Klage abgewiesen: Zeit-Herausgeber Joffe scheitert gegen ZDFs „Die Anstalt“

Die Moderatoren der ZDF-„Anstalt“, Claus von Wagner und Max Uthoff (v.l.)
Die Moderatoren der ZDF-"Anstalt", Claus von Wagner und Max Uthoff (v.l.)

Fernsehen Das Hamburger Landgericht hat die Klage des Zeit-Herausgebers Josef Joffe gegen das ZDF abgewiesen. Das berichtet das Hamburger Abendblatt. Joffe beanstandete ein Schaubild, das in der Satiresendung "Die Anstalt" Lobbyverbindungen von Journalisten aufzeigte. Das Bild enthalte zwar einen Fehler. Dieser sei jedoch hinzunehmen, so die Richter.

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Schon im Juli ist Joffe gemeinsam mit Zeit-Kollege Jochen Bittner per Einstweilige Verfügung gegen die Satiresendung vorgegangen. Diese wurde im Oktober vom Hamburger Landgericht allerdings teilweise widerrufen.

Die Kabarettisten Max Uthoff und Claus von Wagner hatten in der „Anstalt“ vom 29. April einige einflussreiche Journalisten und ihre Verbindungen zu Lobbyverbänden offengelegt. Joffe bemängelte, dass ihm in einem Schaubild fälschlicherweise acht Verbindungen transatlantischen Organisationen nachgesagt worden sind.

Wie das Abendblatt nun berichtet, wies das Gericht die Klage ab, weil es für den Betrachter egal sei, ob sieben oder acht Verbindungen vorliegen. Darüber hinaus müsse auch der satirische Charakter der Sendung berücksichtigt werden.

Die Entscheidung des Gerichts sei noch nicht rechtskräftig, Joffe könnte noch Berufung einlegen.

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Alle Kommentare

      1. Wer häufiger Teilnehmer, bei den Bilderberger Treffen ist, muss ja Propaganda betreiben !

    1. Das kann ich nur unterschreiben und mitgratulieren! 🙂
      Die Anstalt war schon immer gut, nur hat sich die Sendung dank Uthoff und von Wagner (und Autoren) noch einmal kräftig gesteigert. Fernsehpreis(e) ick hör dir trapsen…

      1. nope, es war seither zum reiern. GUT, geschweige denn auch nur überdurchschnittlauch amüsant, ist es erst seit der übernahme. der wirrhaarige kahlkopp war bestenfalls „gewollt komisch, jedoch unlustig“. als ich das ende 2015 „wieder“-entdeckte hatte ich so ein ungutes gefühl im magen, gefolgt von lachhafter überraschung – hatte mir das vor zig jahren im elternhaus mal angesehen weil ich so viel gutes hörte, es war schlichtweg schlecht; JETZT ist es etwas, das GEZ rechtfertigt.

  1. „Gekaufte Journalisten“ Udo Ulfkottes Buch gibt noch mehr Aufschluß über die Verfahrensweise dieser „demokratischen Innung“.
    Mein Glückwunsch an die Kabarettisten der „Anstalt“.
    Nicht nachlassen – weiter so.

    1. Ulfkotte? Bitte nicht d e r.
      Es gibt bessere & genauerer Bücher, die zudem nicht in „solch“ einem Verlag erschienen sind wie die Pamphlete des Sp’nners Ulfkotte.
      Auf eins davon – von Uwe Krüger – beruft sich auch die ANSTALT.
      Das andere ist „Wir sind die Guten“.

      1. Was ist denn „solch“ ein Verlag?

        Es wird dringend allerhöchste Zeit auzuhören, Wissen zensieren zu wollen, nur weil man selbst nicht daran glaubt. Was denken einige Menschen eigentlich, wer sie sind, sich so etwas leisten zu können? Das Leben ist zu vielfältig, als sich über „solch“ einen Verlag zu echauffieren!

