Das schnelle Ende eines heftigen Shitstorms: Das vorbildliche Krisenmanagement der Reformhäuser

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Marketing Ein Fall für die Krisenkommunikations-Lehrbücher. Am gestrigen Dienstag sah es lange so aus, als ob die Reformhäuser, bzw. der Verband der Reformhäuser, in richtig schwere Shitstorm-See geraten würden. Ein heftig homophober Text in der Reform Rundschau, einem Magazin, dass in den Bio- und Gesundheits-Läden ausliegt, brachte den Verband in höchste Kommunikations-Not. Doch mit einem konsequenten Manöver gelang den Refomhäusern die Wende.

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Bereits wenige Stunden, nachdem die Kritikwelle so richtig Fahrt aufgenommen hatte, steuerten die Vorstände des Reformhaus-Verbandes, Rainer Plum  und Carsten Greve, effektiv dagegen. In einem Statement „distanzierten“ sie sich sofort „klar und eindeutig“. „Vorstand und Aufsichtsrat der Reformhaus eG weisen die diffamierenden und diskriminierenden Äußerungen gegenüber Homosexuellen im Artikel von Dr. von Rosen in der Reformrundschau 11/14 komplett zurück“.

„‚Ehen‘ zwischen Homosexuellen geschlossen sind ein Verstoß gegen das universelle Gesetz von Yin und Yang bzw. das Gesetz der Polarität“

In seinem Text „Yin und Yang im täglichen Leben“ hatte Dr. med. Jürgen Freiherr von Rosen, der in Gersfeld eine „Praxis für naturgemäße Ganzheitsmedizin“ betreibt, geschrieben: „Wenn heute auf die Homosexualität so großer Wert gelegt wird und sogar ‚Ehen‘ zwischen Homosexuellen geschlossen werden, so ist das ein Verstoß gegen das universelle Gesetz von Yin und Yang bzw. das Gesetz der Polarität“.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Sowohl bei Queer.de, als auch auf der Facebook-Seite der Anti-Homophobia-Aktivisten von Enough ist Enough waren die meisten Kommentatoren schnell einer einhelligen Meinung. „Na da wissen wir ja, wo wir nicht mehr einkaufen gehen…“. Alleine dieser Satz von Queer.de kommt einem PR-Desaster für die Laden-Klassiker im Öko-Einzelhandel gleich: „In deutschen Reformhäusern erhält man nicht nur Vollkorndinkel und Amaranth, sondern auch esoterisch verbrämten Homo-Hass“.

„Bereits mehrere hundert Reformhäuser haben die Zeitschrift „Reformrundschau“ 11/14 aus ihren Geschäften entfernt und vernichtet“

Die Lehrbücher für Krisenmanagement schlagen in solch einem Fall ein klares Vorgehen vor: Entschuldigen, Distanzieren und dann klare Konsequenzen ziehen. Genau nach diesem Schema handelten die Reformhäuser dann auch.

Neben der klaren Distanzierung schrieben die beiden Vorsitzenden weiter, „dass bereits mehrere hundert Reformhäuser nach unserer Information die aktuelle Auflage der Zeitschrift „Reformrundschau“ 11/14 aus ihren Geschäften entfernt und vernichtet haben und diese Reformhausbetreiber den Bezug dieses Magazins mit sofortiger Wirkung gekündigt haben.“ Das kann man durchaus als klare Konsequenzen bezeichnen.

Zudem weisen sie auf einen interessanten Nebenaspekt hin. „Wir, die Reformhaus eG und die ReformhausMarketing GmbH (Herausgeber des ReformhausKuriers) haben weder auf Artikel noch auf die Herausgabe der Zeitschrift Reform Rundschau einen Einfluss, denn diese Zeitschrift erscheint in einem von uns unabhängigen Verlag. Wir stehen mit diesem Verlag in keinerlei Beziehung, ganz im Gegenteil. Für unser Magazin ReformhausKurier ist die Reformrundschau ein Wettbewerber.“

Im gewissen Sinne hilft der Shitstorm dem Verband so auch einen Wettbewerber zu schädigen. Für die Vital Medien GmbH, den Herausgeber der Reform Rundschau, dürfte der Fall ein Desaster sein. Alleine schon deshalb, weil viele Reformhaus-Betreiber nicht mehr sonderlich gut auf das Heft und seine negativen PR-Folgen zu sprechen sind.

