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„Pilotinnen können mehr Sicherheit bringen“: Emma-Autorin verteidigt 4U9525-Artikel

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Wenige Tage nach dem Absturz von 4U9525 veröffentlichte die Emma einen Text der Linguistin Luise Pusch, in der sie eine Frauenquote fürs Cockpit fordert – denn die Selbstmordquote bei Männern sei deutlich höher als bei Frauen. Die Aufregung über den Text, den die Autorin selbst als Glosse bezeichnet, ist groß. Autorin und Redaktion wird Missbrauch der Opfer vorgeworfen. Luise Pusch verteidigt ihre Thesen auf Twitter.

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„Amoktrips sind Männersache.“ Mit dieser provokanten These leitet die Redaktion der feministischen Zeitschrift Emma einen Text von Luise Pusch ein. Die Sprachwissenschaftlerin ist engagierte Feministin; seit den 1970er Jahren setzt sie sich unter anderem für eine geschlechtergerechte Sprache ein. Wer Pusch kennt, weiß, dass sie ihre Forderungen zugespitzt als Glossen auf ihrem Blog „Laut und Luise“ zum Ausdruck bringt. Den Text „Frauenquote fürs Cockpit!“ hat auch die Emma als „Kommentar“ auf ihrer Webseite veröffentlicht – und damit für große Empörung gesorgt.

Luise Pusch schlägt darin vor, die Lufthansa sollte sich nicht nur für ihren Aufsichtsrat, sondern auch für ihre Cockpits eine Frauenquote verordnen. Schließlich gebe es bei der Lufthansa nur sechs Prozent Pilotinnen und die Selbstmordquote bei Männern sei viermal so hoch wie bei Frauen. „Die Lufthansa könnte also das Risiko, dass ihre Piloten das Flugzeug zu Selbstmord und vielfachem Mord missbrauchen, mit jeder Frau, die sie zur Pilotin ausbilden, ganz erheblich reduzieren“, schreibt die Autorin. „Amokläufe und so genannte Familienauslöschungen, die gern zu ‚erweitertem Selbstmord‘ und ‚Mitnahme-Selbstmord‘ verharmlost werden, sind Verbrechen, die nahezu ausschließlich von Männern begangen werden. Für Amokflüge, die offenbar häufiger vorkommen, als der Öffentlichkeit bewusst ist, gilt dasselbe.“

Der Beitrag war und ist Öl im Feuer der Debatte über die Berichterstattung zu 4U9525, in den Kommentaren unter dem Beitrag und bei Twitter entlädt sich die Wut über Luise Pusch, ihren Artikel und die Emma. Der Vorwurf: Instrumentalisierung von Toten, Missbrauch der Opfer für Feminismus.

Luise Pusch reagiert auf die Kritik bei Twitter, verteidigt ihren Ansatz – und betont, den provokanten Teaser habe die Redaktion der Emma formuliert, nicht sie.

Auch die Emma verteidigt die Thesen von Luise Pusch und rechtfertigt diese damit, dass eine Schweizer Ärztin dasselbe fordere. Die Redaktion veröffentlichte am Montag einen Artikel aus der Zeitung „Schweiz am Sonntag“, in dem Gabriela Stoppe, Psychiaterin und Vizepräsidentin des Schweizer Dachverbandes für Suizidprävention, fordert: Mehr Pilotinnen, mehr Sicherheit! „Es wäre nicht nur wegen der Durchmischung sinnvoll, mehr Frauen für den Transport von Menschen zu engagieren, sondern vor allem wegen der Sicherheit“, so Stoppe. Frauen hätten eine deutlich niedrigere Suizidrate, es sei nur eine Frage der Zeit gewesen, dass auch in Europa ein Pilot mit dem Flugzeug einen Suizid begeht.