        Und hey, was Ulfkotte betrifft: Liefere mir ein einziges anderes Sachbuch mit über 500 Quellenangaben, das nunehr Universitäten zur Grundlage wissenschaftlicher Forschung machen.

        Geil ist doch, dass langsam nicht mehr Palaver gilt, sondern endlich wieder Substanz und Intellekt – mehr oder weniger machtvoll und druckvoll – in den Vordergrund rücken. Mittelmaß war lange genug Maß der Dinge. Nun schlägt sie Wirklichkeit mit voller Wucht zurück.

        Danke, Udo Ulfkotte!

      2. Oh Mann, diese anonymous spaßten sind so zurückgeblieben, als ob wissen was subjektives ist. Das hat man davon, eine Generation vom Fernsehen und in schlechten Schulen erziehen zu lassen, ungebildete kretins, die aber denken, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben… Arme hinkst.

  2. Ich finde, zur Strafe sollte Josef Joffe einen Artikel über den Barbara Streisand – Effekt in der Zeit abdrucken, in dem er seinen Fall als jüngstes Beispiel nennt.

    Ansonsten gilt: Boykottieren, was missfällt.

  3. Das war ja zu erwarten. Ich frage mich nur: was hat sich Joffe dabei gedacht? Glaubte er wirklich gewinnen zu können? Das kann er doch nicht ernsthaft geglaubt haben! Nun hat er sich erst recht zum Gespött gemacht und seinen Ruf als Journalist endgültig zerstört. Ich lese auf jeden Fall keine Artikel von solchen Leuten. Wahrscheinlich muss ein Großteil der Journalisten erst den Job verlieren damit nur noch seriöse Journalisten publizieren.

  4. Das Vorgehen Joffes passt zu meinem Bild von der Studienratspostille „DIE ZEIT“. Ich würde diese Zeitung als das transatlantische Sprachrohr schlechthin bezeichnen und kann mich an kein Blatt erinnern, dass in ähnlicher Weise die Kriegstrommel geschlagen hat. Egal ob ein Einmarsch in Syrien, in Afghanistan, in den Irak oder in Lybien diskutiert wurde, die ZEIT hat permanent daran erinnert, dass es unsere Aufgabe ist, an vorderster Front mitzumarschieren. Als meine Kommentare, die zumeist nicht auf Redaktionslinie waren, jedoch fast alle durch andere Leser gut bewertet wurden – nicht mehr veröffentlicht wurden und schließlich sogar mein Account ganz gelöscht wurde (übrigens mit dem Hinweis, dass ich lebenslang mein Recht verwirkt habe, nochmals einen Kommentar zu hinterlassen (gez. Sebastian Horn)), habe ich endgültig meinen Glauben an die Unabhängigkeit und Neutralität der Mainstreammedien verloren. Die Erkenntnisse Uwe Krügers und Udo Ulfkottes haben meine Befürchtungen schließlich fundiert untermauert. Mein Fazit: keinen Euro mehr für diese verlogene Propaganda aus den Schaltzentralen der Macht.

    1. Ja das stimmt, im Zensieren und Löschen von Kommentaren sind die ARSCHLÖCHER von ZEIT.de einmalig, absolute Weltmeister. Alles was denen nicht in den Kram passt, wird „einkassiert“. Sowas hab ich im Netz noch nirgendwo erlebt.

  5. Nun, man darf doch noch auf einen halbwegs funktionierenden Rechtsstaat hoffen. Wie es um den Journalismus steht, kann man schon lange aus erster Hand von ehemaligen Mitarbeitern dieser besagten Qualitätsmedien erfahren. Logischerweise natürlich nur im Internet oder in verschwiegenen Büchern.
    Eine sehr interessante Ansprache zum Thema „Innere Pressefreiheit“ gibt es auf einem bekannten Videoportal von dem ehemaligen Spiegel-Mitarbeiter Harald Schuman zu hören. Auch der ehemalige ARD-Mitarbeiter Christoph Hörstel deckt so einige Schweinerein von Medien und Politik auf.