Der Verlag ruderte bereits in E-Mails, die an empörte Leser gingen, zurück: „Der Beitrag war polemisch und hätte in dieser Form nicht veröffentlicht werden dürfen“, zitiert Queer.de aus den Mails von Magazin-Macher Frank Höpping. „Dafür übernehme ich persönlich die Verantwortung und entschuldige mich bei Ihnen in aller Form. Es ist weder meine Absicht noch die Absicht der Redaktion, Gefühle anderer Menschen zu verletzen oder gar jemandes Lebensweise zu diskreditieren.“ Die Erklärung gipfelt in dem Versprechen, dass „derartige Beiträge in der Reform Rundschau künftig nicht mehr veröffentlicht werden“.

Ob im Fall der Reform Rundschau die späte Reue reicht, um den Schaden zu begrenzen, darf bezweifelt werden. Das Magazin wird künftig erst einmal wohl einen schweren Stand haben. Das zeigt auch, dass ein kleiner Verlag nur durch einen einzelnen Artikel in schweres Fahrwasser geraten kann.

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Alle Kommentare

  1. War dem dem geneigten Leser der Name Höpping im Zusammenhang bestimmter Publikation nicht schon einmal untergekommen? Ich meine schon . . .

  2. Es hat mich gefreut, von der schnellen und konsequenten Reaktion vieler Reformhausbetreiber_innen zu lesen. Um die Heftigkeit der Proteste zu verstehen, sollte vielleicht noch kurz ein anderer Abschnitt des umstrittenen Artikels zitiert werden:

    „Ein Verstoß gegen ein Universalgesetz führt immer zu einer Gegenreaktion der Natur. Also wird auch bei diesem Verstoß eine entsprechende Gegenreaktion auftreten, wobei wir noch nicht wissen, wie diese aussehen wird“

    Von Rosen rechtfertigt hiermit eine raktionär-homophobe Politik als „natürliche“ Reaktion, ja adelt geradezu Homophobie zu einem Naturgesetz. Man könnte den Satz sogar so interpretieren, dass er homophobe Gewalt rechtfertigen könnte. In jedem Fall aber ist hier herauszulesen, dass eine „Gegenwehr“ gegen die aktuellen zögerlichen Gleichstellungsversuche sozusagen „kosmisch“ vorgeschrieben und völlig unabwendbar sei.

    Es war m.E. vor allem diese „Heiligsprechung“ jeglicher aggressiver Aktionen gegen Schwule und Lesben und ihre Rechte, die so viel berechtigten Zorn hervorgerufen hat.

    Homophobie ist eine Form gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit, die wie Antisemitismus oder Rassismus immer noch verheerendes Leid erzeugt. Sie zu einem Naturgesetz zu erklären ist eine unerträgliche Attacke gegen die Menschenwürde.

    Die Leser_innen, die in Reformhäusern einkaufen, können gegen Homophobie aktiv werden, indem sie nachsehen, ob das Magazin hier und da doch noch ausliegt und ggf. die Diskussion mit dem Personal suchen.

    1. witzigerweise müsste man fragen: wie tolerant sind Minoritäten (Schwule) gegenüber Minoritäten (Homophobe). Dazu passend auch mal den Aufsatz „die Diktatur der Minderheiten“ lesen.

    2. Wenn ich sage „ich mag keine Homos“, dann ist das meine Meinung und nur Toleranz-Nazis können das als „menschenverachtend“ ansehen (ist halt deren Meinung, sic!). Wenn ich sage „alle Homos müssen sterben“, dann ist das menschenverachtend. Sie bemerken den Unterschied?
      Ich mag übrigens auch keine Apfelkuchen, obwohl die mir nichts getan haben. Noch haben Apfelkuchen keine Lobby, aber vielleicht ist das ja bald „kuchenverachtend“.

      1. Würden Sie mit gleicher Formulierung auch Toleranz gegenüber Antisemitismus oder Rassismus einfordern? Wenn jemand „Juden halt nicht mag“ oder „Schwarze dumm findet“, dann müssen wir diese „Meinungen“ einfach respektieren?

      2. @ fink

        Natürlich, wenn ich nunmal keine Juden mag, mag ich sie eben nicht.

        Und?

      3. zu Basti:
        Wenn Sie Juden aus irrationalen Gründen und pauschal „nicht mögen“, dann müssen Sie damit rechnen, auch treffend als Antisemit benannt zu werden und beispielsweise nicht in jedem Medium Ihren Antisemitismus öffentlich vom Stapel lassen zu dürfen.

