Bei Spiegel Online herrscht „Entsetzen“ über Pläne für neue Anti-Büchner-Petition

Spiegel Geschäftsführer Ove Saffe (l.), Chefredakteur Wolfgang Büchner
Spiegel Geschäftsführer Ove Saffe (l.), Chefredakteur Wolfgang Büchner

Publishing Die Pläne der Spiegel Print-Redaktion, eine neue Petition gegen Chefredakteur Wolfgang Büchner an die Gesellschafter zu schicken, sorgt für "Entsetzen" bei Spiegel Online. Das erklärten Quellen aus der Online-Redaktion des Spiegel gegenüber MEEDIA. Den Onlinern stößt besonders sauer auf, dass in der Petition gefordert werde, dass die Suche nach einem "schlüssigen Digital-Konzept" wieder aufgenommen werden soll.

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Ein Digital-Konzept liege mit dem von Wolfgang Büchner präsentierten Konzept Spiegel 3.0, das u.a. eine weitgehende Zusammenführung der Ressortleitungen von Spiegel und Spiegel Online vorsieht, ja bereits vor, heißt es nun aus Onliner-Kreisen. Statt über das Konzept Spiegel 3.0 inhaltlich zu sprechen, konzentrierten sich alle Aktivitäten der Print-Redaktion auf die Demontage von Büchner. Das Ganze habe Züge einer Treibjagd erreicht. „Die Kluft zwischen Print und Online ist größer als je zuvor“, so eine Spiegel-Online-Führungskraft zu MEEDIA.

MEEDIA hat berichtet, dass die Print-Redaktion des Spiegel eine neuerliche Petition gegen den ungeliebten Chefredakteur an die Gesellschafter schicken will. In dem Schriftstück, das zur Zeit beim Spiegel kursiert, ist u.a. die Rede davon, dass ein Verbleib Büchners auf dem Chefredakteursposten eine „Störung des Betriebsfriedens“ darstelle – eine Formulierung aus dem Arbeitsrecht, mit der normalerweise eine Kündigung gerechtfertigt wird. Die Petition soll womöglich schon am Donnerstag an die Gesellschafter des Spiegel Verlags übermittelt werden.

Wie aus dem Haus zuhören ist, wird mit Nachdruck versucht, möglichst viele Unterschriften für die Petition zu bekommen. Die Rede ist von „Gruppendruck“. Eine frühere Anti-Büchner-Petition wurde von 82 Prozent der Redaktion unterschrieben.

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Alle Kommentare

  1. Guten Tag, die Redakteure haben mein vollstes Verständnis.
    Ich lese den „Spiegel“ seit über 40 Jahren, also ich begann Mitte 20 damit.
    D.h., ich habe einige Redakteure kommen und gehen sehen.
    Aber wie der „Spiegel“ sich unter dem neuen Chefredakteur entwickelt hat, ist wirklich traurig.
    Ich lese z. B.den Leitartikel nicht mehr, da er j ein anonymes Produkt ist.
    Das Layout in der neuen Form ist ein modisch angepasstes Durcheinander. Den „Spiegel“ nun auch noch am Sonnabend erscheinen zu lassen, bricht ebenfalls mit der eingeführten Tradition, dass Montag „Spiegeltag“ ist.
    Alss in allem wünscht man sich, dass der „Spiegel“ von weiteren „Reförmen“ verschont bleiben möge.

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