Anzeige

„Ich versteh‘ nix“: Telegraph-Journalist tickert Kloppo-PK, ohne ein Wort zu verstehen – und das Netz flippt aus

juergen-klopp_ben-bloom.jpg

Ben Bloom ist der neue Internet-Star. Der Journalist sollte für den britischen Telegraph einen Liveticker zu Jürgen Klopps Abschieds-PK betreuen. Das Problem: Bloom versteht kein Wort Deutsch. Das Ergebnis ist beste Realsatire.

Anzeige
Anzeige

Es ist 12.37, als Bloom merkt, dass er ein Problem haben wird, die Pressekonferenz vernünftig zu covern: „Wir könnten ein Problem haben. Sie sprechen Deutsch und meine Deutsch-Kenntnisse sind da keine große Hilfe. Was ich glaube, ableiten zu können, ist, dass der Kerl, der gerade spricht so klingt, als sei jemand gestorben.“

Zwei Minuten später ist die Verzweiflung groß. Das Geschehen auf der PK rückt zunehmend in den Hintergrund:

„Warum kann ich kein Deutsch sprechen.“

„Ich würde gerne erklären, was Klopp sagt. Er sagt eine Menge. Aber ich versteh absolut gar nichts. Deswegen an dieser Stelle ein Foto von ihm, wie er Wasser in ein Glas gießt.“

Mittlerweile nehmen die ersten Leser wahr: Hier wird Liveticker-Geschichte geschrieben – und empfehlen Bloom, doch schnellstmöglich Deutsch zu lernen.

12.56 Uhr: Die deutschen Journalisten stellen deutsche Fragen auf Deutsch. Bloom ist am Rande des Nervenzusammenbruchs. In Großbuchstaben tickert er:

„WARUM NUR HABEN WIR NICHT EINE UNIVERSELLE SPRACHE AUF DIESEM PLANETEN?“

Kurze Zeit später bittet Bloom um Entschuldigung und bittet die Leser darum, ihn nicht bei seinem Vorgesetzten anzuschwärzen. „Der glaubt, ich übersetze die PK Wort für Wort.“

Es ist nach 13 Uhr, als sich Leser mit erstmals korrekten Übersetzungen von Klopps Äußerungen bei Bloom melden. Der bewahrt sich seinen Humor: „Ich tue jetzt so, als sei das mein Werk und hoffe, das niemand das merkt.“

Um 13.16 Uhr befürchtet der Journalist, das Ansehen seines Arbeitgebers nachhaltig beschädigt zu haben:

„Sky News hatte einen Kerl, der Deutsch spricht? Wie konnten die jemand finden und der Telegraph muss sich mit mir abfinden? Ich befürchte, ich habe die Reputation dieser einst ehrwürdigen Institution beschädigt.“

Anzeige

Eine Stunde nach Start der PK ist Bloom ein Star im Web – und sein Liveticker ein Klickhit. Mittlerweile hat sich das Dolmetscher-Dilemma sogar schon bis zur deutschen Botschaft in London herumgesprochen.

Auch Jan Böhmermann hat seinen Spaß:

Zum Ende des Livetickers meldet sich offenbar Blooms Vorgesetzt zu Wort und tickert mit reichlich britischen Humor:

„Leider musste Ben Bloom nach Hause gehen und Deutsch lernen. Aber es sieht so aus, als wäre er in der Zwischenzeit eine Art Websensation geworden. (…)

(P.S.: Wir haben ihn nicht gefeuert. Noch nicht.)“

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Sehr lustig – und da Fußball kein wirklich wichtiges Thema ist, haben die Leser des Telegraph nix versäumt.

    Trotzdem: Was erwarten die? Wie kann man so dusselig sein, jemanden zu ’ner PK in Deutschland zu schicken, der kein Wort Deutsch kann? Daß Dortmund noch Dolmetscher organisiert? Das Mindeste in einer solchen Situation wäre doch, vorab zu klären, ob es eine Simultanübersetzung geben wird.

    Außerdem soll es genug feste und freie Sportjournalisten geben, deren Englisch so gut ist, daß sie einem englischen Kollegen erklären könnten, was abgeht…

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*