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Neujahrskur bei der SZ, große Pläne bei Spiegel Online

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Das neue Jahr ist keine fünf Tage alt, da werden allerorts fleißig Vorsätze in Taten umgewandelt: Die Süddeutsche Zeitung kündigt an, ihre Online- und Printredaktion zusammenzulegen, Spiegel Online gründet derweil eine Entwicklungsredaktion und spricht von großen Plänen.

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In einem Brief an die Abonnenten der Süddeutschen Zeitung kündigt der stellvertretende Chefredakteur Wolfgang Krach einen Umbau der Redaktions-Organisation an: „Wir sind dabei, aus zwei sehr unterschiedlichen Redaktionen (Print und Online), die bislang weitgehend getrennt gearbeitet haben, eine zu formen – und zwar so, dass dabei hoffentlich nichts verlorengeht, sondern etwas fruchtbares, kreatives Neues entsteht.“

„Guter Journalismus kostet Geld, ob auf Papier oder im Netz“

Wie dieser Umbau im Detail aussehen soll, erläutert Krach dabei nicht, betont aber, dass jeder Redakteur nach wie vor seinen eigenen Stärken und Interessen nachgehen wird. Gleichzeitig zeige das Zusammenwachsen bereits Lerneffekte: „Im Moment lernen viele Print- von den Online-Kollegen, wie schnell und originell man sein muss, um im Netz Aufmerksamkeit zu finden. Onliner lernen von Printlern unter anderem, dass Langsamkeit kein Mangel sein muss, sondern der Verständlichkeit, Genauigkeit und Lesbarkeit von Texten dienen kann.“

Die wohl wichtigste Veränderung für die Leser ist der angekündigte Umbau von Süddeutsche.de. Der Internetauftritt soll in Zukunft mehr Inhalte der Printausgabe, wie zum Beispiel die Seite-Drei-Reportage, bieten. Allerdings werden Nutzer diese nicht umsonst lesen können – sie verschwinden hinter einer Paywall. Auch insgesamt soll mehr von Süddeutsche.de kostenpflichtig werden, schreibt Krach. „Guter Journalismus kostet Geld, ob auf Papier oder im Netz. Ich hoffe, er ist es Ihnen dann auch im digitalen Zeitalter wert.“

Während in München umgebaut wird, gibt sich die Spiegel Online-Redaktion an Ericusspitze in Hamburg mysteriös. Florian Harms, stellvertretender Chefredakteur des Online-Portals kündigt über Twitter eine neue Entwicklungsredaktion und große Pläne unter dem Hashtag #SPONNeustart an.

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Die Mitglieder des neuen Teams – Frauke Lüpke-Narberhaus, Ole Reißmann und Rainer Leurs – kommen aus dem Haus und waren bislang als Redakteure in den Ressorts UniSpiegel, Panorama oder Netzwelt tätig.

Welche Pläne sie genau in Angriff nehmen, will Harms auf Anfrage von MEEDIA aber noch nicht verraten – es solle ja spannend bleiben. So viel aber: 2007 setzte Spiegel Online schon einmal eine Entwicklungsredaktion ein, damals war Harms selbst Mitglied des Teams. Sie startete die Online-Gemeinschaft einestages.de zum Thema Zeitgeschichte. Registrierte Nutzer können hier Texte, Bilder, Tondokumente und Videos beisteuern und mit anderen Nutzern über Inhalte diskutieren. Die Redaktion setzt die Themen und steuert eigene Recherchen und Beiträge bei. Auch der Tumblr Breaking News.23 Thesen, an dem unter anderem Ole Reißmann mitgearbeitet hat, könnte Aufschluss über zukünftige Pläne geben. In 23 Thesen fasst Reißmann gemeinsam mit den Journalisten Jessica Binsch und Hakan Tranvideri zusammen, wie die mediale Zukunft aussehen muss.

 

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Alle Kommentare

  1. Hallo Frau Wadhawan, bitte lernen Sie doch einmal den Unterschied zwischen umsonst und kostenlos, in Ihrem Fall vielleicht auch: umsonst oder vergeblich. . . , danke und ein gutes Neues, vielleicht mit einer Prise Sprachgenauigkeit.

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