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„heute-show“ macht Linken-Politikerin fälschlicherweise zur AfD-Sympathisantin

© ZDF
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Darf Satire alles? Zumindest mit Blick auf die vergangene Sendung ist das Team um Oliver Welke übers Ziel hinausgeschossen. Ein Statement einer Linken-Politikerin für das "Nachtmagazin" der ARD wurde so zusammengeschnitten, dass es den Eindruck macht, als halte sie die AfD für die freundliche Version der NPD. Die "heute-show" hat mittlerweile reagiert.

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Für das „Nachtmagazin“ im Ersten hatte Marlena Schwiewer, in Görlitz jugendpolitische Sprecherin der Partei “Die Linke”, ein Interview zum Erfolg der AfD gegeben. Nach dem Grund gefragt, spricht Schiewer über die politische Haltung vieler Wähler in der Region, die rechts eingestellt sind, aber die NPD nicht mehr wählen wollen, weil diese „zu rechtsextrem“ sei. Deswegen wähle man jetzt die AfD. Zitat Schiewer: „Ich sag immer, das ist die NPD in freundlich.“

In der „heute-show“ hingegen entfällt in einem Beitrag über den Erfolg der AfD der erste Teil des Statements, der verdeutlicht, dass die Linken-Politikerin nicht über ihre eigene politische Einstellung spricht. Auf Facebook äußerte sich Schiewer kritisch gegenüber dem ZDF:

„Die Macher der Show erweckten den Eindruck, ich würde jetzt AfD wählen und hätte früher NPD gewählt. Dies ist eine Frechheit und widerspricht meinem bisherigen politischen Engagement für Flüchtlinge und gegen Rassismus.“

Fehlerhafte Kommunikation zwischen Sichter und Autor

Nachdem die Kritik an der Sendung im Netz publik geworden war, hat das ZDF noch am Samstag um 23 Uhr mit einer Stellungnahme reagiert. Darin heißt es:

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Der Redaktion der „heute-show“ ist für die ZDF-Sendung vom 6. Februar ein Recherchefehler unterlaufen.

In der Kommunikation zwischen Mitarbeitern der Sendung, die zahlreiche TV-Ausschnitte sichten, und den Autoren der Sendung ist für einen Filmbeitrag die entscheidende Information verloren gegangen, dass eine dort gezeigte Frau keineswegs ihre eigene Meinung äußert, sondern die Meinung anderer. Dadurch wurde sie fälschlicherweise als politisch rechts stehend dargestellt.

Moderator Oliver Welke hat sich nach Bekanntwerden des Fehlers umgehend mit der Frau in Verbindung gesetzt und sich entschuldigt. Die Redaktion wird in der kommenden Ausgabe der „heute-show“ am 13. Februar 2015 den Sachverhalt noch einmal aufgreifen und richtigstellen.

Nicht zum ersten Mal passiert

In der ZDF-Mediathek wurde die entsprechende Stelle mittlerweile korrigiert. Allerdings wirft der Vorfall Fragen darüber auf, wie gewissenhaft die mit dem Grimmepreis prämierte Satire-Sendung recherchiert. Schließlich ist das gesamte, nicht aus dem Zusammenhang gerissene Zitat der Linken-Politikerin, kaum länger als 30 Sekunden.

Zudem kommt es nicht zum ersten Mal vor, dass die „heute-show“ einem Zitatgeber die Worte in den Mund legt und durch den Schnitt einen falschen Eindruck erweckt. So geschehen auch bei einem Ausschnitt von Bundespräsident Joachim Gauck bei einer Rede zum Bankentag, wie „Walulis sieht fern“ aufgedeckt hat.

(via)

