Anzeige

Der Google-Pakt mit FAZ, Zeit & Co. als Hoffnungsschimmer für die News-Branche

Google-2-2.jpg

Google gründet mit zunächst acht europäischen Verlagen (u.a. FAZ und Zeit) die so genannte Digital News Initiative (DNI) und legt dafür einen Fonds mit 150 Mio. Euro für drei Jahre auf. Die Initiative will Innovationen im digitalen Nachrichtengeschäft suchen, finden und fördern. Es ist ein wichtiges Friedenssignal im unsäglichen Dauerstreit zwischen Google und europäischen Verlagen.

Anzeige
Anzeige

Von Beginn an dabei bei der DNI sind FAZ, Zeit, Les Echos, Financial Times, Guardian, NRC Media, El País, La Stampa sowie die Verbände European Journalism Centre, Global Editors Network und die International News Media Association. Wenig überraschend fehlen die großen Vorkämpfer des so genannten Leistungsschutzrechts, also Axel Springer, Burda und die Funke Mediengruppe.

Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, ein funktionierendes digitales Ökosystem für das News-Geschäft zu entwickeln und zu etablieren. Dahinter steckt wohl die Erkenntnis, dass Internetfirmen wie Google (und Facebook) und die Medien-Produzenten besser fahren, wenn sie zusammenarbeiten und sich nicht bekämpfen.

Eine „Produktarbeitsgruppe“ soll zunächst Arbeitsaufträge für die Initiative formulieren. Es geht darum, Wege zu finden, wie das Nachrichtengeschäft gemeinsam mit IT-Firmen wie Google im Digital-Zeitalter prosperieren kann. Das können neue Geschäftsmodelle sein, Produktideen, Paid Content kann eine Rolle spielen und natürlich Werbung.

Anzeige

Dabei geht es auch um die Frage, wo News ihre Leser künftig erreichen: auf den Verlags-Websites oder auch direkt bei Google oder Facebook? Und im zweiten Falle: Wie kann sichergestellt werden, dass die Produzenten der Inhalte bei solchen Plattform-Modellen nicht die Kontrolle über ihre Inhalte verlieren und mit den berühmten “Lousy Pennies” abgespeist werden?

Google wird im Zuge der Initiative in neue Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Journalisten und Redaktionen in Europa investieren. Konkret geplant ist bisher Folgendes: Google-Leute sollen in Paris, Hamburg und London Redaktionen in Sachen Digital-Kompetenz schulen. Es soll Partnerschaften für Schulungen und Weiterbildung mit Journalismus-Organisationen geben. Online-Ressourcen und Tools für Journalisten sollen verbessert werden. Google hat zudem zugesagt wissenschaftliche Forschungsprojekte zur Veränderungen in der Medienlandschaft zu finanzieren.

Die Digital News Initiative ist ein Hoffnungsschimmer, dass Internetfirmen wie Google und Verlage begreifen, dass sich die digitale Herausforderung durch Kooperation besser meistern lässt als durch Konfrontation. Eine Erkenntnis, die sich bei den Befürwortern des unseligen Leistungsschutzrechts hoffentlich auch noch durchsetzt.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Noch vergessen:
    Auch wenn die Springer-Gruppe nicht dabei ist: Für mich gehören die genauso dazu, samt ihrer Bertelsmann-Stiftung.
    Und auch da ist es gut, dass die Abozahlen immer weiter sinken. Dafür werden Gott sei Dank die alternativen Medien immer größer – aus eigener Kraft!

  2. Hallo Herr Winterbauer,
    glauben Sie immer noch, dass wenn das Unternehmen Google sich mit den großen europäischen Mainstreammedien zusammentut, dass da was Gutes bei rauskommt. Ist das nicht eher so etwas wie TTIP im Kleinen also transatlantische Zusammenarbeit egal was es kostet oder verursacht?
    Für mich ist das Ganze eine versteckte Subventionen der großen europäischen Medienhäuser, die zu Recht aufgrund ihrer Hetze und ihrer Haltung Pro-Krieg, auf dem absteigenden Ast sind.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*