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WirtschaftsWoche erscheint künftig schon freitags und will weniger eurokritisch sein

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"Steingrau, staubgrau, mausgrau war schon viel Varianz. Da geht mehr.“ Mit klaren Worten distanziert sich die neue Chefredakteurin der WirtschaftsWoche, Miriam Meckel, im aktuellen Spiegel von ihrem Vorgänger Roland Tichy. Das Wirtschaftsblatt soll zudem künftig schon am Freitag statt am Montag erscheinen und weniger eurokritisch sein.

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Die WiWo will mit dem neuen Erscheinungstag den „Übergang von der Arbeitswoche in eine Wochenendatmosphäre“ besetzen, so Meckel. Ihren ersten Freitags-EVT hat die WiWo am 8. Mai. Damit soll gleichzeitig die Aktualität des Wirtschaftsmagazins erhöht werden, da zwischen Redaktionsschluss und Verkaufsstart kein Wochenende mehr liegt. Verschiedene Befragungen unter den Leserinnen und Lesern der WirtschaftsWoche hätten gezeigt, dass vor allem Samstag und Sonntag zur Lektüre des Magazins genutzt werden.

In einer Verlagsmitteilung wird Miriam Meckel mit den Worten zitiert:  „Wochenende ist Lesezeit. Deshalb liefern wir unseren Leserinnen und Lesern die aktuellsten Informationen und Hintergründe künftig bereits am Freitag – präzise, exklusiv und inspirierend. Unser Ziel ist es, Momentum und Relevanz der WirtschaftsWoche durch diesen Schritt zu steigern und neue Zielgruppen zu erschließen.“ Das digitale eMagazin sowie die WirtschaftsWoche App stehen ab Mai dann schon am Donnerstagabend in den jeweiligen Stores zum Download zur Verfügung.

Damit einher gehen soll auch eine thematische Öffnung des Heftes. Meckel: „Gleichzeitig wollen wir das Lesevergnügen durch eine größere Vielfalt an journalistischen Formaten, wie beispielsweise Reportagen und Porträts, erhöhen, kontroverse Debatten anregen und unseren Lesern nicht nur Lese- sondern auch Nachdenkstoff bieten.“

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Vom eurokritischen Kurs ihres Vorgängers Roland Tichy will sich Meckel verabschieden. Die Wiwo wolle kein „Anti-Europa-Blatt“ sein, heißt es im aktuellen Spiegel. Würde man infrage stellen, dass die deutsche Wirtschaft den Euro brauche, hieße das, „uns gegen die eigene Zielgruppe zu positionieren.“

Eine optische Überarbeitung kündigt Meckel ebenfalls an: „Die Wiwo stand in ihrer Bildsprache lange für grau melierte Herren in grau meliertem Anzug vor grau meliertem Hintergrund. Steingrau, staubgrau, mausgrau war schon viel Varianz. Da geht mehr.“

MEEDIA gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt.

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Alle Kommentare

  1. Ich kann meinen Vorschreibern nur zustimmen. Die WiWo hat unter Miriam Meckel massiv verloren. Die Editorials von Tichy waren brilliant. Meckel liefert roten Mainstream in einem gelben bis schwaren Blatt. Das kann nicht gut gehen.

    Entweder geht Meckel oder der Leser. Hat die Frau eigentlich jemals in einem echten Wirtschaftsunternehmen gearbeitet? Außer Arbeitgeber Land NRW und Arbeitgeber Land Schweiz – also dem Steuerzahler – findet man da nicht viel. Wirklich wirtschaftskompetent die Frau.

  2. Was war inhaltlich falsch am bisherigen eurokritischen Kurs der WiWo? Welche ökonomischen Erkenntnisse veranlassen Frau Meckel zur Kurskorrektur? Hat die gemeinsame Währung den Zusammenhalt der Mitglieder der Währungsunion verbessert? Geht es Griechen, Spaniern, Portugiesen, Iren, Franzosen, Italienern heute besser, weil sie den Euro haben? Sind Deutsche, Niederländer, Finnen, Österreicher heute bei den Südländern beliebter als vor dem Euro? Geht es den EU-Mitgliedern außerhalb der Euro-Zone heute schlechter als vor der Einführung des Euro? Ist das Vertrauen der Bürger in die EU durch den Euro gewachsen? Ist das Vertrauen der Bürger in die Verlässlichkeit und Vertragstreue der Politik durch den Euro gestärkt worden?
    Es gibt noch Dutzende weitere Fragen zum Thema, die Frau Deckel beantworten sollte, bevor sie einen Kurswechsel verkündet. Mit Wirtschaftskompetenz hat das alles nichts zu tun. Tichy war und ist ein herausragender Journalist. Frau Meckel hat keine Meriten.