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Alle Kommentare

  1. Mehr Ladies in die Cock-Pits, aber nur Ski-Fliegerinnen ! -:) A. Röck
    Das Widerlichste, die Moralisten hier! Man dürfe bei so einem Drama nicht mehr denken, u. L. Pusch „missbrauche die Toten“; d.h., dieselbe irre Ebene von selbst ernannten `Gutmenschen`, wo man gegen den Islam nicht auf die 17 Ermordeten von Paris hinweisen dürfe, das sei “Mißbrauch, Instrumentalisierung!
    II) Um Depression ging es bei dem Co-Piloten nicht- lt. Prof. Holsboer (Univ. München). Sein einziges Motiv war, berühmt zu werden- egal wie! [siehe Zitat seiner Ex-Freundin, (Bild am 28.3.15), „Eines Tages werden alle meinen Namen kennen“].
    III) Ja, mehr als 6% Frauen in die Cock-Pits! Nahm jemals eine Frau, unter solch einem Suizidal-Narzißmus, 10 oder 50 oder 150 mit in den Tod? Das machten MÄNNER: Nazis sprengten 1980 den Bf. von Bologna, 90 Tote | Oktoberfest München 1980, 13 Tote, 200 Verletzte| Don`t forget the islamistic attack on 9/11 – 2001 N.Y.! 3000 Tote | Islamisten (Sunniten) sprengen täglich im Irak auf Wochenmärkten die Schiiten i.d. Luft, 10, 13, 60 Tote | | Vorgestern, 2.4.2015, KENYA: 148 christl. Studenten an einer christl. Univ. von Islamisten erschossen|. Das Gutmensch-Masochisten- Gesocks sagt dann auch noch, das habe mit dem Islam nichts zu tun !!!
    IV) Conclusio: Nur Männer machen Massenmorde an Leuten, die gar nicht involviert sind! ! | 6 Mio Juden mit industriellen Methoden getötet! | PISS OFF- IHR EKELHAFTEN –GUTMENSCH- MORALISTEN !
    V) Ihr wollt verbieten, die Tatsachen zu nennen und Überlegungen für die Zukunft anstellen zu dürfen!
    V) * * * * * Nur 6 % Frauen sind zu wenige! Aber: können Frauen bei Turbulenzen (100 km lange Gewitterwolken in 10.000 m Höhe), für 10 Min. die Nerven behalten? Ich war mal dabei- in einer B- 707, durch ein höllisches Gewitter.
    V) Man kann einen Jumbo-Jet oder A- 380 bei Ausfall aller 4 Triebwerke noch 250 km weit segelnd landen auf einer Autobahn, See, auch auf 3 km langer halbwegs ebener Wiese- bei genügend Nerven! Kann man solche „Nerventests“ überhaupt nachahmen am Simulator ? Wie der Vogel rauf u. runter gerissen wird (real erlebt)- ja, aber- der Proband weiss, es ist nicht real!
    VI) Bei einstigen Ski-Fliegerinnen (Rosi Mittermeier & Co), als Pilotinnen, würde ich jederzeit mitfliegen, obwohl mir eine Geliebte einst sagte: „Nie würde ich bei einer Pilotin mitfliegen- Du hast ja null Ahnung von Frauen- eine Frau denkt doch beim Fliegen nicht ans Fliegen, sondern an alles andere, z.B., ob ihr Favorit heute anruft oder wie es letzte Nacht war“.
    P.S.: Nennt den Co-Pilot nur „psycho-pilot“, damit potentielle Nachahmer wissen, dass man damit nicht berühmt wird (!), sondern namenlos endet, – im NICHTS! Gruß von Mister Klartext! 4.4.2015, A.R

  2. Frau Puschs krudes Weltbild in Texte gemeißelt wäre beim Postillon besser aufgehoben.
    Wegen „Glosse“ und so…

  3. Wenn die Selbstmordquote unter Frauen vier Mal so hoch wäre wie bei Männern, würde ein Krisengipfel den nächsten jagen. Andersrum hießt es: raus aus dem Cockpit. Schon schlimm dieses Patriarchat.

  4. Ich finde die Gedanken von Frau Pusch überhaupt nicht pietätlos. Was ist an ihrer Feststellung falsch, dass Amokläufer fast immer Männer sind? Frauen und Männer sind nun einmal verschieden! Es gibt zwar auch Frauen, die selbstmordgefährdet sind, aber sie reissen meist keine anderen Menschen mit in den Tod. Ich wundere mich, dass es bisher nur 6% Pilotinnen bei der LH gibt. Hoffentlich ändert sich das.

