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f8-Konferenz: Facebook will mit dem Messenger das digitale Leben übernehmen


Immer reicher: Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Immer reicher: Facebook-Chef Mark Zuckerberg

Vorhang auf für Mark Zuckerberg: Auf der jährlichen Entwicklerkonferenz f8 gewährte das weltgrößte Social Network einen Einblick für seine nächsten großen Software-Pläne. Die Zukunft bei Facebook dreht sich ganz um den Messenger, der immer mehr zur Kommunikationszentrale wird: Künftig können Apps für den Chat entwickelt werden und der Einkauf darüber abgewickelt werden. Und dann war da noch ein überfälliger Angriff auf YouTube…

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Die Superlative werden immer gigantischer: 1,4 Milliarden Menschen tummeln sich bereits bei Facebook – 700 Millionen im konzerneigenen Messenger, genauso viele beim vor einem Jahr zugekauften Chat-Dienst WhatsApp, während 300 Millionen Nutzer fröhlich Fotos bei Instagram teilen.

Die Wall Street hat mit Notierungen auf immer neuen Allzeithochs längst erkannt, was Konzernchef Mark Zuckerberg auf der turnusmäßigen Entwicklerkonferenz selbst in bedeutungsschwangere Worte fasste: Facebook ist längst viel mehr als Facebook. „Vor ein paar Jahren noch waren wir diese blaue Seite“, witzelt der 30-Jährige, „heute sind wir eine Familie von Apps“. Tatsächlich: Zuckerberg hat mehrmals „Familie“ gesagt.

Facebooks Evolution: Zuckerberg stellt die Facebook-Familie vor

Wie es sich in einer guten Familie gehört, tragen mehrere Mitglieder zum großen Ganzen bei. Das weltgrößte soziale Netzwerk ist mit seinen bald eineinhalb Milliarden Nutzern fraglos unangefochten das Oberhaupt der Facebook-Sippe, doch gerade die Adoptivtöchter WhatsApp und Instagram entwickeln sich mit explosiven Wachstumsschüben prächtig.

Den größten Sprung machte in den letzten Monaten unterdessen ein Eigengewächs – der Messenger, der den Facebook-Nutzern regelrecht aufgezwungen wurde. Wer weiter mobil über das größte soziale Netzwerk der Welt Nachrichten schreiben will, braucht dafür eine zusätzliche App – den Messenger, der dank der mobilen Daumenschrauben schnell die 500 Millionen– und nun 700 Millionen-Mitgliedermarke knackte.

Kommunikationszentrale Messenger soll Nutzer noch stärker bei Facebook halten 

Doch das war nur der Anfang. Wie der nächste Teil von Zuckerbergs Vision einer immer stärkeren Verzahnung zwischen seinen Diensten aussieht, enthüllte der Facebook-Chef und sein Entwickler Team nun auf der f8-Konferenz. Oberste Erkenntnis: Die Nutzer sollen noch stärker an den Messenger gebunden werden.

Dafür hat Facebook sein Ökosystem um eine weitere Schicht erweitert: Wie im Vorfeld erwartet worden war, wird der Messenger für App-Entwickler geöffnet. Bedeutet: Für den Messenger entwickelte Apps können künftig direkt über Facebooks Kommunikationszentrale angesteuert werden.

Neues Spielzeug für Snapchat-Generation: App-Anbindung im Messenger
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In der Praxis bedeutet das, dass Zuckerberg seine Nutzer noch tiefer an sein Ökosystem bindet: Nutzer bekommen über die App-Anbindung unzählige neue Möglichkeiten, sich mitzuteilen – in selbst erstellten Gifs, Videos oder anderen Formaten.

Anders als aktuell per Doppelklick müssen Nutzer aber nicht den Messenger verlassen, sondern werden über die eingebetteten App-Anwendungen direkt im sozialen Netzwerk gehalten. Facebook kopiert damit das Erfolgsrezept von Snapchat und dem chinesischen Messenger-Rivalen WeChat und räumt ein, dass die Zukunft der Kommunikation eben doch nicht in Posts für das Netzwerk liegt, sondern in intimeren Direktbotschaften zu ausgewählten Freunden oder Gruppen.

Unternehmen werden zu Freunden…

Dasselbe Prinzip greift auch bei einer zweiten Neuerung, die das Shopping-Vergnügen steigern soll. Eine Woche nach der Ankündigung, bargeldlose Überweisungen zwischen Freunden zu ermöglichen, rückt Facebook nun auch direkt an Unternehmen heran.

„Diese ganzen Rechnungen, die im E-Mail-Fach untergehen, werden mit dem Messenger übersichtlich“, lockt der frühere PayPal President David Marcus, der bei Facebook seit vergangenem Sommer die so wichtige Kommunikationszentrale des zweitwertvollsten Internetkonzerns hauptverantwortlich betreut.

…und Facebook-Videos einbettbar 

Der Clou dabei: Unternehmen werden zu Freunden, die direkt in den Messenger hinein Rechnungen schicken oder Fragen beantworten. Marcus demonstrierte anhand eines Chatverlaufs, wie der Zukauf eines T-Shirts mit dem Facebook-Daumen bestätigt wurde.

Und dann war da noch eine Ankündigung, die vor allem dem Erzrivalen Google gar nicht gefallen dürfte: Videos aus dem weltgrößten sozialen Netzwerk werden künftig mit einem Videoplayer von Facebook noch leichter einbettbar – etwa für die eigene Webseite oder Blog. Das neue Feature soll bereits im Tagesverlauf ausgerollt werden.

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