Studie: Nur Taxifahrer haben mehr Vertrauen eingebüßt als Journalisten

Der Beruf des Journalisten leidet unter Glaubwürdigkeitsverlust.
Der Beruf des Journalisten leidet unter Glaubwürdigkeitsverlust.

Publishing Angesichts dessen, dass der Vorwurf der "Lügenpresse" immer öfter erhoben wird, ist das Ergebnis der neuen Trusted Brands Studie wenig überraschend: Journalisten büßen an Glaubwürdigkeit ein – nur 26 Prozent der Deutschen schenken dem Berufsstand vertrauen. Am anerkanntesten bleiben Feuerwehrleute.

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92 Prozent der Deutschen vertrauen den Berufsrettern von der Feuerwehr. Werte, von denen Journalisten nur träumen können. Selbst vor zehn Jahren genossen Berichterstatter nicht mal das Vertrauen von jedem Zweiten. Seither sank das Ansehen innerhalb von fünf Jahren um 14 Prozent, bevor es sich kurzzeitig erholte.

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Journalisten liegen damit gleichauf mit Reiseveranstaltern und Gewerkschaftsführern. Schlechter gestellt ist es um Berufe wie Profifußballer, Politiker, Finanzberater, Autoverkäufer oder Callcenter-Angestellter.

Noch mehr Ansehen eingebüßt als der Journalist hat nur der Berufsstand der Taxifahrer: Ihnen vertraut zwar heute jeder Zweite, vor zehn Jahren waren es 65 Prozent der Deutschen (-16%). Auf Platz drei der Berufe, die in den vergangenen zehn Jahren an Ansehen eingebüßt haben, stehen die Piloten (-13%), die allerdings immer noch das Vertrauen von 82 Prozent der Bevölkerung genießen.

Die Trusted Brand Studie wird seit 2001 jedes Jahr erhoben und umfasst für 2015 15.822 Konsumenten zwischen 18 und 65 aus sieben Ländern. Für die Deutschland-Erhebung sind 6.232 Menschen befragt worden.

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Alle Kommentare

  1. Obwohl ich solchen Studien eher skeptisch bezgl. ihres Wahrheitsgehaltes gegenüberstehe, glaube ich in diesem Fall an das Ergebnis. Die journalistischen Ergüsse in den Mainstreammedien der letzten Jahren, die sich nur noch als einseitige Manipulation und Propaganda bezeichnen lassen, müssen im Grunde auch den letzten Leser an der Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit der Schreiber zweifeln lassen. Dass die Berichterstattung auch im Fernsehen alles andere als neutral ist, macht die Sache nicht besser. Ich sorge mich allerdings um die 26 Prozent der Menschen, die diesem Lügenjournslismus noch trauen. Ich hoffe, dass auch diese Gruppe bald aus der Matrix erwacht.

    1. Keine Sorge lieber Truther uns geht’s gut. Und jetzt husch husch ab in ihren Blog blaue-narzisse oder rt oder, oder, oder…

      Zur Studie: Piloten und Polizisten? 😀 Süß! Priester und Bundeswehroffiziere? Ja, ja so isser der Deutsche! Kaum sieht er eine Uniform, wirft er sich in den Staub oder hebt den Arm. Rühren!

      1. Geht’s eigentlich noch polemischer?
        Seit wann tragen Priester Uniform? Nach Ihrer merkwürdigen Weltsicht sind die Blaumänner von Handwerkern wohl auch Uniformen. Hilfe, ganz Deutschland trägt Uniform. *Facepalm*

      2. Ihr Kommentar spricht für das Niveau, mit dem die Medienkonsumenten für dumm verkauft werden sollen. Klappt halt nicht mehr. Mögen die Lügenblätter alle zugrunde gehen.

    2. So ist das richtig! Immer nur der Studie glauben die der eigenen Meinung entspricht und alle anderen als manipuliert darstellen. Schließlich haben wir ja Alle die Wahrheit für uns selbst gepachtet. So funktioniert Meinungsfreiheit!

