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Auf einmal hebt Rocket Internet ab – Aktie schon bei 50 Euro

Vom Optimismus beim Börsengang im vergangenen Oktober ist nicht viel geblieben
Vom Optimismus beim Börsengang im vergangenen Oktober ist nicht viel geblieben Oliver Samwer von Rocket Internet

Vom Buhmann zum Börsenstar in sechs Wochen: So fällt die kurze, aber nun doch recht erfolgreiche Kursbilanz von Rocket Internet aus. Nach mehr als einem Monat unter Wasser zieht das Internet-Konglomerat der Samwers nun kräftig ab. Mehrere Banken, darunter auch welche, die den Börsengang begleitet haben, sorgten mit ihren Kaufempfehlungen für einen Kursschub.

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Oliver Samwer war schon immer ein Mann der klaren Worte: „Das Internet ist wie Formel 1“, erklärte der Seriengründer und Rocket Internet CEO  kurz vor dem Börsengang gegenüber dem Handelsblatt. So ziemlich alle Phasen eines spektakulären Rennens hat Samwer mit seiner Internet-Holding ebenfalls bereits in den ersten fünfeinhalb Wochen an den Aktienmärkten durchgemacht.

Da war zunächst die Pole Position:  Die Nachfrage nach Aktien von Rocket Internet war so groß, dass der Börsenneuling sein IPO um eine Woche vorzog und seine Anteilsscheine am oberen Ende der Bookbuildingspanne platzierte. 1,6 Milliarden Euro erlöste das sieben Jahre alte Internet-Unternehmen – es war der größte Börsengang in der Bundesrepublik in über einem Jahrzehnt. Mit 6,7 Milliarden Euro wurde die Holding, die Anteile etwa an Home24, eDarling, Wimdu, Glossybox und Westwing hält, aus dem Stand bewertet – mehr als etwa die Deutsche Lufthansa.

Rocket Internet-Aktie dreht: Von – 23 auf +18 Prozent

Dann der Fehlstart. Der Börsenhandel war gestartet, doch Rocket Internet wollte einfach nicht abheben. Im Gegenteil: Das Börsendebüt wurden zum echten Fiasko. Vom Ausgabekurs bei 42,50 Euro sackte das Papier im tiefer durch. Fast ein Viertel des Börsenwertes ging in den ersten drei Handelstagen verloren – das Debakel war perfekt.

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Dabei sollte es jedoch nicht bleiben – nach dem Absturz folgte die Aufholjagd, die diese Woche in einem furiosen Zwischenspurt gipfelte. Nach Tagen in der Nähe Ausgabekurses explodierte die Rocket-Aktie diese Woche förmlich und legte vorgestern erst um 12 Prozent und gestern noch einmal um 4 Prozent auf nun schon 50 Euro zu. Aktionäre, die noch vor einem Monat um 23 Prozent hinten gelegen hatten, können sich plötzlich über ein Plus 18 Prozent freuen – so schnell geht’s an der Börse.

Banken, die den Börsengang begleitet haben, stufen die Aktie hoch

Der Grund: Nach dem Ablauf der 40-tägigen Quiet Period nahmen Banken Anfang der Woche ihre Berichterstattung auf. Den Anfang machte Montag Goldman Sachs: Die Wall Street-Institution erteilte für Rocket Internet nicht nur eine Kaufempfehlung – für Analyst Markus Iwar ist das Internet-Unternehmen zugleich ein „Conviction Buy“ mit dem satten Kursziel von 69 Dollar!

Gestern ging es weiter.  Die US-Investmentbank Morgan Stanley startete die Einschätzung mit einem „Overweight“-Rating und einem Kursziel von 55 Euro, die Hamburger Privatbank Berenberg gab eine Kaufempfehlung mit dem Kursziel von 53 Euro heraus. Alle Analysten sind plötzlich voll des Lobes? Es ist gut, sich zu erinnern, in welchem Verhältnis die beteiligten Banken zum Börsenüberflieger stehen: Die Berenberg Bank und Morgan Stanley waren zusammen mit J.P. Morgan Konsortialführer des Rocket Internet-IPOs, Goldman Sachs führte den Börsengang der Samwer-Beteiligung Zalando an.

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