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Kursziel 240 Dollar: Carl Icahn sieht Apples wahren Wert nun bei 1,6 Billionen Dollar

Carl Icahn
Carl Icahn

Es gab wieder einmal Korrekturbedarf: Wall Street-Legende Carl Icahn hat bei seinem Lieblingsinvestment erneut nachgerechnet und dabei Erstaunliches festgestellt – die Apple-Aktie ist immer noch zu billig. Und zwar nach Meinung des knorrigen 79-jährigen Großaktionärs viel zu billig: Bei 240 Dollar sollte das Papier heute stehen, findet Icahn – das entspräche einem schier astronomischen Börsenwert von 1,6 Billionen Dollar.

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Es funktioniert immer noch: Seit 2013 verschickt Carl Icahn Tweets, in denen er die (Börsen-)Welt wissen lässt, dass die Apple-Aktie unterbewertet sei – und reflexartig steigen die Kurse. Was bei jedem Börsenbriefschreiber als desperates Mittel erscheinen würde, um eigene Positionen anzupreisen, gilt bei Icahn als hohe Kunst der fundamentalen Aktienanalyse.

Mit gutem Grund: Der 79-Jährige ist eine Investment-Legende von gigantischem Format – tatsächlich soll Icahn bereits in den 80er Jahren das historische Vorbild für den Finanzhai Gordon Gecko im Hollywood-Klassiker „Wall Street“ gewesen sein.

Knapp drei Jahrzehnte später hat Icahn als zweitreichster Investor der Wall Street hinter Warren Buffett seine Legende in Überlebensgröße aufgeblasen – selbst bei Internet- und Tech-Aktien hat der als Corporate Raider bekannte Aktionärsaktivist ein goldenes Händchen.

Sensationelle Rendite mit Netflix

Die Papiere von Netflix sammelte Icahn 2012 zu Kursen um die 50 Dollar ein und hat seinen Einsatz binnen drei Jahren damit mal eben verzehnfacht. Die größte Wette seines Lebens ging Icahn indes ein Jahr später ein – und investierte Milliarden in Apple, als der iKonzern sein erstes schwaches Börsenjahr seit der Finanzkrise erlebte.

Icahn kaufte erste Positionen unter 67 Dollar – und hat seinen Einsatz seitdem immer wieder erhöht, begleitet von ermunternden Worten an Apple-CEO Tim Cook, schneidigen Bemerkungen an den Aufsichtsrat und der mantra-artigen Aufforderung, mehr Aktien zurückzukaufen.

Starkes Timing: Wert des Apple-Investments verdoppelt

Erstaunlicherweise scheint der CEO des wertvollsten Konzerns der Welt tatsächlich auf die Einflüsterungen eines Großaktionärs, der mit einem Investment in Höhe von 8 Milliarden Dollar trotzdem nur rund 1 Prozent am iPhone-Hersteller hält, zu hören: Tim Cook autorisierte in den vergangenen Jahren immer größere Kapitalrückführungsmaßnahmen und sogar einen Aktiensplit.

Die Medizin wirkt maximal: Seit Icahns Einstieg im August 2013 hat sich der Wert der Apple-Aktie verdoppelt, was nichts anderes als einem Zuwachs des Börsenwertes von knapp 400 Milliarden Dollar entspricht. Bei inzwischen 130 Dollar befindet sich Apple auf Schlagdistanz zu den erst Ende April aufgestellten Allzeithochs und wird mit enormen 750 Milliarden Dollar bewertet.

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240 Dollar: Kein Analyst teilt Icahns Kursziel

Immer noch viel zu wenig, findet Großaktionär Carl Icahn – und korrigierte heute wie schon nach Vorlage der vorletzten Quartalsbilanz sein Kursziel nach oben. Statt 216 Dollar hält Icahn nun Kurse von 240 Dollar für angemessen – das entspricht einem saftigen Kursaufschlag von 85 Prozent gegenüber den aktuellen Kursen um die 130 Dollar. Bemerkenswert: Kein Wall Street-Analyst nennt aktuell ein solch stolzes Kursziel für den iPhone-Hersteller.

Betreibt Icahn, der in Zukunft auch mit dem Apple-Fernseher iTV (2016) und einem Apple-Auto (2020) rechnet, nun rhetorische Kurspflege in eigener Sache oder ist der Rest der Finanzwelt zu blind, um das vermeintlich Offensichtliche zu sehen? Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte – Analysten obliegen schließlich auch zu einem Gutteil den prozyklischen Vorgaben des Marktes.

Icahns Kursziel bei anhaltendem iPhone-Wachstum nicht übermäßig ambitioniert

Tatsächlich ist Icahns Kursziel aber nicht einfach hingeworfen, sondern in dem offenen Brief auf seiner Plattform „Shareholders‘ Square Table“ als blitzsaubere Aktienanalyse formuliert. Icahns Hypothese lautet: Apples Gewinnwachstum geht auch im nächsten Geschäftjahr, das bekanntlich bereits im Oktober beginnt, dank iPhone 6s und der Apple Watch um beachtliche 33 Prozent weiter.

Ergo: Apple werde daher einen Gewinn je Aktie in Höhe von 12 Dollar je Anteilsschein erzielen. Bei einer marktkonformen Bewertung eines KGV von 18 käme Apple nach Abzug der enormen Barreserven in Höhe von 192 Milliarden Dollar, die wiederum 24,44 Dollar je Aktie entsprechen, auf das nicht mal übermäßig ambitionierte Kursziel von eben 240 Dollar (12 x 18 + 24,44 = 240,44).

Die Crux bei solchen Projektionen werden erfahrene Anleger allerdings schon kennengelernt haben: „An der Börse sind zwei x zwei niemals vier, sondern fünf minus eins“, wie ein anderer Börsenaltmeister einst zu sagen pflegte: André Kostolany.

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