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Handelsblatt Global Edition: „Wir haben über hunderttausend bezahlte Abonnements“

Kevin O’Brien ist Chefredakteur der Handelsblatt Global Edition
Kevin O'Brien ist Chefredakteur der Handelsblatt Global Edition

Erste Wegmarke für das internationale Vorzeigeprojekt der Verlagsgruppe Handelsblatt. Am heutigen Montag um 12 Uhr erscheint die 111. Ausgabe der englischsprachigen Handelsblatt Global Edition. Zur Feier steht die aktuelle Ausgabe allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung. Im Interview mit MEEDIA erklärt Chefredakteur Kevin O'Brien, was er in den ersten 111 Tagen gelernt hat und was er in den nächsten 111 Tagen besser machen will.

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Zeit für eine erste Bilanz: Sind sie zufrieden mit den ersten 111 Ausgaben?
Wir sind sehr zufrieden. Die Resonanz ist sehr positiv. Zudem macht es richtig viel Spaß jeden Tag um 12 Uhr eine aktuelle Ausgabe des Handelsblattes rauszubringen.

Wie stark unterscheidet sich ihre Ausgabe um 12 Uhr zu der Kiosk-Version vom Morgen? Natürlich von der Sprache abgesehen.
Die Unterschiede sind tatsächlich erheblich. Wir übersetzten nicht einfach den Stand vom Vortag acht Uhr. Wir sind Realtime und deshalb natürlich viel aktueller. Wir liefern nicht die Greatest Hits vom gestrigen Handelsblatt.

Wie viele Leser haben Sie?
Wir haben mittlerweile über hunderttausend bezahlte Abonnements.

Wo kommen die alle her?
Es ist ein Business-to-Business-Angebot. Überwiegend von Dax und M-Dax-Unternehmen. Die kaufen Mengen-Abos für Tausende von Mitarbeitern.

Bedeuten diese über hunderttausend Abos, dass das Projekt schon rentabel arbeitet?
Wir sind ein Startup. Da ist es noch viel zu früh, etwas dazu zu sagen.

Wo kommen die meisten Leser her?
Halb und Halb. Die hälfte kommt aus Deutschland, die andere Hälfte von überall auf der Welt. Natürliche viele aus den USA und Kanada.

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Was interessiert diese internationale Leserschaft am meisten?
Sobald die aktuellen politischen Entwicklungen Einfluss auf die Wirtschaftslage haben, werden die ausländischen Leser besonders hellhörig. Das heißt: Im Moment interessieren sich die Leser stark für Griechenland und die Ukraine-Krise. Diese Leser schätzen unsere kritische Distanz und Einschätzung der politischen Lage.

Viele Inhalte kommen dabei aus ihrer Redaktion.
Rund ein Drittel. Immerhin sind wir hier in Berlin mittlerweile 25 Journalisten, die die internationale Ausgabe produzieren. Der Rest kommt vom Handelsblatt, der WirtschaftsWoche, vom Tagesspiegel und von der Zeit.

Was sind die wichtigsten Erkenntnisse der ersten hundert Tage?
Man muss sich ständig neu beweisen. Wir haben gelernt, noch klarer als im Print zu sein. Die Leser sind viel mehr auf dem Laufenden, als es die Journalisten meistens erwarten. Wir sollten weniger wiederholen. Die Leute suchen weniger Meinung, die gibt es überall im Web. Sie wollen klare und gute Fakten. Sie suchen die Einordnung, warum etwas wichtig ist. Dafür haben wir in jedem Artikel den Kasten. „Why it matters“.

Ist das ein Element, das es ins normale Handelsblatt schaffen könnte?
Ich hätte nichts dagegen. Die Leser wollen immer weniger Zeit verschwenden und gleich Tacheles reden. Wir Journalisten waren viel zu lange viel zu überheblich. Mittlerweile geht es nur noch um die Frage: Wer kann am intelligentesten einen klugen Kontext herstellen.

Ist es einfacher den Menschen die Welt auf Deutsch oder auf Englisch zu erklären?
Englisch ist knackiger, aber oft auch zu kurz. Das verzerrt die Meinung.

Was hoffen Sie für die nächsten hundert Tage?

Wir hoffen auf immer mehr Leser und immer mehr Aufmerksamkeit. Zudem wollen wir unbedingt unsere Video-Inhalte massiv ausbauen. Bewegtbild wird im Web einfach immer wichtiger.

MEEDIA gehört zur Verlagsgruppe Handelsblatt.

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