  6. Danke, Anstalt! Danke, LG Hamburg!

    Wir leben DOCH noch in einem Rechtsstaat, zumindest zum großen Teil. Das beruhigt ein wenig.

    Was den Kopp-Verlag betrifft: Nicht ALLES, was von dort kommt, ist Schrott. Da sollte man schon differenzieren. Zwischen 70-80 % Esoterik-Schwachsinn sind auch echte Perlen dabei. Das Ulfkotte-Buch habe ich noch nicht gelesen, daher keine Meinung dazu.

  7. Kopp, Really?
    Sorry, sie gehen der Strategie dann genau auf den Leim. Man haut immer mal was nicht hirnrissiges raus, um dann aber tonnenweise Grütze nachzuschaufeln. Wer bereit ist, den einen Quatsch zu glauben, glaubt potenziell auch anderen Quatsch.
    Sorry, wer tut sich den Aufwand an, das zu trennen? Das ist doch keine seriöse Quelle.

    1. @D

      Genies wie Sie braucht die Welt. Was Sie absondern, freut jeden Geheimdienst. Sie sollten sich befleißigen, Ihr Hirn, so vorhanden!, einzuschalten. In der begrifflichen und inneren Logik Ihrer Aussage scheitern Sie kläglich. Schande, Schande, Schande… dass (Gehirn-)Aberation sich ungebremst ausbreiten darf!

  8. Jeder einigermaßen vernünftig denkende Mensch schließt doch von selbst aus, dass ein Journalist in leitender Position überhaupt Mitglied irgendeines Interessensverbandes sein darf.

    Dank der Anstalt sind die Verpflichtungen von Herrn Joffe und den Lobbyverbänden gottseidank an die Öffentlichkeit geraten.

    Es zeigt von der Geisteshaltung von Herrn Joffe, dass er glaubt, gegen solche berechtigten Veröffentlichungen überhaupt gerichtlich vorgehen zu können. Was in der Sache selbst dies für eine angeblich NATO-unkritische Grundhaltung der Zeitschrift Zeit bedeutet, habe ich seit den Veröffentlichungen des ZDF interessiert verfolgt. Ich habe mich auch entschlossen, mein Abo Nummer der Zeit zu kündigen, und diese von Herrn Joffe herausgegebener Zeitung nicht mehr zu lesen.

    Es ist wirklich ein Segen, dass wir solche Transparenz offenlegende Medien haben wie das ZDF. Weiter so, Jungs und Joffe sucht sich wirklich besser einen Job in der Privatwirtschaft. An einer solch gehobenen Positionen in einem Leitmedium haben solche undemokratischen Leute wirklich nichts verloren.

  9. Und was ist die Quintessenz der Affäre?
    Wer nicht zufällig im Internet über die ‚verbotene Folge der Anstalt‘ stolpert, weiß nix davon.
    Und diejenigen, die es hier gelesen und gesehen haben, werden es auch wieder vergessen.
    Wir werden so mit Information zugesch…, dass wir gar keine Chance mehr haben, die wirklich wichtigen Infos zu finden.
    Was in der Anstalt-Folge nicht gesagt wurde: Die ganzen hirnrissigen Verordnungen der EU (u.a. die Gurkenkrümmung) wurden nur deshalb erlassen, weil sie die industriellen Marktteilnehmer im Agrar- und anderen Sektoren bevorzugt haben. Nach der ‚Marktbereinigung‘ wurden sie dann en bloc wieder gekübelt, man will den ‚bereinigten Markt‘ ja nicht weiter behindern.
    Die normale Glühbirne wurde kurz vor der flächendeckenden Markteinführung der LED-Lampe verboten, damit man dazwischen noch ein wenig giftige ‚Sparlampen‘ kaufen musste.
    Das geschieht alles unter kräftiger Mithilfe der ‚gesponserten‘ Politiker.
    So scharf die Anstalt auch erscheinen mag, die Wirklichkeit ist noch ein wenig hässlicher.

    Manioc

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