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Presserat hält Bild-Titel zum Charlie Hebdo-Anschlag für „vertretbar“

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Der Presserat bestätigt die Bild-Chefredaktion: Ihre erste Titelgeschichte nach dem Charlie Hebdo-Anschlag, hatten die Berliner mit einem Foto aufgemacht, das die Exekution eines Polizisten, direkt nach dem Überfall auf die Redaktionsräume in Paris zeigte. Trotz einiger Leser-Beschwerden sahen die Medienwächter keinen Grund zur Beanstandung.

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In der Beschwerde an den Presserates hatte es geheißen, dass die Auswahl und Verbreitung dieser Szene die Menschenwürde des Polizisten verletzen würde, der im Augenblick seiner Verlorenheit und Todesnot gezeigt werde.

Die Medienwächter teilten diese Meinung jedoch nicht, wie aus der Entscheidung hervorgeht, die Bild-Chefredakteur Kai Diekmann veröffentlichte. Darin heißt es, dass es sich bei dem Anschlag, „in dessen Rahmen diese Aufnahmen entstanden ist, um ein bis dahin einzigartiges Ereignis mit so enormen Auswirkungen gehandelt hat, dass die fragliche Abbildung zu einem Dokument von  zeitgeschichtlichen Bedeutung geworden ist.“ Damit sei eine Veröffentlichung in der vorliegenden Form vertretbar.

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Gerade auch im Hinblick auf die Diskussion nach dem Absturz der Germanwings-Maschine ist der Beschluss des Presserates besonders interessant. Nach den ersten Berichten über den Flug 4U9525 entbrannte eine wilde Debatte, ob man den Namen des Piloten nennen und sein Foto zeigen solle. Der Presserat selbst mahnte bereits einen Tag nach der Katastrophe die Medien zur Zurückhaltung.

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Alle Kommentare

  1. Die Leute dürfen eben nicht vergessen, dass es genau das gleiche Bild ist, wenn US-Soldaten (oder deren „Verbündete“) durchdrehen und bei Ihren Einsätzen aus Frust und Wut auch Unschuldige und Wehrlose töten.
    Schade ist allerdings, dass man von Drohnen die Hochzeiten sprengen keine solchen Bilder veröffentlichen kann.
    Und wenn? Würde die Bild es machen.
    Ich wette nicht.

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