#EMMAistfürmich: Alice Schwarzer im Shitstorm

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Der Schuss ging nach hinten los: Die von Alice Schwarzer gegründete und noch immer geführte Frauenzeitschrift "Emma" wollte wissen, welche Bedeutung der Titel im Leben ihrer Leserinnen eigentlich einnimmt. Also initiierte die Emma unter dem Hashtag #EMMAistfürmich eine kleine Kampagne, die jedoch bei Twitter gehörig daneben ging. Statt Lobeshymnen hagelte es Kritik – auch gegen die streitbare Gründerin.

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Keine Frage: Alice Schwarzer hatte es nie besonders leicht in der öffentlichen Wahrnehmung. Die Feministin wählte oft genug den kontroversesten Weg. Über die Amerikanerin Lorena Bobbitt, die ihrem schlafenden Mann einst den Penis abgetrennte, schrieb Schwarzer etwa vor zwanzig Jahren in der von ihrer gegründeten Frauenzeitschrift Emma: „Sie hat ihren Mann entwaffnet. (…) Eine hat es getan. Jetzt könnte es jede tun. Der Damm ist gebrochen, Gewalt ist für Frauen kein Tabu mehr.“

Es sind Zitate wie diese, die das 1977 gegründete Frauenmagazin so streitbar machen wie ihre langjährige Chefredakteurin, die in den vergangenen Jahren auch immer wieder im Boulevard für Schlagzeilen sorgte. Legendär ist etwa die juristische Auseinandersetzungen mit Ex-ARD-Wettermoderator Jörg Kachelmann wegen verletzter Persönlichkeitsrechte durch eine Glosse Schwarzers oder die Schwarzgeld-Enthüllungen Anfang des Jahres.

#EMMAistfürmich löst veritablen Shitstorm aus

Keine Überraschung also, dass Schwarzer und Emma die jüngere Vergangenheit schnell einholt, als das inzwischen 37 Jahre alte Frauenmagazin Ende vergangener Woche von seinen Leserinnen wissen wollte, was Emma denn eigentlich genau für sie ist. Der Frauen-Titel stellte diese Frage 74 Leserinnen, die Emma Ende August im Rahmen des sogenannten „Abonnentinnentages“ besucht hatten.

Die ausschließlich positiven Ergebnisse kursieren seit vergangenem Freitag nun auf dem Twitter-Account von Emma. Doch ist ein Hashtag erstmal etabliert, gewinnt es im 140-Zeichen-Dienst bekanntermaßen schnell an Eigendynamik. Genau das ist nun #EMMAistfürmich passiert. Man kann es schon einen veritablen Shitstorm nennen, der dem Traditionsblatt der Frauenbewegung da entgegenbläst – einige Auszüge:

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Alle Kommentare

  1. „Emma“ ist mir egal – aber so allmählich gehen mir die „Shitstorms“ auf den Wecker.
    Shitstorm hier und Shitstorm da – für mich ist das heute schon das „Unwort des Jahres“…

  2. Hallo meine liebe Alice,
    nur kein Panik, jeder an deiner Stelle hätte so gehandelt, wenn er die Chance hätte…
    Hörst du den Neid der Besitzlosen?!?!?!
    Ibolya Tönges,
    Pforzheim
    1000 Küße

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