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Alle Kommentare

  1. Es bleibt festzuhalten: Die Panne war passiert, erklärte Welke, weil der Ausschnitt aus dem Gespräch mit Marlena Schiewer im digitalen Archiv in der verkürzten Form abgelegt worden sei. “ Wenn dies wirklich der Fall war, dann stellt sich wohl die Frage, warum der Ausschnitt verkürzt abgelegt wurde… Da fällt einem eigentlich nur eine plausible Erklärung ein. Dieser durchsichtige Versuch die AFD zu diffamieren ging wohl gründlich in die Hose. Auch die Aussage dass Wählerscharen von der NPD zur AfD gewandert, stimmt nicht. Die NPD hatte dort 2,9% erreicht, nachdem sie 2009 nicht angetreten war. Das ist übelste Diffamierung. Zur perfiden Meinungsmache der Heute Show kommen noch die Falschaussagen der Linken dazu. Letztendlich lässt sich nicht beweisen, ob dieser Clip nicht in Auftrag gegeben wurde um die AFD zu verleumden. Die AFD sollte sich vielleicht überlegen, eine Anzeige wegen übler Nachrede zu stellen. Eines ist sicher, die Sendung Heute Show hat sich bei den Wähler der AFD nicht entschuldigt und dies untermauert all ihre Verlogenheit. Auch früher ist die Sendung negativ aufgefallen, als ein Zitat aus einer Gauck-Rede ins Gegenteil verkehrt wurde (Sendung vom 11.04.2014)

  2. Die Leipzigerin Marlena Schiewer ist Jugendpolitische Sprecherin der Linkspartei in Görlitz und wird in der Heute Show als frühere Wählerin der NPD präsentiert die jetzt Anhängerin der AfD sei und von dieser Partei behaupte, sie sei die NDP in freundlich. Dieser durchsichtige Versuch die AFD zu diffamieren ging wohl gründlich in die Hose. Der Sendung nimmt man es ihr nicht ab, dass ihr ein Fehler unterlaufen sei. Letztendlich lässt sich nicht beweisen, ob dieser Clip nicht mit Absicht so geschnitten wurde um die AFD zu verleumden oder in Auftrag gegeben worden ist. Eines ist sicher, die Sendung Heute Show hat sich bei den Wähler der AFD nicht entschuldigt und dies untermauert all ihre Verlogenheit da es jetzt doch an Licht gekommen ist, dass die Leipzigerin Maren keine AFD Fan sei. Genauso gut könnte man die antidemokratische Antifa zu Wort kommen lassen um die NPD Wähler zu inszenieren. Der gleiche Stuhlgang nur mit einer anderen Farbe.

  3. „Sehr viele Medien und ein Großteil der Politiker verstehen sich als Verteidiger folgenden Konsenses: Linke Positionen sind gut, mittige Positionen auch; alles rechts der Mitte aber ist problematisch, weil es dann gleichsam einen unwiderstehlichen Sog hin zum „Rechtspopulismus“, Rechtsextremismus und Nazismus gibt. Was sich rechts der Mitte artikuliert, ist also vermutlich falsch und tendenziell feindlich; und was man klar rechts erkennt, das ist dann auch schon faschistisch.“ Und so werden PEGIDA und AfD von den Politikern und den Medien wie „eine Ausgeburt des schlechthin Bösen und rundherum Abzulehnenden“ dargestellt (Prof. Werner Patzelt). Pegida und AfD werden zu Freiwild erklärt. Dadurch erklären sich die (ungestraften) Übergriffe und Verleumdungen. Aber sind nicht PEGIDA und AfD das Ergebnis eines Versagens der Medien und der Politiker???
    Ein Reporter der „Heuteshow“ hatte sich bei einer PEGIDA-Demonstration als Reporter von „Russia today“ ausgegeben. Schon vergessen? Deshalb glaube ich an keinen Zufall bei der oben genannten Geschichte!
    Das ZDF ist ein staatsnaher Sender. Kurt Beck hatte unlängst zugegeben, wie Politiker massiv den Sender beeinflussen…

  4. Die Medien, insbesondere auch Tagesschau und Tagesthemen, sollten angesichts der (unberechtigten) Diskussion über die sog. Lügenpresse mit besonderer Aufmerksamkeit arbeiten, um nicht weitere Vorwände zu liefern. So etwas wie die gestellte Teilnahme der Politiker am Demonstrationszug in Paris darf nicht wieder vorkommen. Da hat man sich von der Tagesschau regelrecht verschaukelt gefühlt.

  5. Ich find es toll! Besser können die Mietmäuler sich doch gar nicht mehr lächerlich machen.

    Vor lauter neurotischem Zwang ihren Herrchen zu beweisen, der tugendhaftere Kampf gegen Rechts Gutmensch zu sein, fangen sie sich an selber zu zerfleischen.

