In ihrer Probewoche wurde die Undercover-Reporterin angehalten, schimmelige Gurken zu verarbeiten“, beschreibt RTL die Eindrücke der TV-Reporter. „Außerdem fand sie diverse Fleischpackungen, deren gekennzeichnetes Verbrauchsdatum längst abgelaufen war. Bei mehreren Kisten Bio-Hackfleich, einer leicht verderblichen Ware, war das Verbrauchsdatum laut Kennzeichnung sogar seit über neun Monaten abgelaufen!“. Ganz transparent veröffentlicht RTL im Web zudem die Korrespondenz mit den kritisierten und gezeigten Küchen und Firmen.

Gegen diese Vorwürfe wehrt sich nun Vitesca. Die Wuppertaler starteten dazu mit Hilfe einer auf Krisenkommunikation spezialisierten Agentur eine Informationsoffensive. Kernelement ist ein YouTube-Clip, indem der Caterer versucht, die Wallraff-Vorwürfe zu entkräften.

In dem Video heißt es unter anderem, dass man „entsetzt“ über die „Mischung aus selektiven Aufnahmen, hanebüchenen Behauptungen und geschickten Schnitten“ sei. So würde „auf einen Schlag all unsere Werte in Frage gestellt, für die wir seit vielen Jahren stehen.“

Weniger auf Aufklärung, dafür auf Konfrontation setzte Klinik-Betreiber Ulrich Marseille. Wie Kress.de berichtet, soll der  Hamburger Unternehmer bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg Strafanzeige gegen zwei Investigativ-Reporter der RTL-Sendung erstattet haben. „Wallraff schießt schon wieder übers Ziel hinaus. Er hat wohl ein Robin-Hood-Syndrom“, zitierte der Dienst Marseille.

Marseille antwortet auf Presseanfrage mit Rechnung über 293,69 Euro

Tatsächlich lieferten sich der Marseille-Konzern und die Kölner bereits im Vorfeld der Sendung ein hitziges Duell. So antwortete die Pressestelle auf einen Fragenkatalog der Reporter erst einmal mit einer Rechnung über 293,69 Euro für „den Aufwand, den die Pressestelle betreiben müsste, um die Fragen zu beantworten“. Weiter berichtet RTL: „Erst nachdem die Zahlung verweigert wurde, erhielt Team Wallraff eine kostenlose Stellungnahme.“

Damit ist RTL allerdings in bester Gesellschaft. Auch dem Spiegel antwortete der Klinik-Konzern schon einmal mit einer Rechnung auf eine Presseanfrage.

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Alle Kommentare

  1. Na ja, wenn ich mir denJuniorchef im Film so anschaue, richtig gesund sieht der aber nicht aus! Ob das am Essen liegt?

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