Manipulationsverdacht: die merkwürdigen „Kritiken“ zum Til-Schweiger-Film „Honig im Kopf“

Til Schweigers Blockbuster „Honig im Kopf“
Til Schweigers Blockbuster "Honig im Kopf"

Publishing Til Schweigers neuer Film "Honig im Kopf", in dem neben Schweiger und seiner Tochter Dieter Hallervorden einen Demenzkranken spielt, ist an der Kinokasse ein Erfolg. Wie das Filmblog "Filmverliebt" berichtet, sind zu dem Film zahlreiche merkwürdige Bewertungen auf Film-Community-Portalen aufgetaucht, die den Verdacht nahelegen, dass es sich um Fake-Bewertungen handelt. Auf dem Bewertungsportal Moviepilopt tobt mittlerweile ein regelrechter Kommentar-Krieg zu "Honig im Kopf".

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Wie „Filmverliebt“ berichtet gibt es bei der Website Moviepilot.de auffällig viele Kritiken von Nutzern, die sich gerade erst angemeldet und nur eine Bewertung für „Honig im Kopf“ abgegeben haben. Teilweise wurde der Schweiger Film von den Einmal-Kommentierern auf Russisch oder in schlechtem Englisch kommentiert. Eigentlich ein deutliches Zeichen, dass es sich hierbei um bezahlte Fake-Kommentare handeln könnte.

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Fake-Kommentare sind ein bekanntes Phänomen. Meist sind sie daran erkennbar, dass sie von einer Person stammen, die sich erst kürzlich auf einem Bewertungsportal registriert hat und nur ein einziges Produkt überaus positiv bewerten. Ein markantes Beispiel für solche Bewertungen war die CD des ARD-Talkers Reinhold Beckmann bei Amazon.

Entsprechend hämisch werden die scheinbaren Fake-Bewertungen im Fall von „Honig im Kopf“ von anderen Nutzern kommentiert. Daneben gibt es aber auch Nutzer, die den Film offenbar tatsächlich gesehen haben und gut fanden und sich über die Anti-Stimmung gegen den Film aufregen. Die Filme von Til Schweiger polarisieren seit Jahren. An den Kinokassen sind die rührseligen Streifen erfolgreich, Kritiker verreißen sie meist.

Til Schweiger selbst ist mittlerweile dazu übergegangen, seine Filme nur noch äußerst spärlich vorab Medienvertretern zu zeigen. Aus seiner Verachtung gegenüber Filmkritikern macht er keinen Hehl. Aus Zorn darüber, dass seine sehr erfolgreiche Komödie „Keinohrhasen“ 2010 keinen Deutschen Filmpreis erhielt, wollte er sogar schon einmal einen eigenen Filmpreis gründen.

Für die Filmfirma sind Internet-Bewertungen wie bei Moviepilot durchaus relevant. Wer nach dem Titel des Films googelt, bekommt direkt auf der Ergebnisseite einen Durchschnitt von Nutzer-Bewertungen der einschlägigen Portale angezeigt. Für manche mag dies ein ausschlaggebendes Argument für oder gegen einen Kinobesuch sein.

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Alle Kommentare

  1. Mein Mann und ich waren gestern in dem Film Honig im Kopf. Wir sind neugierig und ohne eine andere Beurteilung gelesen zu haben dort hingegangen.
    Uns hat der Film sehr gut gefallen. Die Schauspieler vor allem Dieter Hallervorden und Emma Schweiger einfach grandios.
    Mit ernstem Hintergrund und doch kurzweilig, sehr amüsant gemacht, hätten wir von Til Schweiger gar nicht erwartet. Super Film, eine Auszeichnung wert.

    1. Du hast vergessen zu schreiben dass ihr „gelacht und geweint“ habt. Ich hoffe kannst das lesen, auch wenn es nicht auf russisch ist.

  2. Hmm, ob die Bewertungen wirklich gekauft wurden? Aber klar, ein Vorteil hätte man dadurch schon.

    Bisher waren es eher Facebook-Likes, jetzt geht es schon zu Filmbewertungen über

  3. … gutes Thema, gute Ansätze – dann vermurkst TS alles: durch seine miserable Schauspielerei, seinen unüberhörbaren Sprachfehler, durch Fäkalsprache, schlimmes Drehbuch, handwerkliche Mängel im Schnitt, kaum zu glaubende Begebenheiten (die aber lustig sein sollen) …

    1. der Film ist einerseits sehr schön, weil man wirklich lachen und auch weinen kann, andererseits muss ich vielen Recht geben. Vieles ist zu kitschig und unrealistisch. Niemals würde eine 11jährige so handeln und auch das mit den Nonnen etc., hätte gut weggelassen werden können. Man hatte das Gefühl, jeder bekannte deutsche Schauspieler sollte eine kleine Rolle bekommen, egal wie bekloppt sie ist. Die kleine Emma spielt einerseits ihre Rolle gut, müsste aber auch was an der Sprache machen, klingt zu abgehackt und abgelesen.
      Beste Leistung Didi Hallervorden, hätte nie gedacht, dass er so ein super Schauspieler ist.

  4. Ich finde den Film auch totale Scheisse, obwohl ich ihn nicht gesehen habe und nie sehen werde. Dafür hasse ich Didi Hallervorden zu sehr.

