Instant Articles: Facebook überlässt Medien-Unternehmen Werbe-Erlöse

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Digital Economy Mit der Funktion "Instant Articles" können Nutzer künftig Medien-Inhalte in voller Länge direkt auf Facebook konsumieren. Medienhäuser erhoffen sich davon höhere Reichweiten und Werbeeinnahmen, Facebook eine höhere Verweildauer. Facebook überlässt Medienanbietern "großzügig" die kompletten Werbe-Einnahmen - falls diese die Werbung selbst akquiriert haben.

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Die neue Funktion soll noch im Mai eingeführt werden, wie das Wall Street Journal berichtet (Bezahlschranke). Als erste Teilnehmer sind – wie bereits gemeldet – Buzzfeed, die New York Times und National Geographic dabei. Die Idee: Statt nur einen Link und einen kurzen Teasertext auf dem sozialen Netzwerk zu veröffentlichen, der dann zur Website des Anbieters führt, sollen die Inhalte komplett auf Facebook erscheinen. Wird dabei Werbung angezeigt, die das Social Network verkauft hat, behält Facebook 30 Prozent der Erlöse – der Rest geht an den jeweiligen Inhalte-Anbieter. Verkauft das Medienhaus die Werbung selbst, behält es den gesamten Erlös. Ein Zugeständnis von Facebook an Medien-Anbieter, die fürchten, das Netzwerk wolle ihnen Werbe-Erlöse abspenstig machen.

Einen ähnlichen Vorstoß machte Snapchat –  der Messaging-Dienst, bei dem sich Nachrichten automatisch selbst löschen – bereits im Januar: Über den Inhalte-Service „Discovery“ veröffentlichen Medienunternehmen wie CNN, MTV, People, Cosmopolitan oder Vice, täglich fünf ihrer beliebtesten Stories, ohne Link auf die Website. Von den Werbeerlösen müssen die Medienhäuser aber etwas mehr abzwacken, als bei Facebook geplant: Wurde die Werbung von Snapchat verkauft, wird halbe-halbe gemacht. Verkauft das Medienhaus sie selbst, gehen 30 Prozent an den Messaging-Dienst.

Laut WSJ will Facebook mit der neuen Funktion die Verweildauer auf der Plattform erhöhen. Nutzer sollen nicht mehr auf andere Websites wechseln müssen, um Nachrichten zu konsumieren. Gleichzeitig würde der Konzern von Umfeld und Reichweite der Inhalte-Anbieter profitieren und zusätzliche Werbeeinnahmen erzielen. Für Medienhäuser bedeutet das Modell aber vor allem eins: Die eigene Plattform rückt zunehmend in den Hintergrund. Zwar bieten sich hier auch neue Vertriebs- und Erlöschancen. Anbieter droht aber auch eine Abhängigkeit, sollten sie die Kontrolle über die Werbeeinnahmen an Facebook abgeben.

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