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Verizon kauft AOL für 4,4 Milliarden Dollar

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Telekommunikationsriese schluckt Web-Pionier und HuffPo-Mutter: Der US-Konzern Verizon will AOL für 4,4 Milliarden Dollar (oder 50 Dollar pro Aktie) übernehmen. AOL-CEO Tim Armstrong soll – laut Business Insider - zudem weiterhin die Geschäfte des Internet-Dinos führen.

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Nach Angaben des Verizon-CEOs Lowell McAdam soll der Deal bei der Umsetzung seiner Strategie helfen, den Kunden künftig ein noch ausgeklügelteres Multi-Screan-Angebot – auch für Content-Produzenten und die Werbeindustrie – anbieten zu können.

Ende der vergangenen Woche erst hatte AOL gute Bilanz-Zahlen vorgelegt. Vor allem gestiegene Werbeeinnahmen bescherten dem Internetkonzern ein deutliches Ertragsplus. Im ersten Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um sieben Prozent auf 625 Millionen US-Dollar (556 Millionen Euro) zu, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Nettogewinn sank hingegen um ein Viertel auf 7,0 Millionen Dollar.

AOL hatte zu seiner Blütezeit als Internet-Provider allein über 30 Millionen Abonnenten weltweit. Im Jahr 2000 fusionierte AOL im dem Medienkonzern Time Warner. Faktisch übernahm AOL das Traditionsunternehmen getragen vom Höhenflug des eigenen Aktienpreises für mehr als 160 Milliarden Dollar. Auf dem Höhepunkt der Internet-Blase wurde der Zusammenschluss zu AOL Time Warner als zukunftsweisende Verbindung alter und neuer Medien gefeiert.

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Doch der Deal brachte nie den erhofften Effekt und wurde später als gigantischer Fehler bezeichnet. AOL wurde 2009 wieder als einzelnes Unternehmen abgespalten und versuchte seitdem, mit wechselndem Erfolg, Geld mit Online-Werbung zu verdienen. Zugleich sind immer noch rund zwei Millionen Amerikaner als Kunden im Zugangsgeschäft registriert.

In Deutschland profitierte eine Zeit lang der Medienkonzern Bertelsmann erheblich von einer Zusammenarbeit mit AOL. Der damalige Bertelsmann-Vorstand Thomas Middelhoff bewegte den Konzern dazu, früh in AOL zu investieren. Mit dem äußerst lukrativen Deal im Rücken stieg Middelhoff zum Vorstandsvorsitzenden der Bertelsmann AG auf. 1995 ging AOL Europe mit der Bertelsmann AG das Joint Venture AOL Deutschland ein, das drei Jahre später bereits wieder beendet wurde.

Der US-Mobilfunkriese Verizon unterstreicht jetzt mit dem Zukauf seine Ambitionen im mobilen Video- und Werbegeschäft, für das AOL eine Plattform bietet.

Mit Material von dpa

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