  5. Ich habe den Film gesehen und muss sagen Bravo Herr Hallervorden, fantastisch gespielt !!!!
    Es war eine Freude Sie in der Rolle zu sehen.
    Leider muss ich sagen das ich alles andere drumherum mehr wie unrealistisch fand. Das hat mit der Wirklichkeit rein gar nichts zu tun, warum spielen solche Sachen immer in diesem gehobenen Milleu ???
    Die Realität sieht ganz ganz aus ! Klar kann man einen Unterhaltungsfilm daraus machen. Ich bin jedenfalls aus dem Film raus und dachte naja kann man sehen muss man aber nicht. Von mir bekommt der Film nur wegen der guten Leistung von Herrn Hallervorden 3 Klappen.

  6. Meine erste analytische Reaktion nach dem Film bestand im Vorsatz, eine Initiative für ein Berufsverbot Till Schweigers zu gründen. Es schien mir einfach nicht länger hinnehmbar, dass in Zukunft weitere Steuergelder für ähnliche Schweiger-Filme verballert werden.

    Als zweiter Gedanke tauchte die Überlegung auf, dass bei 5 Millionen Besuchern die Förderung wieder zurückgezahlt wird; worauf ich in eine mittlere Depression verfiel ob des unterirdisch angesiedelten „filmischen Kunstverstandes“ der deutschen Kinogucker (siehe z.B. auch die Kommentare hier; wahrscheinlich ist es aber woanders in der Welt kaum besser). Oder ihrer leichten Manipulierbarkeit (die Verblödung durchs Fernsehen trägt Früchte)

    Ein paar sachliche Kritik-Punkte:

    – optisch eklig-glatte Werbeästhetik
    – T. Schweiger schauspielert gewohnt schlecht
    – seine Tochter Emma nur unwesentlich besser; es reicht halt nicht, immer nur ein hübsches Kindergesicht mit Grinse- oder Schmollmund in die Kamera zu halten.
    – Hallervorden bleibt letztendlich zu eindimensional
    – Dramaturgie (Spannungsbögen, Subplots, Zeit usw.): ungenügend, der Film ist außerdem deutlich zu lang
    – Hanebüchner Plot voller Klischees
    – uneinheitliche Behandlung der Figuren; teils sind sie als absurd überhöhte Karikaturen dargestellt (Schiegermutter, Liefersfigur) teils „lebensecht“.
    – gab es wenigstens einen wirklich guten Witz im Film? Ich kann mich nicht erinnern.
    – Sehr ärgerlich: die totale sexuelle Aufladung der Geschichte (obwohl Sexualität ja mit dem Thema Altersdemenz kaum etwas zu tun hat), und das auch noch auf eine so billige, vulgär-zotige Art und Weise, dass ich echt sprachlos war. Dagegen sind die Hollywood-Teeniekomödien, in denen es ja diesbezüglich auch deftig zugeht, echte Meisterwerke (Ich habe also nichts gegen ein paar gute Zoten…)
    Und das in einem Film, der als Familienfilm für Kinder ab 12 vermarktet wird – echt unglaublich!
    Wenn man bedenkt, dass Schweiger Produzent, Regisseur und Coautor ist, empfehle ich ihm dringend eine Therapie, um endlich seine Pubertät zu bewältigen.
    – Einziger Lichtblick: J.J. Liefers als durchgeknallter Werbefuzzi.

    Fazit: Nachdem ich bisher ein tendenziell eher wohlwollender Schweiger-Tolerierer war (Motto: belanglos, aber ungefährlich) fordere ich hiermit ein Berufsverbot mit der Auflage:
    1. eine Sexualtherapie zu machen,
    2. dazu einen Kurs im Bereich Filmisches Erzählen/Drehbuch.
    3. Auch ein Ethikkurs (Stichwort gefakte bzw. beauftragte Bewertungen) wäre sicherlich sinnvoll.

  7. Ich stimme meinem Vorredner zu 100% zu! Schweiger gehört weg. Seit Kokkowääh nervt dieser Mensch mit: Schwule sind super und voll normal eyh, Patchwork funzt super, Chaos ist schön, usw…. und dann….. Honig im Kopf. Seine Tochter kniet vor Hallervorden während der furzt, dann liegt sie mit ihm im Bett, dann grabscht Hallervorden Mädchen halbnackt am See an…bei Kokkowääh 2 hat er sie ja schon in Muslim-Manier verheiratet….was für ein A….l…. schafft diesen Menschen endlich ab!

  8. Ich (70)war mit meiner Frau(67) zusammen im Film
    Nach meiner Auffassung ist das ein ganz einfaches, oberflächlich gemachtes Filmchen das man in die Kategorie „einfachste, vor 20:00 Uhr laufende, zeitüberbrückende Seichtunterhaltung“ einreihen müsste.
    Die vollkommen unrealistische Darstellung des Demenzproblems wurde allein durch die schauspielerische Leistung des Herrn Hallervorden etwas überdeckt. Schade, dass eine entsprechende „Bewilligungsstelle für Filmförderungsgelder“ teure Steuergelder für solch einen Quatsch genehmigt hat.

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