Vermeintliches Enthüllungsportal Grimmeleaks: Kölner Studenten spielen Grimme-Jury

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Verwirrung am Tag der Nominierung. Fast zeitgleich mit der Bekanntgabe der Kandidaten für die Online Grimme Awards ging auch eine vermeintliche Whistleblower-Seite online, die behauptete die Gewinner bereits zu kennen. Hinter Grimmeleaks steckt allerdings ein Kunstprojekt des Instituts für Medienkultur und Theater der Universität Köln.

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Auf der Seite von Grimmeleaks heißt es dramatisch: „Im Rahmen unserer Recherchen erhielten wir Zugriff auf das Abstimmungsergebnis – noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Nominierungen. Wir haben uns dazu entschlossen, die Gewinner vorzeitig zu veröffentlichen, um einen generellen Diskurs über die Transparenz und die Sinnhaftigkeit von Jury-Awards anstoßen.“

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Als Gewinner verkündeten die Studenten in der Kategorie Information den „Checkpoint“-Newsletter und „Wer darf Leben“ von Zeit Online, bei Wissen und Bildung kührten sie „Trauern verboten“ von der SZ, „netwars“ und „Auferstanden als Ruinen“ als Sieger. In der Rubrik Kultur & Unterhaltung sieht das Projekt das Städelmuseum und „Hyperbole TV“ vorne. Der Spezial-Preis geht an Alexander Gerst. Zum Vergleich: Hier noch einmal die Liste der Nominierungen.

Obwohl die Existenz der Seite kurzzeitig für Verwirrung sorgte, klärte das Grimme-Institut schnell auf. So soll die Leaks-Seite im Rahmen eines Uni-Workshops zusammen mit dem Grimme-Institut entstanden sein, bei dem die Studenten einmal selbst Jury spielen durften.

Die echte Jury tagt – laut Grimme Institut – erst Mitte Mai und bestimmt auch erst dann die Gewinner. Will heißen: Die vermeintlichen Whistleblower können die Sieger noch gar nicht kennen, weil diese noch gar nicht feststehen.

Gegen 15 Uhr war die Seite der Grimmeleaks down. Via Twitter versprechen die Macher, dass sie bald wieder online sind.

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