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Apple rückt in den Dow Jones auf: Ritterschlag oder Warnsignal?

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Die Stahlkraft schwindet: was wird das nächste große Ding aus Cupertino? (c) Apple

Überfällige Auszeichnung für den wertvollsten Konzern der Welt: In der nächsten Woche wird Apple erstmals in den 34 Jahren, in denen die Aktien des Techpioniers an der Wall Street gehandelt werden, im Eliteindex Dow Jones gelistet. Bedeutet der Ritterschlag weiteres Kurspotenzial, weil Fondsmanager den Index nachbilden müssen? Mahnende Stimmen verweisen auf den gegenteiligen Effekt: Die Aufnahme in das wichtigste Börsenbarometer der Welt bekam Index-Neulingen selten gut.

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Endlich: Kurz vor dem 39-jährigen Geburtstag wurde Computer-Pionier Apple nun in den US-Prestige-Index aufgenommen – den Dow Jones Industrial Average, der die dreißig wichtigsten Unternehmen der USA umfasst.

Dass Apple als mit weitem Abstand wertvollster Konzern nicht längst im Dow Jones gelistet wurde, liegt an den eigentümlichen Regularien des US-Blue-Chip-Index, der 1884 von Charles Dow und Edward Jones, den Gründern des Wall Street Journals, mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, die Börsenentwicklung der wichtigsten US-Unternehmen abzubilden.

Aktiensplit macht Dow Jones-Aufstieg möglich 

Das jedoch nicht strikt nach dem Börsenwert: Der Dow Jones ist ein Kursindex, der entsprechend der Notierung des Aktienkurses gewichtet ist. Apples enormer Erfolg der vergangenen Jahre – die Aktie legte von 2009 bis heute etwa um 1.000 Prozent zu – wurde dem iPhone-Hersteller regelrecht zum Verhängnis: Bis zum Aktiensplit im vergangenen Juni notierte die Apple-Aktie bei 600 Dollar und hätte damit eine viel zu große Gewichtung im Dow Jones eingenommen.

Mit der optischen Verbilligung im Verhältnis 1:7 wurde die Apple-Aktie dann aber plötzlich ein Thema. Bei derzeit 127 Dollar stellt Apple hinter Boeing, IBM, 3M, Goldman Sachs und aktuell noch Visa nur die „fünftteuerste“ Aktie des Auswahlindex – der Kreditkartenanbieter kündigte jedoch einen Split im Verhältnis 1:4 an.

Apple ersetzt AT&T

Effektiv wird der Aufstieg in den Bluechip-Index am 18. März nach Handelsschluss: Apple ersetzt dann in einem symbolischen Schritt das älteste Telekom-Unternehmen der USA, das 2007 als erster Provider weltweit das erste iPhone vertrieb – AT&T.

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„Apple ist die erste Wahl für den Dow Jones Industrial Average“, erklärte David M. Blitzer, Vorsitzender des Index-Komitees. „Wir fügen eine Aktie nur hinzu, wenn das Unternehmen einen ausgezeichneten Ruf und nachhaltiges Wachstum besitzt sowie von Interesse für eine Vielzahl von Investoren ist“, wurde die Aufnahme des Kultkonzerns aus Cupertino begründet.

Vermögensverwalter, die Index-Fonds betreiben, müssen in den kommenden Handelstagen entsprechend Apple-Aktien kaufen, um die neue Index-Zusammensetzung nachzubilden. Doch Apple-Aktionäre sollten sich nicht zu früh über einen vermeintlich positiven Effekt freuen: Zum einen ist die Apple-Aktie, von der am Freitag satte 73 Millionen Stück mit einem Volumen von 8,25 Milliarden Dollar gehandelt wurden, kaum durch vereinzelte Index-Käufe zu bewegen, zum anderen ist die Performance von Dow Jones-Neulingen wenig erbaulich.

Dow Jones-Aufnahme falscher Freund

So sehr das Listing im prestigeträchtigsten Index der Welt für Apple ein überfälliger Ritterschlag ist, so sehr könnte er andererseits auch das Ende einer Ära vorwegnehmen, mahnt etwa der Hedgefondsmanager Cody Willard, der seit 12 Jahren in Apple investiert ist, zuletzt aber Positionen reduzierte.

„Es gibt diese alte Hedgefonds-Theorie, dass man die Aktie kaufen sollte, die aus dem Index fliegt und die verkaufen sollte, die neu hinzukommt“, erklärt Willard. „Der Dow Jones hat eine Historie, Tech-Aktien aufzunehmen, die dann abstürzen. Microsoft und Intel haben in den folgenden zwei Jahren nach ihrem Listing etwa mehr als 50 Prozent verloren“, arbeitet Willard heraus.

Apple hat es indes fraglos selbst in der Hand, mit dem Trend zu brechen. Heute stellt der iPhone-Hersteller mit der Apple Watch schließlich ein Gadget vor, das der Geschäftsentwicklung in den kommenden Jahren eine zusätzliche Dynamik verschaffen soll.

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