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Neuer Versuch: Tamedia will „20 Minuten“ auf den deutschen Markt bringen

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Das Schweizer Verlagshaus Tamedia startet einen neuen Versuch, seine Gratiszeitung 20 Minuten im deutschen Markt zu etablieren. Das verkündete Marcel Kohler, Mitglied der Unternehmensleitung, beim European Newspaper Congress in Wien. Der Testlauf beginnt im Juni, das Angebot soll ausschließlich online erscheinen.

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Getestet wird zunächst in einer geschlossenen Gruppe. In der Schweiz ist 20 Minuten die größte Tageszeitung des Landes, sowohl gedruckt als auch online. Köhlers Betriebscredo lautet dabei: „Die Herstellung von Print und Online muss konvergent sein, zusammenlaufen. Wird in beide Redaktionen investiert, werden aus Printverlierern digitale Gewinner.“

Deutschland würde so nach Luxemburg und Dänemark zum dritten Auslandsmarkt der Schweizer. Einen ersten Versuch, die Gratiszeitung 20 Minuten hierzulande zu etablieren, startete der norwegische Schibsted-Konzern bereits 1999: Eine gedruckte Version des Blattes sollte Köln mit kostenloser Information und Unterhaltung versorgen. Im Gerangel um die Markthoheit, auch bekannt unter dem Namen „Kölner Zeitungskrieg“, schickten damals Axel Springer und DuMont Schauberg jeweils eigene Gratiszeitungen als Abwehrmaßnahmen ins Rennen. „Köln Extra“ und der „Kölner Morgen“ sollten den Angreifer aus der Domstadt vertreiben – was schließlich auch gelang. 2001 wurden alle drei Blätter aus Gründen der Wirtschaftlichkeit wieder eingestellt.

Ende 2014 brachte DuMont Schauberg dann das Kölner Tabloid-Blatt „Xtra“ auf den Markt. Die „Zeitung für die Jugend“ erinnerte verdächtig an das Gratisblatt „Köln Extra“ und sollte für 50 Cent wochentäglich mit einer Auflage von 40.000 Exemplaren erscheinen. Mittlerweile wurde das Tageszeitungs-Experiment eingestellt: Seit Ende März gibt es Xtra nur noch als Digital-Version, optimiert für mobile Endgeräte. Im Fokus stehen Ausgehtipps, Köln-News und Gewinnspiele. Zusätzlich erscheint am Wochenende jeweils eine gedruckte Ausgabe.

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Wie genau das deutsche Online-Angebot von „20 Minuten“ aussehen könnte, ist bislang unklar. Ein erneuter Zeitungskrieg scheint aber unwahrscheinlich – schon allein, weil es sich eben „nur“ um eine Digitalversion handelt und davon im Netz längst unzählige um die Aufmerksamkeit des Nutzers kämpfen.

 

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