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Deutsche Medienaktien 2014: Die Aktionäre zahlen drauf

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Spüren den Börsenblues: Mathias Döpfner und Anke Schäferkordt

Ein allerletzter Blick zurück: 2014 war ein durchwachsenes Börsenjahr. Für Besitzer von fast allen deutschen Medienaktien war es sogar ein verlustreiches – lediglich Deutschlands größter Zeitungsverlag, der sich immer mehr zum digitalen Medienkonzern wandelt, stemmte sich gegen den Trend.

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5. Constantin Medien: – 23% 

Das neue Jahr begann mit einer Sternstunde des alten: „Die Mannschaft“ verzückte Fußballfans am Freitag noch einmal mit den Erinnerungen an das WM-Jahr 2014. Für den Verleiher, die Constantin Medien AG, der die Fußball-Doku vorab im November  in die deutschen Kinos gebracht hatte, gab es dagegen im vergangenen Jahr wenig Grund zum Jubel.

Das Münchner Medienunternehmen mit großer Film-Tradition setzt den Löwenanteil indes mit Sport-Inhalten (Sport1) um – und zahlt doch drauf.  Im Gesamtjahr 2014 dürften wohl Verluste zwischen 7 und 9 Millionen Euro anfallen. Aktionäre reagierten zusehend enttäuscht und schickten die Constantin-Aktie 2014 um 23 Prozent nach unten.

4. Sky Deutschland  – 16 %

An der Börse ist es am Ende nicht anders als beim Fußball: Irgendwann reißt jede Serie mal. In den vergangenen zwei Jahren führte der Bezahl-TV-Anbieter die Liste der deutschen Medienaktien mit Zuwächsen von 85 bzw. gar 194 Prozent an. 2014 nun der Rückschlag: Bei Sky-Aktien ist die Luft dünn geworden.

Der Grund dafür ist schnell gefunden: Im Mai überraschte die britische Bezahlsendergruppe BSkyB, an der Rupert Murdoch zu 40 Prozent beteiligt ist, mit der Ankündigung, einen Übernahmeversuch von Sky Deutschland anzustreben. Ziel sei es, „eine Bezahlsender-Gruppe auf Weltniveau zu schaffen“.

Sky-Aktionären, die auf eine üppige Barabfindung hofften, blieb die Vorfreude indes im Halse stecken. Weil Murdoch bereits über 30 Prozent der Sky-Aktien besitzt, muss BSkyB bei seinem sogenannten Pflichtangebot lediglich den Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate bieten, der bei knapp 6,80 Euro und damit doch deutlich unter dem Mehrjahreshoch von 8 Euro lag.

Ende Juli dann die Gewissheit: Nur 6,75 Euro pro Aktie bot BSkyB den Sky Deustchland-Aktionären. Genau dort beendete das Papier dann auch das Börsenjahr 2014 – mit einem deutlichen Minus von 16 Prozent.

 3. RTL Group: –16 %

Auch nicht besser tendierte die RTL Group in ihrem zweiten Jahr an den deutschen Aktienmärkten. Schon zur Halbjahresbilanz zeichnete sich ein gemischtes Bild ab: RTL Deutschland liefert einmal mehr ein Rekord-Ergebnis ab, RTL Niederlande wächst – doch die Geschäfte in Frankreich und Ungarn sowie der FremantleMedia bereiten indes Sorgen.

Allein die unselige Werbesteuer der Orban-Regierung in Ungarn sorgte für einen Abschreibebedarf von immerhin 88 Millionen Euro in der Halbjahresbilanz. Die Folge: Die im November vorgelegten 9-Monatszahlen blieben nach jeder Lesart unter den Vorgaben des Vorjahres zurück: Die Umsätze gaben um zwei Prozent nach, der operative Gewinn (EBITDA) um 5 Prozent. Aktionäre zeigten sich indes zunehmend beunruhigt und schickten die RTL-Aktie 2014 um 16 Prozent nach unten.

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Der Grund: In punkto Wachstum scheint für die RTL Group so ziemlich das Ende der Fahnenstange erreicht. Erschließt die Gruppe nicht mit Macht neue Märkte (zu teuer, politisch oft schwierig), kann man froh sein, das erreichte, sehr hohe Niveau halbwegs zu halten. Die Fantasie des mit Abstand wichtigsten Umsatz- und Ergebnisbringers der Konzernmutter Bertelsmann scheint zunächst verflogen.

2. ProSiebenSat.1: – 3 %

Ebenfalls zum Underperformer entwickelte sich ein anderer Dauerläufer unter  den deutschen Medienaktien: Auch die ProSiebenSat.1 AG blieb mit einem kleinen Minus von 3 Prozent hinter dem Vergleichsindex MDax (+ 2 Prozent) und dem großen Bruder Dax (+3 Prozent) zurück.

Zumindest in Euro und Cent ist der Performance-Rückgang auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar. In den ersten neun Monaten des Jahres zogen sowohl die Umsätze als auch der bereinigte Konzernüberschuss nochmals um 8 Prozent an. „Wir sind in allen Segmenten profitabel gewachsen und streben ein neues Rekordjahr an“, kommentierte CEO Thomas Ebeling gewohnt selbstbewusst die jüngste Geschäftsentwicklung des dritten Quartals.

Interessanter Nebenaspekt: Das Digitalgeschäft entwickelt sich bei den Münchnern immer mehr zum Wachstumstreiber. Das unterstrichen zuletzt die Zahlen für das jüngste, dritte Quartal. Zusammen mit dem Segment Content Production & Global Sales beträgt dessen Anteil am Ergebnis bereits 31,4 Prozent.

Dass Anleger in den vergangenen zwölf Monaten abwartend agierten, dürfte nicht zuletzt an der enormen Kursentwicklung liegen, die die ProSiebenSat.1-Aktie in den vergangenen fünf Jahren hingelegt hat. 2009 noch ein Pennystock, werden aktuell Notierungen knapp unter 35 Euro gezahlt. ProSiebenSat.1 ist damit eine der unglaublichsten Turnaroundstorys der jüngeren Wirtschaftsgeschichte: Wer im Frühjahr 2009 10.000 Euro investierte, säße heute auf einem enormen Gewinn von 350.000 Euro…

1. Axel Springer: + 7 %

Wer hätte das zu Jahresbeginn gedacht: Die Axel Springer SE ist die deutsche Medienaktie des Jahres! Dabei gilt die Springer-Aktie als eines der konservativsten Investments im deutschen Mediensektor, das sich historisch in einer recht engen Handelsspanne bewegt – jn den vergangenen 12 Monaten wurden Notierungen von 40 Euro nicht unterschritten und Kurse von 50 Euro nur für zwei Wochen marginal überschritten.

Doch wenn alle anderen Medienaktien im roten Bereich notieren, reicht schon ein überschaubares Kursplus von sieben Prozent, das erst in den letzten Wochen des Börsenjahres 2014 zustande kam, zum Gesamtsieg. Springers Geschäftsentwicklung verlief 2014 weiter solide:  Der Konzernumsatz kletterte in den ersten neun Monaten um sieben Prozent, der operative Gewinn legte zum acht Prozent zu.

Noch mehr als bei ProSieben wird das Digitalgeschäft dabei immer mehr zum Wachstumstreiber. Bereits 52 Prozent des Umsatzes und fast 70 Prozent des operativen Gewinns werden mit Digital-Aktivitäten erwirtschaftet. Springer ist und bleibt Deutschlands digitales Muster-Medienhaus.

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