      4. Klar haben Sie ein Recht auf ihre Meinung. Wie Dirty Harry so schön gesagt hat: „Meinungen sind wie A-Löcher. Jeder hat eins und die meisten stinken.“
        Eine Meinung zu haben bedeutet nicht, dass diese heilig und unangreifbar ist.
        Und wenn jemand wie dieser „Arzt“ die Existenzberechtigung von Homosexuellen anzweifelt, nur unzureichend versteckt hinter pseudo-wissenschaftlichem Unsinn, dann muss er sich auch gefallen lassen, wenn er kritisiert wird.
        Ich hab auch eine Meinung: Anthroposophie, New-Age-Philosophien und der ganze esoterische Schwachsinn sind Bauernfängerei.
        Das heißt aber nicht, dass ich den Anhängern verschleierte Drohungen entgegenwerfe. Ich geb ihnen halt kein Geld und belächle sie.
        Und wenn Sie keine Schwulen mögen, dann steht es Ihnen frei uns zu meiden. Problem gelöst.

      5. @fink: ach so, Toleranz gibt es bei Ihnen also nur, wenn es Ihnen paßt. Der klassische Gutmenschen-Ansatz.
        Ich wette, wenn es nach Ihnen geht muss man Moslems, Juden, Schwarze, Flüchtlinge, Homos, Behinderte, linke Autonome lieben (keine abschliessende Aufzählung, nicht dass sich jemand benachteiligt fühlt) und Nazis, Anti-Europäer, Euro-Hasser, AfD-Wähler, Atomstrom, Fleischesser und Pimmelträger hassen (ebenfalls nicht abgeschlossen). Hoppla, fast den bösen Putin vergessen. Den natürlich auch. Ist schon praktisch, wenn einem andere sagen, wie man zu denken hat. Und so bequem.

      6. zu Peter:
        Wir müssen hier hoffentlich nicht ernsthaft darüber diskutieren, was gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (Rassismus, Homophobie, Sexismus, Antisemitismus usw.) qualitativ von unterschiedlichen politischen Meinungen innerhalb des demokratischen Spektrums oder von rein privaten Schrullen unterscheidet, oder?

      7. @Peter: Das ist Ihr gutes Recht dies zu sagen. Keiner wird Sie deshalb strafrechtlich verfolgen. Und ich finde es auch sehr gut, dass wir in einem Land leben wo man sowas sagen darf.

        Nun kommt das große ABER: Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man alles was man möchte sagen kann ohne dafür die entsprechenden Konsequenzen zu tragen. Denn die anderen haben immer noch das gute und wichtige Recht Sie und Ihre Meinung zu kritisieren. Oder in diesem speziellen Fall nicht mehr im Reformhaus einkaufen zu gehen.

        Ein sehr anschauliches Beispiel: Gehen Sie in den Park und erzählen jeder Frau der Sie begegnen wie häßlich gekleidet und abstoßend sie in Ihren Augen ist. Dann werden Sie das Prinzip von Meinungsfreiheit sehr schnell verstanden haben.

      8. @Fritz Sie sprechen da einen wichtigen Punkt an: Konsequenzen. Genau da hört Meinungsfreiheit eben nicht auf, sondern das „konsequenzenlose“ Äußern ist doch erst die Freiheit. Nach Ihrer (sinngemäßen) Definition „jeder darf seine Meinung sagen, er muss nur auch die entsprechenden Komsequenzen tragen“ gibt es auch in Nordkorea Meinungsfreiheit. Einmal pro Person dann halt nur, aber immerhin. Ich sage: bei Meinungsfreiheit verläuft die Grenze nicht zw. Meinung A und B, sondern zw. Konsequenz A oder B. Mit Kritik hab ich kein Problem, mit der Todesstrafe schon.
        Und jetzt können wir uns gern über die Zwischenstufen streiten, wie z.B. Unterdrückung der Posts in Foren, soziale Ächtung, Vernichtung der Existenz.

      9. zu Peter:
        Sie werfen da schon wieder Dinge zusammen, die nicht zusammengehören. Es ist ein Unterschied, ob der Staat Meinungen unterdrückt (NUR das ist im Gesetz der Meinungsfreiheit geregelt) oder ob man für eine Meinung Kritik von anderen „Meinenden“ erntet oder auch andere Konsequenzen in seinem privaten oder beruflichen Umfeld zu tragen hat.

        Und noch einmal möchte ich auf die besondere Qualität von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit hinweisen. Hier geht es nicht einfach um eine „Meinung“ wie jede andere, sondern um Abwertungs-Ideologien, die Menschen und der Gesellschaft konkreten Schaden zufügen und die Würde von Menschen an einem ganz zentralen Punkt verletzen: ihrer Identität.

        Ich halte es nicht für eine Schwäche, sondern für eine Stärke unserer Demokratie, dass es einen weitgehenden Konsens dafür gibt, dass solche Äußerungen sozial geächtet werden.

        Ich habe hier mehrfach versucht, für ein Gefühl dafür zu werben, dass bei Antisemitismus oder Rassismus leider oft andere Maßstäbe für das Erträgliche angewendet werden als bei Homophobie.