      1. Schauen Sie sich die Spiegel-Bestseller Liste an.
        Ulfkotte´s Buch „Gekaufte Journalisten“ ist seit Monaten unter den Top 5 . Winsniewski und Gabriele Krone Schmalz ebenfalls. Tja, Marc, die Menschen lassen sich nicht ewig für dumm verkaufen.

      2. Das ist ihr Beweis? Ulfkotte in den Bestseller Listen? Da war Modern Talking auch!

        Haben sie sich mit den Behauptungen von Ulfkotte mal beschäftigt?
        Der Mann ist hochgradig wahnsinnig. Niggemeier hat sich mit nur wenigen Aussagen dieses „Buchs“ beschäftigt und ich hab diesen schinken sogar zuhause. Eine Aneinanderreihung von Sch****. Manche Dinge wie zB. „darüber wurde mal wieder nicht berichtet“ lassen sich teilweise durch 2 minütiges Googeln widerlegen.

      3. Also wenn man sich die Studie anguckt ist das Vertrauen insgesamt gesunken, was meiner Meinung nach das einzige Problem ist. Einige der Berufe halt mehr als andere, bzw. waren sowieso schon nicht sehr weit oben. Und das obwohl die Welt von Jahr zu Jahr ein besserer Ort wird in so vielen Aspekten, doch das bekommt man gar nicht mit, da einem von allen Seiten die Boshaftigkeit der Menschen entgegen geworfen wird.

        Was anderes: Wie kann ein Berufstand wie z.B. Finanzberater überhaut existieren wenn nur jeder 10 diesem Vertraut? Meine Theorie ist ja, das jeder 10. zu einem geht und „Reich“ wird, die restlichen 9 sagen die gehören zum Bösen Finanzkapitalismus der nur den Armen das Geld wegnimmt und es den Reichen gibt. Ich mein warum holt man sich einen Anwalt wenn man vor Gericht steht? Weil Mr. Normalsterblicher verdammt nochmal keine Ahnung hat! Und ich muss dem Anwalt da einfach vertrauen das er mich rausboxt – Vertrauen ist wichtig in unserer Gesellschaft in allen Aspekten und es erschüttert mich das alle hinter allem nur eine Hinterhältige Finanzindustrie sehen. Natürlich bin ich für mehr Transparents, besonders bei Banken, aber es gibt, jedenfalls hier in Deutschland, viele Kontrollgremien die sich gegenseitig überwachen das auch niemand schindluder Treibt. Das ist teil unserer Demokratie. Vertrauen ist Gut, Kontrolle ist besser. Problem: der Mensch interessiert sich nicht dafür was irgendein geheimnisvolles Gremium erzählt, die sind ja eh von Lobbys gekauft, vergessen aber das es zu jeder Lobby eine ebenso starke Dagegenlobby gibt.
        Passt jetzt nicht ganz aber ich hoffe das ist halb so schlimm, musste mal raus.

  2. Zum Glück steht ja im Internet die GANZE Wahrheit. Da kann sich jeder seine eigene heraussuchen und weiter auf den Journalismus schimpfen – der ja auch von seinen Quellen lebt.

    Allerdings zeigt der in dieser Studie dargestellte Abwärtstrend, wie wichtig es ist, Quellen gegenzuprüfen. Doch dafür lassen die mickrigen Honorare kaum Spielraum. Denn leider dürfen Zeitungen ja auch nicht mehr als ein Apfel und ein Ei kosten.

    Erweisen sich die Nachrichten dann als falsch oder unvollständig recherchiert, sinkt der Wert, den Leser dafür zu geben bereit sind. Eine Spirale, die sich wohl nur schwer auflösen lässt.

