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Untreue und Steuerhinterziehung: drei Jahre Gefängnis ohne Bewährung für Thomas Middelhoff

Thomas Middelhoff
Thomas Middelhoff

Überraschung in Essen: Der frühere Bertelsmann-Chef und Arcandor-Vorstandschef Thomas Middelhoff wurde in Essen zu drei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Das Gericht befand ihn schuldig der Untreue in 27 Fällen und Steuerhinterziehung in drei Fällen. Mit einer Haftstrafe ohne Bewährung hatte im Vorfeld niemand gerechnet. Middelhoff musste direkt nach der Urteilsverkündung in U-Haft - wegen Fluchtgefahr.

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Im Juli 2010 verklagte der Insolvenzverwalter der Arcandor AG Thomas Middelhoff und andere Ex-Manager auf 175 Millionen Euro. Die Klage ging  darauf zurück, dass Middelhoff es unterlassen habe, seinen Vorgänger bei Arcandor, Wolfgang Urban, wegen verhängnisvollen Immobilienverkäufen auf Schadensersatz zu verklagen. Warenhäuser der früheren KarstadtQuelle AG waren verkauft und zu überhöhten Preisen zurückgemietet worden. Außerdem wurde Middelhoff vorgeworfen, ungerechtfertigte Bonuszahlen in Höhe von rund 3,4 Mio. Euro erhalten zu haben. Weil Middelhoff wegen einer Baustelle nicht lange im Stau stehen wollte, ließ er sich außerdem mindestens 28-mal für insgesamt 80.000 Euro von seinem Wohnsitz per Hubschrauber in die Firma fliegen. (Quelle: Wikipedia)

In dem aktuellen Prozess in Essen ging es um über 800.000 Euro für Charterflüge und die Hubschrauber-Nutzungen. Die Staatsanwaltschaft hatte drei Jahre und drei Monate Haft gefordert. Der höchste Einzelposten war ein Charterflug Middelhoffs zu einem Board-Meeting der New York Times für über 90.000 Euro ohne Bezug zu seiner Tätigkeit bei Arcandor.

Der Richter Jörg Schmitt in Essen warf Middelhoff vor, teilweise „abenteuerliche Erklärungsversuche“ unternommen zu haben. An entscheidenden Stellen sei er nicht ehrlich zum Gericht gewesen, vielleicht auch nicht zu sich selbst.

Middelhoff reagierte laut Prozessbeobachtern schockiert auf das Urteil.

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Alle Kommentare

  1. Wahrscheinlich wird er wegen guter Führung nur ein Bruchteil absitzen. Und das macht er dann auf einer Pobacke. Danach kann er wieder in Saus- und Braus vom (verdienten) leben. Für solch ein Geschäft würde ich auch den Knast in Kauf nehmen.

  2. Das mit der Haftstrafe geht in Ordnung. Leider erfolgt ein solches Urteil viel zu selten. Was ist mit dem Geld, das er für nicht erbrachte oder mangelhafte Leistung erhalten hat. Wird das beschlagnahmt oder ist das ganze mit den 3 Jahren abgegolten? Das geht leider nicht aus dem Artikel hervor.

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