Kristina gegen Kai: Kippt eine 25-jährige Studentin mit 11 Followern und 11.000 Unterschriften das Bild-Girl?

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Publishing Die Verbannung von der Titelseite ist bereits zweieinhalb Jahre her – doch das ist Kristina Lunz nicht genug. Die 25-jährige Bambergerin hat in einer Petition dazu aufgerufen, das halbnackte Bild-Girl endgültig abzuschaffen. Immerhin über 11.000 Unterzeichner weiß die Studentin der Globalen Regierungsführung und Diplomatie in Oxford schon auf ihrer Seite. Aber reicht das, um Bild-Chef Kai Diekmann zum Nacktverzicht zu bewegen? Auf Twitter geht Lunz’ Anliegen bisher indes eher unter.

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Sorgt das Bild-Girl für einen Aufschrei 2.0? Das ist eine der unterschwelligen Fragen, die bei der Petition „Zeigt allen Respekt – schafft das BILD-Girl ab“ mitschwingt. Ins Leben gerufen hat den Ersuch die 25-jährige Bamberger Studentin Kristina Lunz, die der Meinung ist, dass Frauen in Bild und auf Bild.de „noch immer als Deutschlands Lustobjekte herhalten, deren primäre Rolle es ist, Männer sexuell zu befriedigen.“

Entsprechend verlangt Luna in ihrer Petition, die im Oktober auf change.org startete, „Respekt und Wertschätzung in der Berichterstattung von Bild und Bild.de sowie die Abschaffung des Bild-Girls.“ Einen Schritt in die Richtung hat das Springer-Blatt vor zweieinhalb Jahren bereits selbst gemacht, als das halbnackte Seite-1-Mädchen, das für 30 lange Jahre die Titelseite von Deutschlands größter Boulevardzeitung zierte, symbolträchtig zum Frauentag 2012 ins Zeitungsinnere verbannt wurde.

Bislang kein #aufschrei: #BILDsexism geht noch nicht viral

Nicht genug für Lunz: „Eine derartig verzerrte und sexistische Darstellung findet man täglich in BILD und auf BILD.de.“ Die 25-Jährige wendet sich daher in der Petition direkt an Bild-Chef Diekmann: „Wir rufen Sie dazu auf, auf die beschriebene Verachtung und Reduktion der Frau Einfluss zu nehmen, indem Sie endlich alle Menschen in Ihrer Berichterstattung mit derselben Wertschätzung darstellen. (…) Reduzieren Sie Frauen nicht länger auf Äußerlichkeiten und sexuelle Attraktivität – Frauen sind nicht die Lustobjekte einer Gesellschaft!!“

Vorbild für Lunz ist UK-Kampagne No more Page 3 für eine eine Abschaffung des „Seite 3-Mädchen“ in der Sun. Bislang fand die englische Initiative rund 207.000 Unterstützer.

Der vor knapp drei Wochen gestartete Aufruf der Bayerin fand schlagartig Gehör: Bereits über 11.650 Unterzeichner hat Lunz’ Petition bislang gefunden – die 15.000er-Marke scheint fest im Visier. Doch was dann? Ob Kai Diekmann wegen einer Petition mit der inzwischen 32-jährigen Tradition bricht? Eher unwahrscheinlich…

Vielleicht müsste die Kampagne in der Tradition des #aufschrei auch noch viraler gehen. Die bisherigen Tweets zum Thema, das Kristina Lunz (11 Follower) über den Hashtag #BILDsexism zu etablieren versucht, sind doch so übersichtlich wie nur bedingt zielfördernd…

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Alle Kommentare

  1. Und wir regen uns über IS und andere spinnende Fanatiker auf und bei uns schreiben
    sie Petitionen. Schafft doch bitte auch Bikinis, enge Hosen, kurze Röcke, Schminke usw ab.

  2. Liebes Meedia-Team

    Danke für die interessante Meldung, ich hoffe, die Aktion kommt noch weiter in Schwung. Das einzig Gute an der Bild ist, dass man nicht gezwungen wird, sie zu kaufen. Vom Lesen will ich gar nicht erst… aber da breche ich aus Selbstschutzgründen ab, bevor meine Phantasie ihren Lauf nimmt.

    Es gibt noch einen kleinen Rüffel an euch vom Meedia-Team: Man kann langsam gehen, schnell gehen, laut gehen, leise gehen – der Fachmann erkennt Adverbien – aber viral ist in diesem Zusammenhang ein Adjektiv, weil direkt aus dem Englischen übersetzt. Etwas kann viral werden – das wolltet ihr sicher sagen. Bitte bitte korrigiert doch eure (google-?)Übersetzungen nochmal, bevor ihr sie veröffentlicht. Und wenn es noch so und so viele Seiten im Internet schreiben, es klingt trotzdem schief und unbeholfen.

    (im Leierton) Jaaaaa… es heisst „it goes viral“, aber das ist englische Umgangssprache. So wie das Zitat aus Pulp fiction: „I’m a-gettin‘ medieval on your ass“. Das übersetzt man doch auch nicht mit „Ich gelange mittelalterlich auf deinen Esel“ (d. h. hier wird keine archaische Aufsteigetechnik für vierbeinige Reittiere beschrieben), sondern man macht was draus.

    Also, macht was draus. Aber übersetzt es bitte nicht wörtlich, denn das ist meistens falsch. Die anderen können’s doch auch. Muss da erst der Physiker kommen und es erklären?

    Matthias

  3. Wer brauch das schon,,,das Bild-Girl ,oder die hier Leidvollen Frauen die das nicht sehen können ,die aber dann im Sommer in der Innenstadt beim Shopping mehr Nackte Haut zeigen wie jedes Bild-Girl,,,,,

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