    Vielleicht hilft ja die Erkenntnis, dass ein einzelner Bericht auch immer nur einzelne Aspekte eines Themas abhandeln kann. Wer die seinen Aspekte vermisst, weiß dann ja, was er tun kann: selber journalistisch tätig werden!

  3. Das Problem ist in der die Meinung. Ich glaube, es war die Henri-Nannen-Journalistenschule, wo jemand auf die irrwitzige Idee gekommen ist, Journalismus braucht einen „Standpunkt“. Damit wird Berichterstattung zur Meinungsmache. Wenn man aus all dem Journalismusgeschreibsel die Meinung und den Standpunkt rausstreichen würde, hätte man viel Platz für mehr Fakten. Das ist den jüngeren Kollegen aber ausgetrieben worden. Sie sollen lieber Fakten weglassen und dafür ihre Meinung äußern. Und je ferner vom politischen Mainstream diese Meinung ist, desto weniger Karriere. Wenn man weiß, wie nah der gute Nannten mal früher am Stürmer war, wird auch klar, woher das kommt. Also, liebe Kollegen lasst die Meinung weg und berichtet Fakten. Auch wenn sie widersprüchlich sind. Eine Meinung sollen sich nämlich nur eure Kunden bilden.

  4. Methodisch ganz astrein scheint diese „Studie“ nicht zu sein. So berechtigt es ist, Feuerwehrleuten oder Ärzten Vertrauen zu schenken – sie können im Ernstfall Leben retten oder eben nicht -, so fragwürdig ist es bei anderen Berufsgruppen. Vertrauen in Gewerkschaftsführer? Mal abgesehen davon, dass dies eine sehr kleine Gruppe ist, kann sich Vertrauen bzw. Misstrauen in diesem Fall doch eigentlich nur auf Gewerkschaftsmitglieder beziehen. Kann ich meinem Gewerkschaftsvorsitzenden vertrauen, dass er die Interessen der Mitglieder auch wirklich vertritt? Aber wahrscheinlich kommt hier nur die Wut über den GDL-Streik zum Ausdruck.

    1. Gehirn mal einschalten zur Abwechslung!
      In den USA, wie auch inzwischen immer mehr hier, sind es die Gerwerkschaftsbonzen denen man nicht mehr vertraut. Mitglieder sind keine Bonzen, sondern Schafe. Ich selbst würde nie in eine Gewerkschaft eintreten.

      Hätte ich einen Freund der Journalist wäre, wäre die Freundschaft jedenfalls sehr schnell zu Ende.

      1. „Hätte ich einen Freund der Journalist wäre, wäre die Freundschaft jedenfalls sehr schnell zu Ende.“

        Das ist die undifferenzierteste Aussage, die man zu diesem Thema treffen kann. Noch demaskierender als die Aussage zu Studien von „schrottpresse“.

      2. Da verwechselt wohl eine Stimmungsmache mit Journalismus.

        Was beim Vertrauensverlust auffällt: fallen da eigentlich gar keine Namen, wer im Einzelnen das Vertrauen der Leser, Zuhörer verletzt?

        Und nur zur Vorbeuge: Medien sind auch nicht mit Journalismus gleichzusetzen.

  5. Was bewegt Menschen wie Andy und Marc eigentlich?

    Ist es so schlimm, Medien Fehler/Lügen/Propaganda vorzuwerfen? Ist das nicht ein wichtiger Check in unserer Demokratie?

    Die Beleidigungen sollten sie sich sparen.

  6. Bin selbst Journalist. Die Studie ist wohl bestenfalls, wenn überhaupt, für Deutsche zutreffend, die gerade mal die Grundschule absolviert haben. In der Schweiz jedenfalls wird mein Beruf sehr hoch geschätzt.

    1. Ob Sie sich da nicht etwas einreden?
      Oder wird in den Schweizer Medien nicht gegen Russland gehetzt?
      Haben die Schweizer Medien etwa nicht den Irak Krieg mit angefeuert?

