Anzeige

Die Entschuldigungs-Mail der Bunte-Chefin, der Krieg der Kolumnisten und ein stern für „Hubsie“

wochenrueckblick-2.jpg

Vergangene Woche hieß es Martenstein vs Niggemeier. Diese Woche in der Ultimate-Journo-Fighting Arena: Schupelius vs. Maroldt. Bunte-Chefin Patricia Riekel hat sich bei BamS-Chefin Marion Horn entschuldigt. Ex-Capital-Chef Brunowsky meckert über den Spiegel und ein besonderes Burda-Cover des stern - der MEEDIA-Wochenrückblick

Anzeige
Anzeige

Der frühere Capital-Chefredakteur Ralf-Dieter Brunowsky hat sich diese Woche als Spiegel-Meckerer profiliert. In seinem eigenen Blog und auf der Website von Ex-WiWo-Chefredakteur Roland Tichy lässt Brunowsky an der Titelgeschichte “Wohin mit dem Geld?” kein gutes Haar: “In dieser Titelgeschichte steht nichts, was wir nicht alle schon gelesen haben.” Die Story sei ein “ziemlich oberflächlich zusammengeschriebenen Beitrag.” Brunwosky stört sich augenscheinlich auch daran, dass der Autor der Geschichte Armin Mahler ist: “Man hat das Gefühl, Mahler wusste schon beim Schreiben, dass er wenig Erhellendes beitragen kann. Und dann noch ellenlange Werbe-Zeilen für Hermann-Josef Tenhagens neue Publikation, einem „Verbraucherportal“ namens „Finanztip“. Wäre früher echt tabu gewesen.” Mahler leitet beim Spiegel das Wirtschaftsressort und ist laut Brunowsky der “starke Mann in der Mitarbeiter-KG”. Mag sein, dass Mahler in der Lesart Brunowskys ein starker Mann ist. KG-Geschäftsführer beim Spiegel ist er schon seit 2013 nicht mehr. Damals verlor er seinen Posten in der Geschäftsführung der Mitarbeiter KG durch Los-Entscheid nach Stimmengleichheit an Marianne Wellershoff.

Was ist nur los in unserer heiß geliebten Branche? Drehen alle durch? Vergangene Woche keilte Zeit-Kolumnist Harald Martenstein öffentlich gegen seinen Kritiker Stefan Niggemeier. Diese Woche giftete B.Z.-Kolumnist gegen den Mail-Newsletter von Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt. Ist etwa der Krieg der Kolumnisten ausgebrochen?  Leute, haltet Eure Kolumnen sauber!  Für Hass und Häme unter Kollegen ist immer noch Twitter das offizielle Leitmedium.

In der Bild am Sonntag stand vergangene Woche eine interessante Story über den Bestechungsprozess gegen den Unternehmen Jürgen Harder, den Lebensgefährten der Ex-Schwimmerin Franziska van Almsick. Das Paar Harder/Almsick ist nicht nur für die BamS interessant, sondern auch für andere Medien, die sich den Irrungen und Wirrungen des Lebens der Reichen und Schönen widmen. Und so zimmerte Burdas Bunte diese Woche ihre Titelgeschichte über die Probleme des Promi-Paares Harder/Almsick (“Getrennte Wege”) unter besonderer Berücksichtigung der juristischen Probleme von Herrn Harder. Dumm nur, dass dieser Teil der Bunte-Titelstory in weiten Teilen aus der Bams abgeschrieben war.

Von Newsroom.de darauf angesprochen erklärte Bunte-Chefin Patricia Riekel, dass in der Hektik des Schlusstages “bedauerlicherweise der Hinweis auf das Zitat aus der BamS weggefallen“ sei. Danach hat Frau Riekel BamS-Chefredakteurin Marion Horn eine Mail geschrieben und sich entschuldigt. Ganz schön unangenehm.

Die große Gala zum 75. Geburtstag von Verleger Hubert Burda am Donnerstag war da gewiss angenehmer. Frau Riekel und Helmut Markwort waren selbstverständlich da. Ebenso Bild-Chef Kai Diekmann, Handelsblatt-Herausgeber Gabor Steingart, Ex-stern-Chef Dominik Wichmann, frisch aus Indien zurückgekehrt, Kaiser Franz Beckenbauer, Günther Netzer, Veronica Ferres, WDR-Intendant Tom Buhrow, ZDF-Intendant Thomas Bellut, Gruner+Jahr-Vorstandschefin Julia Jäkel und und und. Hier haben wir eine hübsche Bilder-Galerie vom Fest. Beim stern ließen sie ihre kreativen Muskeln spielen und entwarfen zu Ehren Burdas eine ganz spezielle Titelseite, die dem Verleger gerahmt überreicht wurde:

Bildschirmfoto 2015-02-13 um 15.23.02

Anzeige

Und jetzt zu etwas völlig anderem: Ebenfalls am Donnerstag ist in Deutschland “50 Shades of Grey” angelaufen, die mit Spannung erwartete Besteller-Verfilmung des allseits bekannten Hausfrauen-Pornos aus de Hause Bertelsmann. Angesichts der schlüpfrigen Thematik gingen mit manchen Medien die Gäule durch, andere liefen zu Hochform auf. Positiv erwähnt sei die sprachlich wunderbare Film-Besprechung von Anne Haeming bei Spiegel Online. Auf einen Hammer-Satz wie “Der kleine Eros möchte bitte in der Bettenabteilung abgeholt werden!” muss man erst einmal kommen. Die Bild steigerte sich dagegen derart in den Sadomaso-Rausch, dass eine Story des englischsprachigen Partner-Portals Ozy.com zum Thema Sadomaso auf Bild.de mit diesem Foto angepriesen wurde:

Bildschirmfoto 2015-02-12 um 16.31.28

Hierzu sei folgender Kommentar gestattet: What the Fuck!?

Damit Sie über das Wochenende jetzt nicht das Bild der Gummihandschuh-tragenden Domestos-Domina auf ihrem Testosteron-Stier mit Beißholz vor Augen haben, hier schnell noch ein faszinierender Bilder-Witz aus den unendlichen Weiten des Twitterversums. Für alle, die sich gefragt haben, an wen sie der griechische Finanzminister Giannis Varoufakis verdammt nochmal erinnert.

Live long and prosper!

Nachtrag: In einer ersten Version war zu lesen, Patricia Riekel habe sich telefonisch bei BamS-Chefin Marion Horn entschuldigt. Sie hat sich aber tatsächlich mit einer E-Mail entschuldigt. Die Passage wurde korrigiert.

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*