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„Keine Lebensgefahr für Helene Fischer“: Presserat spricht weitere Rügen aus

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Über die Beschwerden zur Germanwings-Katastrophe äußerte sich der Presserat bereits am gestrigen Donnerstag. Einen Tag später folgen nun weitere Rügen wegen Schleichwerbung und unangemessen sensationeller Berichterstattung. Unter anderem störten sich die Medienwächter an einer Helene Fischer-Story des neuen Blattes.

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Die Yellow-Experten hatten mit der Zeile „Helene Fischer Lebensgefahr“ aufgemacht. Die Story dahinter ist tatsächlich hanebüchen. Im Innenteil ging es nämlich um eine Varieté-Artistin aus Düsseldorf, die mit dem Schlager-Superstar nichts zu tun hat, sich bei einer Bühnenshow aber verletzt hatte. Die Logik des Neuen Blattes: Dieser Unfall zeige, dass die Verletzungsgefahr bei solchen Shows groß sei. „Die Darstellung auf der Titelseite und in der Schlagzeile war damit bewusst irreführend und entspricht nicht den Anforderungen der Ziffern 1 und 2 des Pressekodex“, erklärte der Presserat.

Wegen Diskriminierung von Sinti und Roma wurde die Ludwigsburger Kreiszeitung gerügt. Bei Bild Online missfiel den Berlinern die Veröffentlichung eines Notrufs von einem Verbrechensopfer. Der Fall spielte sich allerdings in den USA ab. Die Märkische Allgemeine dagegen bekam Ärger, weil sie sich nicht an die Schleichwerberegeln gehalten hatten.

Ebenfalls im Yellow-Segment angesiedelt waren zwei Rügen für Freizeit Express und Revue Heute. In den beiden Zeitschriften erschien ein identischer Beitrag über Prinzessin Mette-Marit. Zeile der der Story: „Traurige Diagnose! Sie ist unheilbar krank!“. Bebildert war das Stück mit einem Foto von der Trauerfeier für die Opfer von Utøya, auf der die Prinzessin weinend zu sehen ist. „Beim Leser entstand durch diese Aufmachung der Eindruck, als sei die Prinzessin schwer erkrankt“, erklärt der Presserat.

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Tatsächlich hieß es in dem Stück allerdings nur, dass „Palastinsider“ von einer „ausgewachsenen Depression“ berichten würden. Dafür gebe es „keine Heilung“. Der Presserat meint deshalb: Da keine Belege für eine tatsächliche Erkrankung geliefert werden, handelt sich bei dieser „Art der Darstellung“ um  „eine unwahrhaftige Berichterstattung“ (Ziffer 1 Pressekodex). „Da der Leser grob getäuscht wurde sowie eine Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht (Ziffer 2 Pressekodex), da das Bild auf der Titelseite nicht als Symbolfoto gekennzeichnet wurde.“

Neben den acht öffentliche Rügen sprachen die Berliner noch 32 Missbilligungen und 36 Hinweise aus.

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