    2. So ein Schwachsinn. Auch die Schweizer glauben ihren Schuris schon lange nicht mehr.
      „Das einzig wahre in der Zeitung sind die Börsenkurse und die Sportresultate.“

      liebe Grüsse aus der Schweiz – von einem Schweizer (Akademiker, wenns denn sein muss)

  7. Warum es keine Erklärung für den Vertrauensverlust von Taxifahrern gibt, hängt ganz eng mit dem Vertrauensverlust der Journalisten zusammen. Keiner traut sich zu schreiben, dass man heute in ein Taxi steigt, dessen Fahrer kaum deutsch spricht, und denkt der Kunde wäre nur zum abmelken da und dies auch dauernd versucht. Diese Erklärung ist nicht pc und darf um Gottes Willen nicht veröffentlicht werden. Schade das Uber verboten wurde. Kommt aber alles wieder. Dann haben wir hoffentlich bald keine Taxifahrer mehr. Die werden Journalisten.

  8. Rechnen mit und interpretieren von Zahlen und Statistiken, das können Jornalisten anscheinend nicht. Der plumpe Vergleich mit den Taxifahrern zeigt das. Bei den Taxifahrern sind verglichen mit dem letzten Jahr noch ca. 86% der Meinung man könne ihenen trauen. Bei den Jornalisten sind es nur noch 84%. Auch wenn die Prozetpunkte nicht so stark fielen muß man doch die prozentuale Gesamtsummenabnahme als Basis zu Beurteilung hernehmen. Wenn doch eh nur wenig da ist aslo zum beisiel 10% und im nächsten Jahr sind es 5% dann hat sich das Vertrauen halbiert und nicht um 5% abgenommen. So wie Krankenkassenbeiträge auch nicht um 1% sondern um einen Prozentpunt steigen. Die Erhöhung von 15% auf 16% führt dazu dass 6,7% mehr bezahlt werden müssen. Womöglich kommt das sinkend Vertrauen daher, dass diese Jornalistenzunft diese Lügereien einfach übernimmt und so die Menschen im Sinn der Volksausbeuter (alle Politiker) belügt.

  9. Wie kann ich einem Berufsstand Vertrauen schenken, der nicht mal das 1×1 der Rechtschreibung beherrscht, denn (…) nur 26 Prozent der Deutschen schenken dem Berufsstand vertrauen (4. Zeile Einleitung).

  10. Den Vertrauensverlust in Taxifahrer kann man womöglich erklären, Journalisten werden darüber nicht schreiben wollen. Zu viele Ausländer unter den Taxifahrern.

    Finden Sie Europa gut? 82 % antworteten offenbar mit ja. Putin mißtrauten demnach 65%. Da mag sich dann kaum noch jemand dagegenstellen, denn die Mehrheit folgt unterschwellig einer vermuteten Mehrheit. Dies ist die wohlbekannt fatale Macht der Meinungsumfrage und jener, die sich dieses Instrument unter den Nagel reißen können.

    Kein Journalist untersucht diese durch die große Politik mißbrauchten Mechanismen, hinterfragt eine potentielle Abhängigkeit solcher Meinungsumfragen.

    Damit wäre die Demokratie weg vom Fenster.

    Die Machtverhältnisse in einer Demokratie hätten sich dadurch umgekehrt, dem Souverän hätte man einen Ring durchs Gehirn gezogen.

    Medien und Meinungsumfrage, das sind die Werkzeuge, mit denen man eine Demokratie entkernen kann.

    Man erträgt, daß einem Quatsch erzählt wird weil man weiß, wieviel Quatsch man selber erzählt. Mittlerweile werden jedoch Lügen aufgetischt. Das ist eine andere Qualität.

    Insoweit zeigt diese Studie nicht das volle Bild. Der Taxifahrer verliert lediglich an Vertrauen, aber er gewinnt deswegen nicht an Verachtung.

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