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Neonazis verbreiten Todesanzeigen für Journalisten

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Für Journalisten, die über die Dortmunder Neonazi-Szene berichten, wird es immer ungemütlicher: Im Internet wurden falsche Todesanzeigen mit den vollen Namen der Redakteure und Drohungen wie "Bald ist es Zeit zu gehen" veröffentlicht.

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Das Blog Die Ruhrbarone veröffentlichte die Anzeigen auf Ihrer Seite und schrieb dazu, dass neben zwei Journalisten ihres Blogs auch Kollegen der Ruhr Nachrichten und des Nordstadtblogs von den Drohungen betroffen seien. Dies Todesmeldungen seien via Twitter verbreitet worden.

Wie der NDR berichtet, vermutet die Dortmunder Polizei, dass die besonders provokative, aktive und aggressive Dortmunder Neonazi-Szene dahintersteckt. Neben den Journalisten und Bloggern haben außerdem Juso-Mitglieder sowie Mitarbeiter der Piratenpartei und der Linken die Drohbotschaften erhalten. Unterschrieben seien diese vom „Nationalen Widerstand“, eine seit 2012 verbotene rechtsextreme Organisation.

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Auch die mit den den Anzeigen verbundene Werbung für einen rechtsextremen Dortmunder Internet-Shop würde für die Urheberschaft der lokalen Neonazi-Szene sprechen. Der Versandhandel gehört nach Angaben der Ruhrbarone einem in Dortmund lebenden Mitglied der Nazi-Partei Die Rechte.

Update vom 04.02.2015 um 17.20 Uhr
Auf Vice.com äußerte sich einer der bedrohten Journalisten zu den Todesanzeigen:
„Als ich diese Drohungen gelesen habe, musste ich natürlich erstmal kurz schlucken. Mein zweiter Gedanke war allerdings: Ihr Pisser! Meint ihr wirklich ich schreibe jetzt weniger, oder freundlicher über euch?“, schreibt Felix Huesmann. Und fragt weiter: „Meint ihr, dieses anonyme Gepose im Internet schüchtert mich ein? (…) Die Nazis gehen mit diesen Morddrohungen tief unter die Gürtellinie. Vielleicht wird es also mal Zeit, den Blick umzulenken: Auf den Alkoholismus der bekanntesten Dortmunder Nazi-Größe zum Beispiel. Oder auf den offensichtlichen Heroinkonsum von genau den Nazis, die bei Aufmärschen in Dortmund in der ersten Reihe mitmarschieren und gegen ‚Drogenkioske‘ demonstrieren.“ Die Liste der Peinlichkeiten in den Reihen der Dortmunder Rechten sei auf jeden Fall lang genug, so Huesmann und kommt zu dem Schluss: „Totgesagte Journalisten schreiben noch wütendere Artikel!“

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