        Hätte in der Reform-Rundschau jemand dunkle Hautfarbe als „kosmisch nicht gewollt“ bezeichnet und behauptet, dass jede Gleichberechtigung von Schwarzen eine „natürliche Gegenreaktion“ unweigerlich hervorrufen müsse, dann wäre das nicht nur hier und da unter „Vermischtes“ berichtet worden, sondern hätte einen weit größeren Skandal erzeugt. Und zwar zu recht.

      10. @Peter

        fink hat damit eigentlich schon alles gesagt. Es gibt nun mal keine Meinungsfreiheit ohne Gegenmeinungen.

      11. @fink ahh, Pardon. Wir haben eine unterschiedliche Definition von Meinungsfreiheit. Ihre reicht nur bis zur gesetzl. Regelung. D.h., wenn mir Ihre Meinung nicht paßt, dann kann ich Ihnen aufs Maul hauen. Ist zwar eine Straftat, hat aber nichts mit einer Einschränkung der Meinungsfreiheit zu tun. Ist halt nur eine Konsequenz.
        Und jemand in seiner Existenz zu vernichten weil mir seine Meinung nicht passt (der Post von Sophia ist mal wieder ein Klassiker, wundert micht dass davon nicht mehr kommt) ist auch ok, solange es nicht der Staat ist, geht alles klar.

      12. @fritz mit Gegenmeinung hat auch niemand ein Problem. Aber Sie meinen doch mit Konsequenzen nicht nur „Gegenmeinung“, das wäre eine starke Abschwächung Ihres vorherigen Posts.

      13. zu Peter:
        Ich hatte mich eigentlich deutlich ausgedrückt. Dachte ich zumindest. Ich sehe einen Unterschied zwischen einer „Meinung“ und gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Auf diesen Aspekt gehen Sie erstaunlicherweise die ganze Zeit mit keiner Silbe ein.

        Letztere sollte nach meiner Auffassung sozial geächtet werden. Dazu kann es auch gehören, dass eine Redaktion solche Beiträge wie die von Herrn von Rosen nicht abdruckt, die Auflage einzieht oder ihn als Autor nicht mehr anfragt.

        Solange niemand Herrn von Rosen verbietet, sich ein anderes Medium zu suchen, das bereit ist, seine homophoben Tiraden trotz ihrer Menschenfeindlichkeit zu veröffentlichen oder sich ein eigenes Medium zu schaffen, ist hier tatsächlich niemandes Meinungsfreiheit im juristischen Sinne eingeschränkt.

        Meinungsfreheit bedeutet eben nicht, dass alle Medien für jede_n uneingeschränkt zur Verfügung stehen müssen und schon gar nicht, dass sie jeden Unsinn ungefiltert veröffentlichen müssen, den irgendwer gerne veröffentlicht sehen will. Ein kurzer Blick in die Welt der Medien sollte eigentlich ausreichen, um diese schlichte Realität als solche zu erkennen.

        Dass Sie mir die moralische Absegnung von Gewalt unterstellen wollen, ist reine Polemik. Nichts dergleichen ist aus meinen Beiträgen abzuleiten.

      14. @Peter

        Es ist ja nicht so als würde jemand hingehen und das Verlagshaus niederbrennen. Es ist einfach so, dass diese Publikation von nun an kaum noch jemand lesen bzw. anbieten möchte. Und man kann den Leuten und den Reformhausbesitzern ja nicht aufzwingen diese Zeitschrift trotzdem zu lesen oder anzubieten. Schließlich leben wir in einem freien Land.

        Führen Sie doch einfach mal mein weiter oben beschriebenes Experiment im Park durch. Wenn die Frauen, denen sie Ihre Meinung gesagt haben, dann nichts mehr mit Ihnen zu tun haben möchten würden Sie vermutlich auch nicht auf die Idee kommen diese wegen der Verletzung der meinungsfreiheit anzuzueigen, oder?

        Oder gehen Sie doch mal in einen Supermarkt und beschweren sich über dessen Preise, den Service der Angestellten und ganz allgemein über die Aufmachung des Ladens. Wenn der Ladenbesitzer daraufhin von seinem Hausrecht Gebrauch macht und Sie Hausverbot bekommen, werden Sie ihn dann wegen Verletzung der Meinungsfreiheit anzeigen?

        Und wenn irgendein Esoterik-Mediziner in einer Zeitschrift eine Gruppe von Menschen als widernatürliche Untermenschen diffamiert dann brauch sich der zuständige Verlag auch nicht über die angebliche Verletzung der Meinungsfreiheit zu beschweren, wenn er Kundschaft verliert.

