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„Zeitungen sind keine Ware“: Angehörige und Mitarbeiter gedenken Alfred Neven DuMonts

Alfred Neven DuMont verstarb im Mai 2015 im Alter von 88 Jahren.
Alfred Neven DuMont verstarb im Mai 2015 im Alter von 88 Jahren.

Am heutigen Montag versammelten sich die Angehörigen des verstorbenen Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont gemeinsam mit rund 1.000 Mitarbeitern nahe der Verlagsdruckerei bei einer internen Gedenkfeier. Dabei sprachen auch DuMonts Tochter Isabella und Christian DuMont Schütte, die das Vermächtnis ihres Vaters in seinem Sinne fortführen wollen. Ebenfalls wurde bekannt, an wen Alfred Neven DuMonts Unternehmens-Anteile gehen.

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Rund 1.000 Mitarbeiter und Pensionäre sind nach Verlagsangaben in die Weiterverarbeitungshalle der Druckerei, die sich auf dem Verlagsgelände befindet, geladen worden. „Alfred Neven DuMonts Leben galt der Zeitung, deshalb haben wir bewusst diesen Ort für unsere Trauerfeier gewählt“, so Christian DuMont Schütte in seiner Rede an die Gäste. „Kein Zelt im Freien. Nein, wir stehen in einem Teil der Weiterverarbeitung, hier lagen die Papierrollen, hier riecht es nach Zeitung.“

Nun liege es in seinen sowie Isabella Neven DuMonts Händen, „das Vermächtnis, das unsere Väter uns hinterlassen haben, mit Verantwortung, Weitsicht und Herzblut in eine gesunde und Erfolg bewahrende Zukunft der Mediengruppe M. DuMont Schauberg zu führen.“

Alfred Neven DuMont vererbt Anteile an Isabella und Hedwig Neven DuMont
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Auch Isabella Neven DuMont, nach Christian DuMont Schütte stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende in der Mediengruppe, ergriff das Wort, bedankte sich vor allem für die große Anteilnahme in den Kondolenzbüchern. „Wir können meines Vaters fröhlich gedenken, denn es ist alles geregelt“, so die Verleger-Tochter. Sie äußerte sich auch zu Alfred Neven DuMonts Anteilen an seinem Verlag. „Seine Anteile an der Firma gehen auf meine Mutter und mich über.“ Demnach wird sein Sohn Konstantin Neven DuMont, der sich vor einigen Jahren mit seinem Vater zerstritt und aus dem Unternehmen ausschied und auch seine Anteile abtrat, nicht wieder am Unternehmen beteiligt.

Isabella betonte weiter, dass sich beide Familienstämme – DuMont sowie DuMont Schütte – zwar aus dem operativen Geschäft zurückgezogen hätten, sie ihren Aufgaben im Aufsichtsrat aber weiter nachkämen. „Ganz klar, auch für Christian und mich gilt: Zeitungen sind keine Ware“, so Isabella DuMont. Die Verantwortung im Kontrollgremium sowie die Aufgaben in der Herausgeberschaft der sechs Tageszeitungen wollen sie „sehr ernst nehmen“. Anspruchsvoller Journalismus sei im Sinne ihres Vaters gewesen, das verstehe auch sie als Auftrag. „Und das ist ein Journalismus im Sinne des Lesers.“

Nach der heutigen Trauerfeier im Verlag werden Angehörige sowie Politik und Bürger am morgigen Dienstag bei einer großen Trauerfeier im Kölner Dom Alfred Neven DuMonts gedenken. Neben NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft haben sich auch der ehemalige NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement sowie die aktuelle NRW-Bildungsministerin Sylvia Löhrmann angekündigt. Aus der Medienbranche werden nach Verlagsangaben unter anderen WDR-Intendant Tom Buhrow erwartet, sowie dpa-Chef Sven Gösmann, Ex-Spiegel-Chefredakteur Wolfgang Büchner und die stellvertretende Bild-Chefredakteurin Tanit Koch.

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