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Quartalsbilanz: Netflix mit fünf Millionen neuen Abonnenten auf neue Allzeithochs

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"House of Cards": Türöffner für Netflix' Welterfolg

Der Wahnsinn geht weiter: Nach einer Kursexplosion von 16 Prozent nach den letzten Quartalszahlen schießt die Netflix-Aktie nun nochmals um 13 Prozent in die Höhe – und bei 530 Dollar damit auf neue Allzeithochs. Der Grund: Getragen von der neuen Staffel von "House of Cards" konnte CEO Reed Hastings fast fünf Millionen neue Abonnenten binnen nur drei Monaten verkünden. Weil Stars wie Kevin Spacey und Robin Wright aber auch entsprechend kosten, bleiben unterm Strich nur 24 Millionen Dollar im abgelaufenen Quartal hängen.

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„Diese albanische Armee ist stark.“ So fasst Fondsmanager Eric Jackson die neue Quartalsbilanz von Netflix zusammen.

Was die Metapher mit dem boomenden Streaming-Dienst zu tun hat? Die Geschichte ist bereits fünf Jahre alt: 2010 war es, als sich Time Warner-CEO Jeff Bewkes zum nun schon legendären Vergleich hinreißen ließ. „Es ist ein bisschen so, als würde die albanische Armee die Welt übernehmen“, machte sich Bewkes über eine mögliche Bedrohung durch den Streaming-Dienst, der damals gerade mal zehn Millionen Abonnenten aufwies, lustig.

Ein halbes Jahrzehnt später hat Bewkes Branchenkollege Reed Hastings das Lachen auf seiner Seite. 62,3 Millionen Menschen rund um die Welt haben Netflix inzwischen per Ende März abonniert – ein rasanter Anstieg auf 28 Millionen Zuschauer vor drei Jahren, 37 Millionen vor zwei Jahren und 50 Millionen vor einem Jahr.

Ein Drittel der Abonnenten kommen inzwischen bereits aus dem Rest der Welt. In Deutschland, Österreich, der Schweiz, Frankreich und Belgien hat Netflix erst im vergangenen September den Betrieb aufgenommen, in Australien und Neuseeland im abgelaufenen Quartal.  

House of Cards treibt Zuschauer zu Netflix…

Noch bemerkenswerter: Allein binnen der letzten drei Monate konnte der US-Internetdienst, der in den 90er-Jahren noch als DVD-Versender seine Geschäftstätigkeit begonnen hatte, satte 4,88 Millionen neue Abonnenten begrüßen! Treiber des Neukunden-Booms: natürlich die extrem beliebte Kultserie „House of Cards“, die maßgeblichen Anteil an Netflix‘ Siegeszug in den vergangenen zwei Jahren hat.

Das preisgekrönte Politepos um ein aufstrebendes Powerpaar in Washington, grandios gespielt von Kevin Spacey und Robin Wright, war 2013 Netflix‘ erste Eigenproduktion. Zwei Jahre später ging Ende Februar die dritte Staffel der US-Kultserie an den Start – wie immer bei Netflix mit gleich 13 Folgen auf einen Schlag.

…aber die Kosten explodieren

Die Aussicht aufs „Binge Watching“ lockte im abgelaufenen Quartal entsprechend viele neue Kunden zu Netflix – und es soll in Zukunft immer mehr Eigenmaterial zu sehen geben. Bis zu 20 Serien aus dem eigenen Schneideraum sollen Kunden in fünf Jahren pro Saison erwarten dürfen, ließ Netflix-Manager Theodore Sarandos im Dezember durchblicken.

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Doch die immer größeren Ambitionen, mit denen CEO Hastings den großen US-Serienanbietern wie HBO die Stirn zeigen will, haben natürlich Preis. So stiegen auch die Kosten im vergangenen Quartal: Der operative Gewinne ging von 130 auf 97 Millionen Dollar zurück, während sich der Nettogewinn auf 24 Millionen Dollar gar mehr als drittelte. Dafür stieg der Schuldenstand auf 163 Millionen Dollar.

Netflix ist an der Wall Street eine enorme Erfolgsstory

Die Wall Street interessiert indes nur das Wachstums – und das stimmte. Die Erlöse zogen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 18 Prozent auf nunmehr 1,4 Milliarden Dollar an. Im laufenden Quartal rechnet der 17 Jahre alte US-Unternehmen sogar schon mit Umsätzen von 1,48 Milliarden Dollar.

An der Börse ist Netflix ohnehin eine der größten Erfolgsgeschichten der vergangenen Jahre – die Aktie legte seit dem Start von „House of Cards“ um 1.000 Prozent zu, ehe Aktionäre zwischenzeitlich Gewinne einstrichen. Bei den Quartalszahlen im Oktober schien der Wind zu drehen – das Papier verlor an nur einem Handelstag mehr als 25 Prozent.

Zu Jahresbeginn schlug das Pendel wieder steil in die andere Richtung aus. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen Mitte Januar schoss die Netflix-Aktie um fast 100 Dollar durch die Decke. Nach Handelsschluss an der Wall Street kommen nun weitere 60 Dollar hinzu. Der Lohn: neue Allzeithochs!

Carl Icahn strickt weiter am Mythos: 1000 Prozent Plus mit Netflix in 2,5 Jahren

Bei gegenwärtig 530 Dollar können sich Aktionäre seit Jahresbeginn über ein enormes Kursplus von nunmehr 60 Prozent freuen. Wieder einmal ganz groß kassiert dabei ein alter Bekannter ab: Großinvestor Carl Icahn sammelte die Netflix-Aktie 2012 bekanntlich bei Kursen von 50 Dollar ein.

Der Wall Street-Tycoon, der sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit CEOs von Unternehmen anlegte, in die er investiert ist, hat damit einmal mehr vorgemacht, warum er auch in der Internet-Ära als Investment-Legende gilt: schneller konnten 1000 Prozent in den vergangenen Jahren kaum verdient werden …

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