      15. @fritz jetzt führen Sie genau die „Konsequenzen“-Diskussion, die ich angesprochen habe. Bleiben wir bei Ihren Beispielen:
        – Frau im Park will „nichts mehr mit mir zu tun haben“ ist völlig ok. Sagt mir ihre „Gegenmeinung“ absolut fair. Gibt mir eine Ohrfeige schon grenzwertig. Ruft ihren Bruder und Cousins an, die mich dann Messer machen … nicht ok. Wollen Sie bei diesem Experiment mitmachen? Sie gelangen da womöglich auch zu neuen Erkenntnissen.
        – Ladenbesitzer wirft mich raus völlig ok. Gibt mir Hausverbot auch ok. Ruft den Konzernchef an um mir in allen Filialen in EU Hausverbot zu erteilen – grenzwertig. Druckt mein Bild im Angebotsheft ab mit der Titulierung als Nörgler und Berufsquerulant – nicht ok.
        – und nun zum eigentlichen „Aufhänger“, Heftchen einziehen oder im nächsten Heftchen eine „Gegenmeinung“ veröffentlichen – völlig ok, nie mehr Artikel des Autors veröffentlichen – grenzwertig (wie wärs mit Einzelfallprüfung?), Dr. Titel aberkennen – nicht ok (jedenfalls nicht aufgrund des Artikels), Verlagshaus abbrennen – völlig abwegig aber da Sie es ansprechen, der üblichen Empörer- und Gutmenschen-Zusammenrottung durchaus zuzutrauen.

      16. @fink da wir beide bereits unterschiedliche Definitionen von Meinungsfreiheit haben, haben wir die logischerweise auch bei Menschenfeindlichkeit. Sie machen da keinen Unterschied zw. Meinung und Handlung. Sie wollen beides ächten und bestrafen. Ich nur menschenfeindliche Handlungen. Sie wollen eine Meinungspolizei, ich eine Handlungspolizei (Polizei ist hier nicht nur im Sinne von staatl. Orga. zu verstehen).
        Was Hr. von Rosen angeht fordern Sie die soziale Ächtung. Diese geht weit über die von Ihnen aufgezählten, verharmlosenden Konsequenzen hinaus. Und das wissen Sie genau.
        Und da das WE naht jetzt in Kurzform und nicht mehr jeden Punkt aufgreifend:
        „… alle Medien …“ wer
        “ … Unsinn ungefiltert…“ und bei der Bestimmung von Unsinn gilt selbstverstänflich Ihr Maßstab, richtig?
        “ … Absegnung von Gewalt …“ ich unterstelle Ihnen gar nichts, ich zeige lediglich die implizierten Folgen Ihres kleinmütigen Verständnis von Meinungsfreiheit auf. Ich kann das Beispiel gerne durch „der Bäcker verkauft mir kein Brot mehr, weil ich anderer Meinung bin als er“ ersetzen, das dürfte dann gewaltlos genug sein.
        Fazit: das Zurückziehen beim Thema Meinungsfreiheit auf „… solange der Staat die Meinungsäußerung nicht verfolgt, ist die Freiheit gegeben. Wenn man aus Teilen der Gesellschaft für seine Meinung angefeindet, ausgegrenzt oder Schaden an Eigentum/Existenz erleidet – selber Schuld“ ist armselig. Natürlich nur meine Meinung :-). Sie fordern Toleranz, geben aber Intoleranz.
        Abschliessend möchte ich noch bemerken: wir befinden uns gerade Mitten in einem Sozialexperiment. In einer Generation werden die Muslime (auch wenn noch nicht in der Mehrheit, aber durch die Minderheitendiktatur) bestimmen, was Toleranz ist. Ich bin schon sehr gespannt, wir das für Frauen, Juden, Homos usw. ausgehen wird (ich schau mir das dann aber lieber von Außerhalb an).

      17. zu Peter:
        Sie reden immer noch hartnäckig an dem vorbeit, was ich schreibe.

        „Was Hr. von Rosen angeht fordern Sie die soziale Ächtung. Diese geht weit über die von Ihnen aufgezählten, verharmlosenden Konsequenzen hinaus. Und das wissen Sie genau.“

        Nein, ich weiß keineswegs, was Sie mir hier an angeblich gerechtfertigten Konsequenze unterstellen wollen. Ich habe recht genau beschrieben, welche Konsequenzen ich für gerechtfertigt halte. Was andere Diskutant_innen dazu sagen oder was Sie mir in den Mund legen wollen, ist etwas anderes. Bitte hören Sie auf, meine Argumente polemisch zu verzerren.

        Auch Ihr Beispiel „der Bäcker verkauft mir kein Brot mehr, weil ich anderer Meinung bin als er“ hat nichts mit dem zu tun, was ich schrieb.

