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Werbung wird immer sexistischer: Werberat veröffentlicht Rügen-Bilanz 2014

Einige der 14 öffentlichen Rügen, des Werberats für 2014
Einige der 14 öffentlichen Rügen, des Werberats für 2014

Der Werberat hat seine Bilanz für das vergangene Jahr 2014 vorgelegt. Insgesamt wurden 14 öffentliche Rügen ausgesprochen, allesamt wegen sexistischer Werbung. Überhaupt ist die Zahl der Beschwerden wegen sexistischer Werbung deutlich angestiegen. 2013 registierte der Rat noch 154 Beschwerden wegen frauenverachtender Werbung, 2014 waren es 198.

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Seit Bestehen des Werberats, es gibt ihn seit 1972, seien die Beschwerden wegen der Diskriminierung und Herabwürdigung von Frauen zahlenmäßig führend. Für das Bilanzjahr 2014 wurde darum nun erstmals die Rubrik der geschlechterdiskriminierenden Werbung neu eingeführt. Der Werberat führt die Zunahme der Beschwerden hier auch auf die wachsende Sensibilisierung in der Bevölkerung zurück. Frauenquote und die Gleichstellung der Geschlechter seien gesellschaftliche Themen und würden in der Bevölkerung kontrovers diskutiert, so dass (fast) jede Abbildung einer Frau – auch in der Werbung – kritisch hinterfragt werde.

2014 prüfte der Werberat insgesamt 566 Werbemotive und -spots, das war ein Plus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Wir beobachten eine weiter zunehmende Sensibilisierung in der Bevölkerung und eine wachsende Bereitschaft, gegen als unzumutbar empfundene Werbung vorzugehen“, so Julia Busse, Geschäftsführerin des Werberats. In 111 Fällen oder knapp einem Drittel der Beschwerden (29 Prozent) schloss sich der Werberat der Kritik aus der Bevölkerung an. Bei 88 der 111 Beschwerdefälle konnte der Werberat bei den Unternehmen erreichen, dass sie ihre Werbung einstellten, in weiteren neun änderten die Unternehmen ihre Motive ab oder schnitten ihren Spot um.

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Die 14 öffentlichen Rügen drehen sich allesamt um sexuelle Herabwürdigung von Frauen und stammen ausnahmslos von eher kleineren Firmen. Auch für 2015 geht der Werberat davon aus, dass Geschlechterdiskriminierung die Beschwerdezahl anführen wird.

Übertreibungen, Provokation, das Spielen mit Klischees seien zulässige Stilmittel in allen Bereichen der Gesellschaft – auch in der Werbung. Hans-Henning Wiegmann, der Vorsitzende des Werberats:“„Wenn aber schutzwürdige Belange von Bürgern verletzt sind, wird der Deutsche Werberat auch in Zukunft den Beschwerdeführern zur Seite stehen und für einen Stopp der Werbung sorgen. Ebenso wird sich der Werberat bei überzogenen Protesten von Werbekritikern, zum Beispiel bei gesellschaftspolitischen Extrempositionen, schützend vor das von Kritik betroffene Unternehmen stellen.“

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