    1. Dafür darf nun Herr Junker seine Propaganda verbreiten, die EU hat sicher auch gleich ein paar Anzeigen in der WiWo gebucht.

  3. Oh je, MEEDIA, sind das Deine Leser? Die einen Linksruck und Gleichschaltung der WiWo befürchten und „Lügenpresse“ schimpfen? Man kann sich seine Leser ja leider nicht aussuchen – und hoffen, dass diejenigen, die hier schreiben, eine Minderheit darstellen.
    AfD und Pegida-Freunde, bitte geht wieder dorthin, wo ihr hergekommen seid. Und nutzt bitte nicht mehr das Internet, es tut euch nicht gut.

    1. Freiheit ist immer die Freiheit der Andersdenken! Das stammt von Rosa Luxemburg werter links-intellektueller Meinungshegemonist oder sollten wir Meinungsdiktator sagen? Egal, der linke Marsch geht weiter.

  4. Na denn mal zu, Frau Meckel. Bin mit Tichy von Bord gegangen. Auch wenn`s chauvinistisch klingt: Sie sind ein Quotenweibchen, wärmen alte Ideen auf und werden das ehemals recht gute Blatt im restlichen Mainstream ertränken. Und also auch Teil der Lügenpresse werden. Das letzte Alleinstellungsmerkmal haben Sie ja schon geopfert. Von Intelligenz zeugt das alles (erwartungs-gemäß) nicht. Eher von 08/15. Arme Angestellte.

  5. Ja, Frau Meckel, zur substantiellen Printerfahrung ist anzumerken, Ihre Opeds bzw. Editorials in WiWo sind viel zu lang. Tip: Schrift, die eh sehr klein ist (Lesefreundlichkeit, schon mal gehört?) ein paar Punkte hochfahren und weniger von den abgeschabten Worthülsen hin und her bewegen. Frei nach Goethe Brei, den man breit tritt, der wird auch nicht besser. Eher unappetitlich. Und ihr überaus geschätzter Euro-kritischer Vorgänger hat schon sehr, sehr viel sehr richtig gemacht – und in diese großen Schuhe müssen selbst egomanische Bessermachen-Woller erst einmal hineinwachsen, vielleicht. Wenn ich intellektuell überfrachtete, oft am redlichen Journalismus vorbei schreibende Streamline-Presse lesen will, bräuchte ich nur die SZ aus dem Münchner Hultschiner Ländchen in die Hand nehmen. Nein, absolut nicht. Ist nicht das Geld wert.

  6. Linker Marsch! Keine Euro-Kritik mehr. Besser gleich den Griechen alles Geld. Und nicht vergessen noch mehr Steuer zahlen! Glückwunsch zur linken Strategie für ein Wirtschaftsblatt. Der sowjetische Revolutionsdichter Majakowski lässt grüßen Frau Meckel: „He, wer schreitet da rechts aus? Links, links, links!“ Jetzt will die Sozi-Chefin auch noch aktueller werden mit einem Redaktionsschluss am Dienstag für ein Blatt am Freitag! Tolle Verkausidee! Was kann der Mittelständler jetzt noch Lesen? Bitte ein neues Angebot fürs konservative Bürgertum. Die Marktlücke ist da. Die Wiwo marschiert jetzt auch nach links – gute Reise!

  7. Linker Marsch! Keine Euro-Kritik mehr – aha. Geb den Griechen alles Geld. Zahlt noch mehr Steuern. Tolle Einstellung für ein Wirtschaftsblatt. Der sowjetische Revolutionsdichter Majakowski lässt grüßen Frau Meckel: „He, wer schreitet da rechts aus? Links, links, links!“ Und aktueller will sie sein, die Sozi-Chefin – mit Redaktionsschluss am Dienstag für ein Heft am Freitag! Na dann gute Reise nach links! Mittelständler, was könnt ihr dann noch lesen? Notgedrungen das Handelsblatt – aber das ist auch kein richtiger Brüller mehr. Wer bietet dem konservativen Bürgertum noch Lesestoff an – bitte melden, denn die Marktlücke ist riesengroß!!!

