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Ein trinkender Kommissar und ein moralischer Hammer: Der neue Stuttgart-„Tatort“ im MEEDIA-Check

ARD/SWR TATORT, „Eine Frage des Gewissens“
ARD/SWR TATORT, "Eine Frage des Gewissens"

Im neuen Stuttgarter "Tatort" "Eine Frage des Gewissens" wird einer der beiden Hauptkommissare wegen fahrlässiger Tötung angeklagt während der andere seine Einsamkeit in Alkohol ertränkt. Auf Thorsten Lannert und Sebastian Bootz kommt also einiges zu – trotzdem will der Funke nicht überspringen. Wirkliche Überraschungs- und Spannungsmomente bleiben aus.

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Die Story
Die beiden Kommissare Thorsten Lannert und Sebastian Bootz werden zu einem Raubüberfall in einen Supermarkt gerufen. Während des Einsatzes nimmt der Räuber eine Geisel – und Lannert erschießt den Täter. Die Mutter des Toten erhebt Anklage gegen den Kommissar wegen fahrlässiger Tötung und Sebastian Bootz entlastet ihn in der Befragung – obwohl er eigentlich im Hinblick auf die entscheidenden Sekunden gar nicht sicher ist. Eine Zeugin, die Lannert außerdem belasten könnte, wird kurz nach der ersten Anhörung erschossen.

Die Story hinter der Story
Sebastian Bootz ist mit den Nerven am Ende. Er leidet nach wie vor unter der Trennung von seiner Frau, ist einsam und trinkt zuviel. Als er dann Angst bekommt, auch noch seinen Freund und Kollegen zu verlieren, sieht er offensichtlich keine andere Chance als für ihn zu lügen.

Der Satz zum Mitreden
„Virtuelle Kontakte im Netzwerk, die sind schnell durchgeklickt.“ (Thorsten Lannert über das Profil des Opfers in dem fiktiven sozialen Netzwerk STUTT.net.)

Was taugt das Drehbuch?
Der Stuttgarter „Tatort“ ist ein solider Sonntagabend-Krimi mit einer komplexen Handlung. Zwar gibt es in „Eine Frage des Gewissens“ einige dramaturgisch schöne Wendungen, doch das Publikum wird – mal wieder – unterschätzt. Jeder Drehpunkt der Handlung kommt einige Sekunden zu spät – wenn der aufmerksame Zuschauer schon längst weiß, was Sache ist. Echte Überraschungs- oder gar Schockmomente bleiben so aus. Außerdem gibt es zahlreiche kleinere logische Ungereimtheiten und sprachliche Redundanzen. Der Opferanwalt ist ein wandelndes, schmieriges Klischee und auch den Moral-Hammer zum Schluss („Wenn man zuviel Alkohol trinkt, passieren böse Dinge“) hätten sich die Autoren sparen können.

Sind die Ermittler in Form?
Bootz ist wütend, Bootz zittert, Bootz weint, Bootz sitzt verzweifelt an der Bar und Bootz schlägt fast zu. Lannert hingegen wirkt beinahe passiv – und geht neben seinem Kollegen unter. „Eine Frage des Gewissens“ entpuppt sich im Verlauf des Films mehr und mehr als One-Man-Show für Felix Klare aka Sebastian Bootz.

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Eher peinlich
Das soziale Netzwerk STUTT.net. Da die öffentlich-rechtlichen Sender nicht die echten Namen von Facebook, Twitter & Co. benutzen dürfen, wird nachgebaut, was das Zeug hält. Das Resultat: eine billig produzierte Kopie, die wohl eine Mischform aus Facebook und – wie hieß das noch mal? – studiVZ sein soll – mit Nutzernamen, die an eine Zeit vor 10 Jahren erinnern: Paula87 und Peer82.

Fazit
Leider wurde das Potenzial der Geschichte nicht komplett ausgeschöpft, „Eine Frage des Gewissens“ kommt so wenig überraschend und fesselnd daher. Für einen unterhaltsamen Fernsehabend reicht es aber allemal.

Offene Fragen
Was passiert mit Paula87 und Peer82?

Einschaltempfehlung auf einer Skala von 1 bis 10
5

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Alle Kommentare

  1. Wow, echt voll anders und so aye.

    Jeden GEZ-Cent wert. Besonders ein saufender !!!!!!!! getrennt !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! vegetierender Zivilversager !!!!!!!!!!!!!! Oberhammer.

    Diesmal kein Quotenmigrant?

    Dafür lässt man sich von der Eintreibezentrale gerne Haftbefehlsandrohungen zuschicken. ECHTES Q U A L I T Ä T S F E R N S E H E N !

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