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Sex sells auch beim Economist: wie die britische Wirtschaftszeitung Abonnenten ködert

No sex please, we’re British. Bei Abo-Werbung drückt der Economist aber ein Auge zu
No sex please, we're British. Bei Abo-Werbung drückt der Economist aber ein Auge zu

Der britische Economist gilt zurecht als Vorzeigemedium, was Seriösität und Qualität der Berichterstattung betrifft. Wenn es darum geht, online neue Abonnenten zu ködern, sind sich die Briten aber auch nicht zu fein, auf den ältesten Trick der Welt zurückzugreifen: Werbung mit Sex.

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Im Blog der Digital-Marketing-Agentur aimClear beschreibt Marty Weintraub, wie das funktioniert. So hat der Economist auf der Website von CNN Werbung geschaltet, die aussieht wie eine Umfrage. Gefragt wird: „Wieviel bezahlt ein durchschnittlicher Mann für Sex?“ Was aussieht wie eine Umfrage ist aber keine. Egal, welche Antwortmöglichkeit man anklickt (178$, 267$, 355$), man landet immer wieder auf der derselben Seite: Einem schon älteren Artikel aus dem Economist, in dem es darum geht, wie das Internet und Social Media das Berufsbild von Prostituierten verändert. Garniert mit reichlich Aufforderungen, ein Economist-Abo abzuschließen.

Der Prostitutions-Artikel erschien im Sommer in der Print-Ausgabe des Economist und auch online, war wie immer top-seriös, nicht zuletzt wegen des Themas aber wohl auch besonders populär bei Lesern online. Parallel hat der Economist in den vergangenen Jahren immer häufiger über Sex-Themen berichtet. Eine Google-Auswertung ergibt laut Weintraub, dass das Wort „Sex“  2012 dreimal in Economist-Überschriften auftauchte, 2013 14 mal und 2014 schon 32 mal.

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Das Locken von neuen Lesern mit Hilfe des Aufmerksamkeits-Triggers „Sex“ ist also auch für den Economist offenbar OK. No sex please, we’re British gilt nicht, wenn es um Abo-Werbung geht.

(via)

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