        Erstens – und zum x-ten Mal – rede ich hier die ganze Zeit nicht von „Meinungen“ im allgemeinen, sondern von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Ich würde mir doch sehr wünschen, dass Sie die Fairness hätten, das nicht dauernd in Bezug auf meine angebliche Argumentation zu vermischen.

        Zweitens: Brote verkaufen ist etwas anderes als Texte abdrucken. Ersteres fällt unter das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, wonach bei „Massengeschäften“ Diskriminierungen u.a. wegen Meinungen verboten sind. Ich würde auch nicht zustimmen, wenn Bäckereien anfingen, keine Brote mehr an Nazis zu verkaufen.

        Aber darum geht es hier, wie gesagt, überhaupt nicht, sondern um Medien. Und ich bleibe dabei, dass es jedem Medium freisteht, gruppenbezogene Menscheinfeindlichkeit auch schon dann zu ächten / auszuschließen / nicht zu veröffentlichen, BEVOR sie sich in Handlungen äußert.

        Sie können das gern anders sehen als ich. Ich bitte nur darum, mir nicht weiterhin irgendwelche Dinge zu unterstellen, die aus meinen Beiträgen wirklich in keiner Weise abzuleiten sind.

      18. @Peter

        Ich finde es gut, dass wir uns schon mal darauf einig sind, dass Meinungsäußerungen Konsequenzen nach sich ziehen.

        Darüber wie genau diese Konsequenzen auszusehen haben kann man natürlich stundenlang diskutieren und philosophieren. Das muss im Endeffekt jeder für sich selbst entscheiden.

        Natürlich muss alles im gesetzlichem Rahmen bleiben. Bedeutet: Verlagshaus niederbrennen oder ein Attentat auf den Autor gehen (zum Glück) natürlich nicht.

        Aber jeder hat das Recht den Verlag zu boykottieren. Und sollte der Verlag der Schadensbegrenzung wegen keine Artikel des Autors mehr veröffentlichen wollen ist das ebenfalls sein gutes Recht.

        Aber welche Konsequenzen man letztendlich zieht ist jedem selbst überlassen.

  3. Und wieder ist die Meinungsfreiheit unter dem Feuer von Interessengruppen zusammengebrochen. Warum ist es schlimm, wenn ein Autor seine Sicht der Dinge schreibt? Wo bleibt die gelebte Pressefreiheit? Wie tolerant sind Minoritäten gegenüber Mehrheiten?
    Es wird alles auf den Kopf gestellt !

    1. „Warum ist es schlimm, wenn ein Autor seine Sicht der Dinge schreibt?“

      Weil die Sicht der Dinge in diesem Fall menschenverachtend ist.

      Meinungsfreiheit bedeutet nicht, dass man gegen marginalisierte Gruppen anhetzen darf, ohne dass jemand widerspricht. Sie bedeutet auch nicht, dass jede_r sich auf jeder Bühne einfach das Mikrophon schnappen darf. Sie bedeutet nicht einmal, dass jeder überall alles schreiben darf, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

      Das Recht auf Meinungsfreiheit schützt Meinungen vor dem Zugriff des Staates, nicht Menschenhasser vor der Kritik ihrer Mitmenschen.

      Ich werde übrigens niemals „tolerieren“, dass andere Menschen mir gleiche Rechte vorenthalten wollen oder meine Art zu leben und zu lieben öffentlich dämonisieren. Wir reden hier nicht von einer gegenseitigen Toleranz auf Augenhöhe, sondern von menschenverachtenden Beleidigungen auf der einen Seite und berechtigtem Widerspruch auf der anderen.

      1. Wenn ich sage „ich mag keine Homos“, dann ist das meine Meinung und nur Toleranz-Nazis können das als „menschenverachtend“ ansehen (ist halt deren Meinung, sic!). Wenn ich sage „alle Homos müssen sterben“, dann ist das menschenverachtend. Sie bemerken den Unterschied?
        Ich mag übrigens auch keine Apfelkuchen, obwohl die mir nichts getan haben. Noch haben Apfelkuchen keine Lobby, aber vielleicht ist das ja bald „kuchenverachtend“.

    2. witzigerweise müsste man fragen: wie tolerant sind Minoritäten (Schwule) gegenüber Minoritäten (Homophobe). Dazu passend auch mal den Aufsatz „die Diktatur der Minderheiten“ lesen.

      1. Hassreden gegen „Homophobe“ sind aber selbstverständlich erlaubt, nicht wahr?
        Für ihre unverschämte Heuchelei müssen sich die lauten Minderheiten schon rechtfertigen!

