Anzeige

„Geschlechtsneutrale Dienstkleidung“: die humorige Spiegel-Kritik von ProQuote

Der-Spiegel.jpg

"Als erste Medien in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland werden Der Spiegel und Spiegel Online geschlechtsneutrale Dienstkleidung für alle journalistischen Mitarbeiter einführen", verkündet die Spiegel-Mitarbeiter KG angeblich am Sonntag. Durch die einheitliche Kleidung, Projektname Spurka, würden alle Mitarbeiter gleich gestellt. Die Pseudo-Nachricht und die dazugehörige angebliche Website der Mitarbeiter KG stammen vermutlich von der Gleichstellungsinitiative ProQuote.

Anzeige
Anzeige

Der Spiegel und Spiegel Online wollen ab sofort geschlechtsneutrale Arbeitskleidung einführen, Hintergrund sei der weiterhin eklatante Frauenmangel in den Führungspositionen beider Reaktionen, heißt es in einem Statement auf einer extra eingerichteten Webseite. Die von dem dänischen Nachwuchsdesigner H.C. Andersen (Ja, so wie der Märchen-Erzähler) für den Spiegel-Verlag gestalteten Entwürfe seien online ab sofort einsehbar. Bis zum 5. Februar können Mitarbeiter und Leser entscheiden, in welchem Anzug sie künftig die „journalistische Elite des Landes“ sehen möchten. „Alle Modelle garantieren einen neutralen Look. Primäre wie sekundäre Geschlechtsmerkmale werden durch seidig-schwingende Stoffe und harmonische Farbgebung überspielt“, wird der angebliche Designer zitiert.

Doch damit nicht genug: „In einem nächsten Schritt zur Gleichstellung werden ab Herbst alle Artikel nur noch mit dem Nachnamen gezeichnet. Mit der Einführung der Dienstkleidung fallen im Haus auch Anreden wie ‚Herr‘ und ‚Frau‘ ersatzlos weg“, heißt es weiter.

Anzeige

Mit der lustig gemeinten Meldung will die Gleichstellungsinitiative ProQuote offenbar ihrer Forderung nach mehr Frauen in den Chefetagen von Spiegel und Spiegel Online neuen Nachdruck verleihen. Immer wieder betonte die Journalisteninitiative, dass Frauen bei der Besetzung der Chefredaktion berücksichtigt werden sollten – bislang ohne Erfolg, wie der Antritt der neuen Doppelspitze Brinkbäumer und Harms zeigte.

Die Initiative drehte die Falschmeldung noch weiter und verschickte eine ebenso wenig ernst gemeinte Pressemitteilung: „Geschlechtsneutrale Kleidung für Führungskräfte ist nie und nimmer Katalysator für Karrieren von Frauen, sondern ein langfristiger Vertuschungsversuch“, heißt es darin. Für ProQuote-Vorständin Kathrin Buchner besteht kein Zweifel: „Das ist das letzte Mittel gegen eigentlich anstehenden weiblichen Machtzuwachs im Haus.“ Außerdem warnt die Initiative die Mitarbeiter von Spiegel und Spiegel Online, die Arbeitskleider ungeprüft anzunehmen. Denn stelle der Arbeitgeber die Spurkas den Redakteuren und Redakteurinnen unentgeltlich zur Verfügung, laufen diese Gefahr, vom Fiskus wegen eines zu versteuernden geldwerten Vorteils auch noch zur Kasse gebeten zu werden (BFH, 11.04.2006 VI R 60/02 – u.a. Tragen exklusiver Kleidung der Geschäftsleitung).

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Das ist nicht lustig. So weit sind wir von solchen Ideen nicht weg – die „Quotenfrauen“ wollen sich im Gegensatz zu uns Kolleginnen, die Karriere und Leben mit offenem Visier, eigener Leistung und als Ergebnis eigener Anstrengung erreichen sicher so tarnen, dass man sie nicht als Quotenfrau später erkennen kann.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*