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DLD: Burdas Absage an das Verlegermodell im Digitalen

Hubert Burda (re.) im Gespräch mit Dominik Wichmann
Hubert Burda (re.) im Gespräch mit Dominik Wichmann

Es hat schon eine gewisse Tradition: Auf der eigenen Digital-Konferenz DLD befasst sich Verleger Hubert Burda gerne pessimistisch mit der Zukunft der traditionellen Medienverlage und der Digitalisierung. Nach dem legendären "Lousy Pennies"-Zitat vor sechs Jahren, legte Burda am gestrigen Sonntag nach und erklärte, dass – zumindest seiner Meinung nach – das alte Verlagsmodell Online nicht mehr funktionieren würde.

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Diese These entwickelte Burda im Gespräch mit dem Ex-stern-Chefredakteur Dominik Wichmann. Der Journalist befragte den Verleger zu seinem neuen Buch „Notizen zur digitalen Revolution“.

Eine der Kernthesen von Burda: „Die digitale Revolution hat eine enorme Kraft“. Im Guten, wie im Schlechten. So schafft und vernichtet sie Arbeitsplätze. Wobei sie – seiner Einschätzung nach mehr neue Jobs kreiert, als alte zerstört.

Dieser „enormen Kraft“ sind auch die meisten Verlage ausgesetzt. Denn für den Journalismus bedeutet die digitale Revolution einen gewaltigen Umbruch. „Wenn man früher eine Wochenzeitung aufschlug, gab es Hunderte von Anzeigen“, erinnert sich der Verleger in dem Gespräch: „Heute finden die Leute im Internet, was sie brauchen.“ Und das Kostenlos.

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Weiter erkärte der 74-Jährige: „Das alte Verlegermodell funktioniert nur im Print: Man muss herausfinden, für welche Dinge die Menschen im Internet Geld bezahlen wollen“.

Tatsächlich glaubt Burda nicht mehr an Paid-Content, aber auch schon nicht mehr an klassische Werbung. Bestes Zeugnis dafür ist sein legendärer Ausspruch vom DLD aus dem Jahr 2009, dass man als Verleger im Web nur „lousy Pennies“ verdienen könne.
Am Sonntag erklärte der 74-Jährige nun: „Man kann E-Paper von Zeitungen und Zeitschriften verkaufen, aber die Menschen werden über eine Paywall keine speziellen Inhalte erwerben.“

Diese Sichtweise dürfte vor allem den Springer-Managern nicht gefallen. Denn die Meinung des Münchner Verlegers verläuft damit diametral zu ihrer Strategie, die voll auf Qualitätsjournalismus und entsprechender Bezahlmodelle setzt.

Für die Zukunft der Medien sieht Burda einen erheblich stärkeren Einfluss von Hedgefonds. Diese werden immer mehr zu Verlegern, weil sie verstärkt in Medien-Companys investieren werden. Dies dürfte jedoch gar kein so schlechtes Zeichen sein. Immerhin wollen gerade diese Firmen Geld verdienen. In eine tote Branche würden sie deshalb niemals investieren.

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