  8. Europhil, Lesbe und Politbonzenhintergrund – also genau das was die WiWo braucht 😉

    Bald folgt dann Andrea Nahles

    1. Nahles kommt nur in im Klo Tageslicht ist.

      Und es einen eigenen Vorstand für Gender und Gedöns gibt.

    2. Haha. Würde passen, eine ARBEITSministerin, die ausweislich ihrer eigenen Biographie noch niemals in ihrem Leben produktiv gearbeitet hat, erklärt dann der Wirtschaft, was Arbeit ist.

      Schlimm nur, das ist kein Sarkasmus, das ist tatsächlich Realität.

  9. Die WiWo hat sich von der Auflage her in den vergangenen Jahren sehr gut gehalten und damit die allermeisten anderen Wochen-Magazine übertroffen. Dies lag sicherlich nicht daran, dass die Leser mit der Aufmachung, dem Inhalt und der Einstellung des Magazins unzufrieden waren.

    Anders als Tichy hat Frau Meckel keinerlei substanziellen Printerfahrungen. Die Behauptung, man wolle „kontroverse Debatten“ anregen, empfinde ich als Verunglimpfung der Intelligenz der Leser. Zu einer kontroversen Debatten gehört es, alle Seiten gleichermaßen zu Wort kommen zu lassen, damit der Leser sich ein möglichst objektives Bild machen kann. Aber gerade das wünscht Frau Meckel ja nach eigener Aussage nicht.

    Und was Kritik am Euro mit einer „Anti-Europa“-Einstellung zu tun hat, kann wohl selbst Frau Meckel nicht erklären.

    Anders als die Regierung, die sich Geld einfach von den Bürgern nimmt, muss eine Zeitschrift genügend Käufer finden, die freiwillig Geld geben. Wenn Frau Meckel einen Blick auf den Markt für Wochenblätter wirft, wird sie schnell feststellen, dass praktisch alle Wochenblätter in den vergangenen zehn Jahren gewaltige Auflageneinbrüche zu verzeichnen haben. Offenbar sind es die potentiellen Leser leid, immer denselben Brei vorgesetzt zu bekommen.

    Also liebe Frau Meckel, ich wünsche ihnen viel Erfolg mit ihrer Strategie. Glücklicherweise können ihre Leser sehr schnell mit ihrem Geldbeutel über sie abstimmen.

    1. >Die WiWo hat sich von der Auflage her in den vergangenen Jahren sehr gut gehalten

      Die IVW Zahlen sagen was anderes.

      Immerhin konsequent von Meckel, das Blatt nun zu 100% zum BDI Organ zu machen.

      1. Also verglichen mit anderen Wochenblättern (Spiegel, Focus, Stern, taz usw) war die Auflagenentwicklung mehr als gut.

      2. >Also verglichen mit anderen Wochenblättern (Spiegel, Focus, Stern, taz usw) war die Auflagenentwicklung mehr als gut.

        Nö – Sie müssen schon auf den Einzelverkauf gucken, alle anderen Zahlen können die Verlage leicht manipulieren.

  10. WiWo auf Linie gebracht. Eine Gleichschaltung findet aber nicht statt.

    Halbes Jahr, dann hat diese hervorragende Managerin den Laden auf FR-Niveau heruntergezogen und viele viele neue Fachkräfte auf den Arbeitsmarkt geworfen.

    WEITER SO!

    Der Oiro wird TAUUUUUUUSEND JAHRE BESTEHEN!!!!

    HEIL EUROPA! VORWÄRTS IMMER, RÜCKWÄRTS NIMMER

  11. Abschied von der Euro-Skepsis und mehr Pop in der Wirtschaftswoche. Dafür sorgt jetzt die frühere SPD-Regierungssprecherin in NRW, Miriam Meckel. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wird es freuen. Schließlich war der früher Pop-Beauftragter der SPD. Nur, welches Magazin lesen künftig neoliberale Volkswirte?

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