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„Time to say goodbye“: Kritiker-Legende Fritz J. Raddatz im Alter von 83 Jahren gestorben

Fritz J. Raddatz
Fritz J. Raddatz

Der bekannte Literaturkritiker und langjährige Feuilletonchef der Zeit, Fritz J. Raddatz, ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Raddatz hat neben seiner Tätigkeit als Journalist als  Universitätsdozent, Lektor, Übersetzer, Autor und Herausgeber gearbeitet.

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Raddatz begann seine Karriere als Lektor im Ostberliner Verlag Volk und Welt. 1958 siedelte er in die Bundesrepublik über und arbeitete als Cheflektor beim Kindler Verlag, 1960 wechselte er als Cheflektor und stellvertretender Verlagsleiter zu Rohwolt. Im Jahr 1977 ging er als Leiter des Feuilletons zur Wochenzeitung Die Zeit. 1985 hörte er als Feuilletonchef dort auf, blieb dem Blatt aber als Kulturkorrespondent erhalten. Neben seiner journalistischen Tätigkeit veröffentlichte viele Essays, Romane und Biografien. In seiner Zeit bei Rohwolt entdeckte er u.a. Autoren wie Walter Kempowski und Elfriede Jelinek.

Zuletzt schrieb Raddatz ab 2013 die Kolumne „Der Nörgler“ in der Tageszeitung Die Welt. In der Literaturbeilage der Welt verkündete er im September 2014 unter der Überschrift „Time to say goodbye“ auch seinen Rückzug vom Schreiben: “Diese Welt – in der ich mich durchaus noch kundig machen möchte – weicht von mir, gibt mir keine Kunde mehr; ich bin aus der Welt gefallen. Ihre Zeichen werden mehr und mehr zu Rätseln – unlösbar oft, abstoßend nicht selten, sind meiner Lebensart, meinem Habitus, meinem Geschmack ungemäß”

Fritz J. Raddatz galt als einer der wortmächtigsten und prägendsten Literaturkritiker Deutschlands.

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Hier ein Link zu einem Spiegel-Artikel über die Tagebücher von Fritz J. Raddatz:

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Alle Kommentare

  1. Als die Zeit noch Zeitung war, war Raddatz am Donnerstag ein Muss. Dieser glattgebürstete Seich von heute, ist dagegen nur noch zum abgewöhnen.
    Schade. Ein Gutes hat es, man geht mal wieder zum Bücherregal und schaut unter R, wie Raddatz nach.

  2. Die Meldung bewog mich, einmal mehr in „Fritz J. Raddatz – Die Tagebücher in Bildern“ zu blättern – ein schön gestalteter Band mit interessanten Texten, welchen der Rowohlt Verlag zum achtzigsten Geburtstag des unvergesslichen Autors und Kritikers herausgegeben und mir damals zugesandt hat. Das ist meine Art der Anteilnahme.

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