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Pressestimmen zum Büchner-Aus: „Versöhnt ist nun niemand“

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Von wegen "Der Machtkampf ist vorbei" (SZ). Weil "der Versöhner scheiterte" (taz), "begehrt jetzt Spiegel Online auf" (faz). Die Tageszeitungen beleuchten die Situation beim Spiegel und kommen zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen.

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Für die Süddeutsche berichten Claudia Fromme, Kristina Läsker und Claudia Tieschky: „Wolfgang Büchner ist am Ende zwar nicht der Spiegel-Chefredakteur mit der kürzesten Dienstzeit geworden, aber sicher der mit dem längsten Abgang“. Die drei Autoren kommen zu dem Schluss: „Das wirklich Überraschende an der Ära Büchner ist, wie verheerend sie alle Beteiligten beschädigt hat: den scheidenden Chefredakteur, der in einem quälend langen Prozess von den Gesellschaftern aus dem Posten geschoben wurde. Beschädigt ist die Redaktion, die über den Streit in Parteien zerfiel, die – mehr noch als gegeneinander – darum kämpfte, was der Spiegel künftig sein soll“. Selbst die Online-Redaktion sieht die Süddeutsche Zeitung beschädigt, wie auch die Gesellschafter inklusive der Mitarbeiter KG.

In der taz beschäftigt sich Jürn Kruse mit der Frage nach dem Verhältnis zwischen Onlinern und Print-Redaktion, nach dem „der Versöhner“ Büchner gescheitert sei: „Den Onlinern wurde ein ums andere Mal vor Augen geführt, wer hier kocht und wer zu servieren hat. Sie wurden bei der hausinternen Politik ganz bewusst geschnitten. Deshalb zeigten sie sich zuletzt zunehmend kämpferisch und feindselig“. Weiter heißt es in der taz: „Versöhnt ist nun niemand. Die Gräben scheinen in den 15 Monaten von Büchners Amtszeit nur noch tiefer und die Brücken noch wackeliger geworden zu sein.“

In der FAZ hält Michael Hanfeld fest: „Ein „Befreiungsschlag“ soll es sein beim „Spiegel“. Doch es ist einer, der viel Porzellan zerdeppert.“ Hanfeld glaubt, der Spiegel nicht nur eine neue Führung, „sondern vor allem eine Verständigung der Redaktionen untereinander“ brauche.

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In der Welt Kompakt schreibt Reinhard Mohr: Beim „führenden deutschen Nachrichtenmagazin“, wie es einst hieß, geht es zu wie beim Hamburger Sportverein. Die Cheftrainer wechseln in immer kürzeren Abständen.“ Weiter meint er: „Nein, ein Journalist ist er weiß Gott nicht. Ein Umstand, der schon für sich genommen problematisch ist. Also ein Medienmanager? Strategische Weitsicht und taktisches Geschick scheinen auch nicht die hervorstechenden Fähigkeiten Büchners zu sein“.

In der Berliner Zeitung beschäftigt sich Ulrike Simon mit dem neuen Spiegel-Chef: „Die Erleichterung, die mit seiner Berufung einkehrt, muss Brinkbäumer aber auch schnell in Energie ummünzen. Von Januar an erscheint der gedruckte Spiegel sonnabends. Darauf haben sich alle Konkurrenten vorbereitet, nur nicht der Spiegel mit seinem monatelangen Führungsvakuum. Es gilt daher, ein Konzept zu erarbeiten und die Redaktion zu Höchstleistungen anzutreiben.“

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