  5. Warum erhält eigentlich jede noch so abwegige These auch bei MEEDIA eine Plattform? Frau Pusch bewegt sich mit ihrer unendlichen dummen These auf Pegida- und NPD-Niveau.

    1. „Warum erhält eigentlich jede noch so abwegige These auch bei MEEDIA eine Plattform?“

      Vermutlich, Hans, weil Alice Schwarzgelds „Emma“ diesen blühenden Blödsinn durch die Aufnahme in ihr Angebot geadelt hat. Die Mädels haben wohl auch nur was von Frauenpower beim Querlesen aufgeschnappt und den wirklich hasenhirnigen Beitrag, so scheint es, ohne Nachdenken auf ihre Webseite gestellt.

    2. Was bitte ist an der These von Frau Pusch unendlich dumm? Sie hat doch recht! Haben Sie schon einmal von weiblichen Amok-Läufern gehört? Ich nicht! Diese These wird außerdem – wie man oben lesen kann (!) – von der Psychiaterin und Vizepräsidentin des Schweizer Dachverbandes für Suizidprävention, Gabriela Stoppe, vertreten, die sagt, dass Frauen eine deutlich niedrigere Suizidrate hätten als Männer.
      Dumm ist höchstens Ihre völlig unpassende, aus der Luft gegriffene Unterstellung, die These bewege sich auf Pegida und NPD-Niveau.

      1. Sag mal, bist Du in irgendeiner Weise gewaltig auf Deinen Kopf gefallen oder tatsächlich so unfassbar dämlich, wie Du Dich hier öffentlich präsentierst?

        Es ist mehr als nur „takt- und pietätlos“ einen Massenmord für seine eigene, politische Agenda zu missbrauchen. Jemand, der sich darüber beklagt, dass von sechzehn toten Schülern nur zwei männlich sind, ist nicht mehr als seine lächerliche These.

        Warum diese „unendlich dumm“ ist lässt sich doch ganz einfach mit dem Verhältnis erklären. Wir haben zu wenig Pilotinnen, während die Fluggesellschaften händeringend nach genau solchen suchen. Zudem verzeichnen wir wenige derart verursachter „Unfälle/Morde“. Na, klingelt es? Genau, es ist faktisch ungemein unwahrscheinlicher, dass Frauen mit gleicher Häufung bei derzeitigem Beschäftigungsanteil verantwortlich für solche Verbrechen sind.

        Das Problem ist somit nicht das Geschlecht; das Problem ist wenn, dann die fehlende Sicherheit und genau über diese wird im Augenblick fernab der privaten Schlachtfelder jener ach so albernen Feministinnen debattiert.

        Von der Forderung, geeignetes Personal aus der Luft zu zaubern, fange ich erst gar nicht an. Genauso wenig von einem erhöhten Suizid-Potenzial bei Männern – daraus lassen sich immerhin in gleicher Weise unzählige Umkehrschlüsse ziehen, zum Nachteil geneigter Feministinnen. Und wahrscheinlich auch zum Nachteil von jedem sonst.

        So viel heuchlerische, „circle jerkende“ und bornierte Dummheit ist zurecht dem Spott der Welt ausgesetzt.

  6. Frau Puschs komplett unlustige „Glosse“ ist extrem takt- und pietätlos. Außerdem geht sie an den Fakten vorbei – die Lufthansa findet gar nicht so viele Pilotinnen, wie sie einstellen möchte.

    Aber gut: Warum sollen sich nur Männer blamieren? Frau Pusch und die Emma können’s genauso gut.

    1. Was genau soll an der These von Frau Pusch takt- und pietätlos sein?

      Wer blamiert sich wohl eher: Frau Pusch oder Kurt Mueller und Hans, die sich als Männer hier offensichtlich „ans Bein gepinkelt“ fühlen?

      1. Du, niemand sonst. Aber weil du ja so vorbildlich auf Argumente eingegangen bist, werde ich Deinem lächerlichen Beispiel mal folgen.

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