Anzeige

Schnibbens Büchner-Bashing remixed von Peter Hogenkamp

Dieses Foto zeigt weder Cordt Schnibben noch Peter Hogenkamp
Dieses Foto zeigt weder Cordt Schnibben noch Peter Hogenkamp

Ex-NZZ-Digitalchef Peter Hogenkamp hat den Anti-Büchner-Rant von Spiegel-Mann Cordt Schnippen dankenswerterweise noch einmal zusammengefasst. Herr Fichtner vom Spiegel ist sauer auf MEEDIA. Sky will deutsche Serien mit Peanuts-Money retten und Herr Rabe aus Gütersloh fliegt gerne Düsenjet. Dies und mehr in ihrem Wochenrückblick.

Anzeige
Anzeige

Thema der Woche, was war das noch gleich … ach ja: In Hamburg wurde wieder mal ein Chefredakteur rausgekegelt. Die große Chronik des angekündigten Rauswurfs von Spiegel-Chef Wolfgang Büchner fand diese Woche ihr Ende in einer floskelhaften Pressemitteilung (“Einvernehmen”). Aber mit dem Büchner-Rauswurf ist beim Spiegel natürlich nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen, Digitalkonzept. Kaum war Büchner zur Glastür raus, hat Digital-Scout Cordt Schnibben eine knallharte Abrechnung mit seinem Ex-Chef auf Facebook veröffentlicht. Und die bisher öffentlich eher zahmen Onliner mucken auf und fordern plötzlich – Shocking! – Gleichberechtigung. Der Spiegel wird nicht nur uns Medienfuzzis bei MEEDIA also noch eine ganze Weile beschäftigen. Auch wenn das Ullrich Fichtner gar nicht gefällt. He is “heading the Reportage Department of DER SPIEGEL” und Frenchfoodfool und was weiß ich noch alles. Und er ist sauer auf unseren kleinen Mediendienst. Aber lesen Sie bitte selbst:

Huhu, Herr Fichtner! Was wollen Sie damit so zart frankophil andeuten? Dass wir den Spiegel in Grund und Boden schreiben wollen, damit die spitzen Wochenzeitung Die Zeit, die über Ecken unser aller Gehalt bezahlt, endlich triumphieren kann? (Hier bitte satanisches Bösewichtlachen mit Hall dazudenken) Eine herrlich verrückte Idee! Wenn Sie mal ein Buch daraus machen wollen – ich hätte da einen Verlags-Vorschlag.

Wer keine Zeit hat, den kompletten Schnibben-Text zu lesen (er ist recht lang), für den hat Peter Hogenkamp die Büchner-Schimpfe prägnant zusammengefasst:

Aber jetzt ganz ernsthaft zu etwas völlig anderem: Der hyper-erfolgreiche Bezahlkanal Sky, der bei Kundenbefragungen regelmäßig tausendprozentige Zustimmungsraten erzielt, will die deutschen TV-Serien retten. Yes! Dafür ruft Sky den Sky Writers Room Fund ins Leben. Vollmundiges Zitat aus der Pressemitteilung:

Anzeige

Das Projekt „Writers Room Fund“ reiht sich ein in umfassende Aktivitäten von Sky im Bereich Nachwuchsförderung. Er gibt Studierenden die Möglichkeit ihr kreatives Talent für das fiktionale Serienschreiben zu unterstützen und voranzutreiben. An dem Projekt nehmen folgende Filmhochschulen teil: SERIAL EYES der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (DFFB), Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF und die ifs internationale filmschule köln.

Hammer! Und jetzt raten Sie mal, wieviel Kohle der mega-erfolgreiche Sender Sky im Rahmen des Writers Room Fund lockermacht für den Nachwuchs, die Qualität, den ganzen heißen Scheiß:

2.000 Euro.

Wow!

Ex-Überflieger-Manager Thomas Middelhoff hätte vermutlich gedacht: pillepalle. Zum Glück ist sein Nachfolger als Bertelsmann-Chef, Thomas Rabe ganz ein bodenständiger Typ. Obwohl, was habe ich da in der aktuellen Ausgabe der Welt-Wirtschaftsbeilage Bilanz lesen müssen: Rabe sei zur jüngsten Aufsichtsratssitzung bei Gruner + Jahr (das war die, bei der er mit einem sehr kleinen Megaphon vor die wegen des Sparprogramms erzürnte Belegschaft trat) mit einem Düsenjet (Falcon 2000 EX Easy) gedonnert? Das kleine fiese Stück aus der Bilanz kommt ohne Autorenkennung aus, erinnert aber an die Handschrift von Chefredakteur Klaus Boldt. Auszug:

Mit Automobil oder Lokomotive ist die Strecke Gütersloh – Hamburg (Luftlinie: 213 Kilometer) für einen Mann seines Alters kaum mehr zu bewältigen. Ob er den Geländeteil zwischen Gütersloh und der Startbahn in Paderborn mit dem Hubschrauber überwand (denn per Schiff ist dies nicht machbar), diese Frage werden eines Tages Historiker beantworten müssen.

Das Jetten und das Setten liegt den Top-Managern scheint’s im Blut. Vermutlich können sie auch gar nicht anders wegen diesen tight getakteten Time-Tables. So eine Falcon muss ja sicher auch bewegt werden. Und die Gruner-Aufsichtsratssitzung war immerhin ein absolut dienstlicher Termin.

Zum Schluss noch zwei kleine Fundstücke: Einmal die wunderbare Wort-Schöpfung “Focus-Pocus” aus dem Wortschatz-Tumblr Wortout. Demnach bedeutet Focus-Pocus den “einzigartigen Zauber, den #Focus-Eilmeldungen umgeben”. Kenner wissen, was gemeint ist.

Und weil am Sonntag schon der zweite Advent ist, hier noch ein besinnliches Magazin-Cover von unseren Freunden von der Insel:

Bon appétit beim £5 Turkey Feast und ein besinnliches Wochenende!

Anzeige

Mehr zum Thema

Anzeige
Anzeige

Alle Kommentare

  1. Diese Medienschlacht ist wirklich nur noch peinlich und jeder Protagonist erleidet erhebliche Ansehensverluste. Die Herrschaften täten besser daran nun einfach mal den Mund zu halten und Ihren Job zu erledigen.

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*