    Wunderschön, wenn aus den üblich langweiligen, dümmlichen Verunglimpfungen angeblich widerlicher Rechtspopulisten derartige Eigentore werden, indem die dressierten Kläffer sich selbst beißen.
    Und wie schön die angeborene, linken Entsetzens- und Empörungsreflexe funktionieren. Pawlow hätte seine wahre Freude!

    Eine Frage an den Verfasser? Was ist an diesen Schmähungen abgehalfterter Comedians gegen Normaldenker eigentlich Satire?

    Und warum wäre es keine Lüge gewesen, wenn das jetzt keine hochheilige, sakrosankte Linke getroffen hätte?

    Während der Welke seinem Namen nur wie gewohnt alle Ehre macht, ist die künstliche Aufregung darüber, daß man nicht den vermeintlich „Rechten“ getroffen hat, die eigentliche Manipulation und Verlogenheit.

    Wäre die Person nämlich eine normale Bürgerin gewesen, hätte man es wahrscheinlich toll gefunden.

    Eine letzte Frage: Was hat die AfD als linke Systempartei eigentlich mit Rechts zu tun?

    Aha, nochmal Manipulation: Wider besseren Wissens eine linke Partei stoisch als rechts zu bezeichnen heißt einfach, daß man die Wähler mit Widerspruchsgeist damit genau in diese Richtung locken will, damit sie nicht wirklich rechts wählen, sondern sinnlos links.

    Gibt wohl nix mit echter Opposition in DE, solange jeder nur reflexartig nach links kotaut!

  6. „Recherchefehler“ – Wort des Jahres !

    Lügenmedien nehmen sich selbst auseinander, blinder Hass halt.

  7. Ein Glück dass das Wort Lügenpresse inzwischen von der Bundesschrifttumskammer verboten wurde.

    Auch schick, nach der Scheissaktion mit RT Deutsch bei PEGIDA und der AntiFa-Grütze von extra3 wieder ein Griff ins Klo, pardon INS BRAUNE …. die Fachkraft von RTL mal aussen vor.

    Mit jeder Woche die ins Land geht schmilzt die Restglaubwürdigkeit der Dressurelite. Ich bin betroffen und ein Stück weit traurig. Ein kleines.

  8. Wo ist das Problem? Irgendwelche „Jobber“ machen irgendetwas und verdrehen Zitate/Tatsache. Mach ja nichts, der großartige Herr Welke entschuldigt sich dafür. Das ist ja ganz großes Kino: „Entschuldigung, war ja nicht so gemeint. Aber, eigentlich ist das doch ganz prima, sie sind mal als „Provinzpolitiker ganz toll bekannt geworden…“ Dann wollen wir mal hoffen lieber Torsten Williamson-Fuchs, dass ihnen niemals derart verfälschte Zitate in den Mund gelegt werden. Für mich ein klarer Fall für:
    1. Eine Programmbeschwerde beim Indendanten
    2. Eine Beschwerde beim Deutschen Presserat
    3. Eine Gegendarstellung
    4. Eine Anzeige wegen übler Nachrede

    Langsam nervt nur einfach diese beliebige Nachlässigkeit in vielen Medien. Hauptsache eine Redaktion kann missliebige politische Meinungen bashen. Dumm nur, wenn ein ganz anderer Verein gebasht wird. Schlamperei bleibt Schlamperei und Gebühren kassieren die Öffis wahrlich genug.

    Als Zuschauer/Hörer und Zwangsgebührenzahler habe ich ein Recht auf Sorgfältigkeit. Das einige Private nur Schrott und Schund senden, so what. Aber ich fordere von meinen Gebührengeld korrekte Berichterstattung. Nur was bekomme ich regelmäßig: Selbstgefälligkeit, Alarmismus, Pseudokritik und/oder Hofberichterstattung.

  9. Das Problem ist, dass solche Sichter-Jobs von Billigkräften wie Studenten, Praktis etc. erledigt werden. Dann passieren eben solche Fehler, die bei Jon Stewart nicht passieren. Aber wo ist das Problem? Welke hat sich entschuldigt, diese Größe haben andere bei Fehlern nicht. Im Gegenzug hat die Görlitzer Provinzpolitikerin, die keine Sau kennt, eine Öffentlichkeit erhalten, die ihr sonst nie eingeräumt worden wäre. Und morgen wird eben die nächste Sau durchs Dorf getrieben und wir amüsieren uns zu Tode…

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