      2. @H.Euchler

        Homosexuelle suchen sich nicht aus homosexuell zu sein. Homosexualität ist (genau wie blonde Haare oder schwarze Haut) weder eine Meinung noch ein Lebensstil den man kritisieren kann. Homophobie dagegen schon. Genauso wie Rassismus, Antisemitismus und jede andere Form der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.

      3. @Fritz
        Ihre Argumentation heißt auf Deutsch:
        “ Wer schon adlig GEBOREN wurde, darf nicht kritisiert werden.“
        (Wobei natürlich die Gutme… äh … der Adel bestimmt, wer adlig ist und wer nicht.)

      4. @ H.Euchler

        Es geht nicht darum, dass man homosexuelle Menschen oder Personen mit blonden Haaren oder schwarzer Haut nicht kritisieren darf. Es geht darum, dass man deren biologische Merkmale, welche Sie von Geburt an haben, nicht mit Meinungen gleichsetzten kann und von daher auch nicht auf die selbe Art und Weise kritisieren kann.

        Natürlich kann man z.B. blonde Haare insofern kritisieren, dass man sie unästhethisch findet oder sowas in der Richtung. Eine Ideologie, vor allem eine die auf Hass gegen Menschen aufbaut, kann man dagegen mehr als einfach nur unästhethisch finden.

        Wissen Sie was ich meine? Es ist ein Unterscheid ob man die vorherrschende Ideologie in Nordkorea kritisiert oder die krumme Nase eines Arbeitskollegen. Es ist einfach nicht miteinander zu vergleichen.

    3. @ Gelbkappe

      Von welcher Mehrheit sprechen Sie? Ich glaube kaum, dass die Mehrheit Homosexualität vor dem Hintergrund der traditionellen chinesischen Philosophie als widernatürlich betrachtet.

      Zur Pressefreiheit: Jeder hat das Recht seine Meinung in der Presse zu publizieren. Aus genau diesem Grund wurde auch Ihr Kommentar hier veröffentlicht. Aber meine Antwort auf Ihren Kommentar ebenfalls. Denn Meinungsfreiheit beinhaltet auch das Recht die Meinungen anderer zu kritisieren.
      Meinungsfreiheit bedeutet nämlich nicht, dass man die Freiheit hat jeden Gedanken von sich zu geben ohne dafür entsprechende Konsequenzen, welche sich aus dem Prinzip der Meinungsfreiheit ergeben, zu tragen.

  4. Von Rosen hat Recht, denn die Natur oder deren Schöpfer hat sich etwas dabei gedacht, sonst hätte er alle Lebewesen sowohl mit einer Vagina als auch einem Penis, je nach Belieben, ausgestattet. So wie es von den „Genderspezialisten“ geplant ist. Waere mal interessant mit zu erleben wenn „Maennerinnen“ auch Kinder austragen dürfen. Hi, hi

      1. sie setzen sich ja sehr vehement ein hier und kommentieren jeden anderen Kommentar.

        Ihre Sexualität scheint starke Reaktionsautomatismen in Ihnen auszulösen. Immer wenn dies der Fall ist – homo oder hetero – sollte mal ein bisschen zwecks Konfliktbewältigung in die Kindheit bzw. Beziehung zu den Eltern geschaut werden.

        PS: bei 70-80% der Homosexuellen gibt es nachweislich Probleme in der frühen Beziehung zum Vater.

      2. Die Doppel-Posts sind technisch verursacht (Handy) und nicht gewollt.
        Und mit meiner Sexualität bin ich sehr zufrieden 🙂

      3. @Reiner W
        Und 99,7345 Prozent aller in Kommentaren veröffentlichten Statistiken wurden zwei Minuten vorher frei erfunden.
        Falls Sie das mit einer Quelle belegen können, nur heraus damit.
        Andernfalls ist das kompletter Unsinn. Vielleicht sollten Sie sich weniger auf Freuds lange widerlegte Thesen verlassen?
        Selbst kurzes Nachdenken sollte schnell offensichtlich machen, wieso diese Zahlen fragwürdig sind:
        Wie soll bitte die Studie augebaut gewesen sein, die das nachgewiesen haben soll?
        Was ist mit lesbischen Frauen? Haben die dann Probleme mit den Müttern?
        Was ist mit homosexuellen Tieren? Sind bei mehr als 1500 Arten die Väter schuld?
        Was ist mit Homosexuellen, die ohne Väter aufgewachsen sind?
        Manchmal kann man nur den Kopf schütteln, wirklich.

    1. Eben jene Natur (oder deren Schöpfer) hat aber auch Homosexualität hervorgebracht. Diese wird übrigens bei so gut wie allen Säugetieren beobachtet und bei über 1500 Arten ist es wissenschaftlich nachgewiesen. Nur so zur Info.

