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AfD streitet mit NDR-„Panorama“ über gefakte Wahlkampfinterviews

Der Hamburger AfD-Spitzenkandidat Jörn Kruse
Der Hamburger AfD-Spitzenkandidat Jörn Kruse

Der NDR hat die Hamburger AfD augenscheinlich dabei erwischt, wie sich vor der NDR-Kamera Partei-Aktivisten als "interessierte Bürger" ausgaben. Die AfD widerspricht dem NDR nun in einer Stellungnahme. Der Sender bleibt bei seiner Darstellung.

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Die Bilder, die die NDR-Sendung „Panorama“ verbreitet hat, sprechen eine deutliche Sprache. Gefilmt wurde der Stand des Hamburger AfD-Spitzenkandidaten Jörn Kruse, der Flyer für die anstehende Bürgerschaftswahl in der Hansestadt verteilen wollte. Im Film wenden sich die vorbeieilenden Passanten reihenweise ab. Keiner will den AfD-Flyer annehmen. Schließlich zeigt der NDR, wie ein junger Mann, der sich schon vorher am AfD-Stand aufhielt, weggeht und sich beim Wiederkommen in ein Gespräch mit Kruse verwickeln lässt.

Wie der NDR MEEDIA mitteilte, handelte es sich bei dem jungen Mann um Maximilian Kneller, Beisitzer im Vorstand der Jugendorganisation der AfD. Auch bei einem zweiten „Bürgergespräch“ mit einem älteren Herrn handelte es sich laut NDR um einen AfD-Anhänger. AfD-Kandidat Kruse wurde vom NDR sogar zu dem gefakten Bürgergespräch mit dem AfD-Aktivisten Kneller befragt und gab dies vor laufender Kamera zu.

Die AfD hat dazu mittlerweile auf Facebook eine Stellungnahme veröffentlicht, in der sie mit dem Reiz-Wort „Lügenpresse“ kokettiert und versucht, den Eindruck der NDR-Bilder zu zerstreuen.

Tenor: Ein Kamerateam der AfD habe an dem Termin gleichzeitig für einen Wahlwerbespot der Partei gedreht:

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Die Idee, Gesprächsszenen abzudrehen, wie sie ohne Kamera dutzendfach an Infoständen vorkommen, entstand in direkter Gegenwart des NDR, zwei Meter entfernt. Bilder für unsere Kameras und für deren. Soweit war jedermann alles klar.

Der NDR weist diese Sichtweise zurück und schreibt auf seiner Internetseite, dass die Dreharbeiten für den AfD-Spot erst nach den NDR-Dreharbeiten stattgefunden hätten.

Die AfD schreibt:

Die Situation war an dem Tag anfangs, wie sie immer ist: Viele Bürger sind in Eile oder wollen mit Politik nichts zu tun haben. Andere nehmen Flyer und/oder diskutieren über Themen oder beklagen sich über „die Politik“. Als die Kameras des NDR da waren, haben sich noch mehr Bürger abgewendet, weil sie nicht gefilmt werden wollten.

Dem NDR-Reporter Ben Bolz wirft die AfD vor, durch Schnittechnik eine Petitesse aufgeblasen zu haben. Der NDR kontert:

Der Vorwurf, wir hätten Szenen eines „toten Wahlkampfes“ zusammengeschnitten ist absurd. Wir haben an diesem Morgen rund eine Stunde am Wahlkampfstand gedreht. In dieser Zeit führte Herr Kruse mit genau drei Bürgern kurze Gespräche. Die beiden besagten Aktivisten der AfD und eine ältere Frau, die Herrn Kruse allerdings nicht verstanden hat.

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Alle Kommentare

  1. Wir haben demokratische Wahlen, das ist gut so , gut ist auch das die Vorsitzenden hinterher befragt werden. Alle unparteiisch. Wo sendet die ARD eine Stellungnahme der AFD? Es steht den Sendern nicht zu parteiisch zu werden und keine Stellungnahme zu senden. Nein ich bin kein AFD Wähler nein auch wenn es niemanden was angeht bin ich SPD Wähler Sie haben hier nicht Millionen Wähler zu ignorieren und nicht zu berichten. Stand 19 Uhr

  2. Warum veröffentlicht der NDR bzw. Panorama nicht das gesamte Rohmaterial, das sie an diesem Tag gedreht haben. Darauf wären nämlich einige interessante Dinge festgehalten, die die Darstellung der Staatsjournalisten widerlegen. Es wurde ganz klar und offen besprochen, dass man jetzt eben Standhelfer als Laienschauspieler für den Wahlkampfspot einsetzte. Für diesen Spot war es ohnehin nicht geplant, normale Bürger zu nehmen, die zufällig da vorbei kommen. Das macht schließlich niemand so, schon weil die allermeisten Normalbürger nicht im Wahlkampf von welcher Partei auch immer mitwirken wollen.

  3. Hihi, das wird ja immer besser. Schade ist nur, dass selbst wenn der liebe Herr JA-Vorstandssprecher nicht Teil der Aktivisten am Stand war, ist es doch sehr fragwürdig wieso er sich denn als Junge-AfD Vorstandsmitglied über die AfD informieren muss und rein zufällig „nur etwas von ihr gehört“ haben will. 😉

  4. Das die Leute einen AfD-Wahlkampfstand meiden, wenn TV-Kameras darauf gerichtet sind, halte ich für verständlich. Das ist auch bei anderen Parteien nicht ungewöhnlich.

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