  5. Ich kann nachvollziehen, was der Herr von Rosen damit gemeint hat. Ob man es jetzt „kosmisches Gesetz“, kategorischen Imperativ oder Goldene Regel nennt, sei erstmal dahin gestellt. Fakt ist: sobald ich eine der von mir genannten obigen Regeln aus der Sicht eines Homosexuellen anwenden würde, wäre die Menschheit in ca. 100 Jahren ausgerottet.

    1. Frei nach dem Buch von Prof. Dr. Volker Sommer ( WIDER DIE NATUR) , hat es aber einen genetischen Vorteil für Nachkommen(mit Homoverwandschaft), nämlich durch das „Helfer-am Nest-Syndrom“. Das einen Vorteil verschafft :Fürsorge durch mehr als nur 2 Elternteile
      So konnte sich die Veranlagung genetisch über Generationen ( auch bei Tieren) weitervererben.

  6. Was sagt denn das „Lehrbuch für Krisenkommunikation“ dazu, wenn die Kommentare unter einem Artikel so gaaaanz langsam abdriften? Sollte da der Seitenbetreiber vielleicht auch konsequent handeln?

    1. Aber unbedingt! Unliebsame Kommentare zu Löschen ist ganz in der Tradition dieses Landes. Die SZ macht bereits vor, wie das geht. Die ARD denkt auch schon laut darüber nach. Wir brauchen dringend eine Meinungspolizei.

      1. Jaja, die guten alten Zeiten müssen wieder her, als alle Zeitungen verpflichtet waren, sämtliche Leserbriefe in voller Länge abzudrucken.

  7. Mal wieder ein von Minioritäten erzeugter Sturm im Wasserglas.
    Ich glaube, dass die meisten Reformhausbetreiber gar nicht wissen, was in der Reform Rundschau steht. Die kauft der Betreiber einfach und legt sie kostenlos aus, weils die Konkurrenz um die Ecke auch so macht und er die Kunden halten will. Aber er liest sie vermutlich nicht. Und Omma Kasuppke, die diese Rundschau mitnimmt und zu Hause liest, wird der Artikel in der Regel auch nicht sauer aufstossen. Deshalb glaube ich auch nicht, dass „hunderte Reformhäuser“ das Magazin entfernt haben. Und dass der steritgegenständliche Artikel (ausser ein paar Lippenbekenntnissen) weitreichende Konsequenzen haben wird.

  8. Die Natur hat es so eingerichtet, daß es bei allen höheren Lebewesen Homosexualität gibt. Komisch, daß Homophobie jedoch nur bei einer Lebensform vorkommt.

    1. Wird wohl daran liegen, dass die anderen Lebensformen aufgrund ihrer geringeren Selbst-Bewusstseins- und Reflektionsstufe grundsätzlich nicht fähig sind, -ien und -ismen zu entwickeln (sondern maximal dazu, zur Kenntnis zu nehmen dass das komische andere Tier seltsamerweise immer vor Gleichgeschlechtlichen posiert – und vielleicht grantig sind über die zusätzliche Konkurrenz ;?? .. – Hinweis: ob letzteres als tierisches Verhaltensmuster bei bestimmten Arten existiert, müssten wir aber Biologen fragen. Kann das als Laiin nur als Hypothese in den Raum stellen.)

  9. habt ihr euch jetzt alle abgeregt?wie sagte schon rosa von praunheim so treffend:homosexualität ist keine krankheit sondern eine ANDERE GESUNDHEIT……..darauf einen cognac…oder zwei 🙂 absender:ein hetero

    1. Nö, er hat gesagt: „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“
      Und das gilt heute immer noch wenn ich mit so gescheiterte Existenzen wie die CDU-Menschen ansehe ;-)))

      1. Ich finde es sehr interessant, zeigt es doch die heuchlerische Verlogenheit der US Gesellschaft. Das Ganze ist für den Entenjäger nur deshalb gut ausgegangen, weil er sich auf die Religion beziehen konnte. Hätte er keinen Religionsbezug gehabt, wäre er jetzt am Ende. Merke: Religion sticht Homophilie sticht Meinungsfreiheit.

  10. Die „Homos“ beschweren sich über die Meinung eines Esoterikers.

    Ist das nun Satire oder traurig?

    „Und sperrt man mich ein
    In finsteren Kerker,
    Ich spotte der Pein
    Und menschlicher Werke.
    Denn meine Gedanken
    Zerreißen die Schranken
    Und Mauern entzwei,
    Die Gedanken sind frei!“

    Zensur führt zu Widerstand.

    1. Am lustigsten sind immer noch diejenigen, die sich darüber aufregen, dass andere Leute sich über so „Belangloses“ aufregen. 😉

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