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100.000 Dollar für eine Story: Ex-„New York Times“-Chefin gründet Startup für Longform-Journalismus

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"Länger als ein Magazin-Artikel und kürzer als ein Buch": Für Geschichten in dieser Größenordnung sollen amerikanische Journalisten in Zukunft einen Vorschuss von bis zu 100.000 Dollar bekommen – im geplanten Startup der ehemaligen "New York Times"-Chefin Jill Abramson. Gemeinsam mit dem Journalisten Steven Brill will sie so ein neues Angebot für Longform-Journalismus schaffen.

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Jill Abramson war bis Mai 2014 Chefredakteurin der amerikanischen Tageszeitung New York Times, nach knapp drei Jahren wurde sie völlig überraschend gefeuert. Jetzt will sie ein eigenes Unternehmen gründen und gab am Wochenende nach Angaben der Poynter-Journalistenschule auf einer Konferenz Einblick in ihre Pläne: Jeden Monat soll genau ein lang erzählter, „perfekter“ Beitrag erscheinen und im Rahmen eines Abo-Modells zu kaufen sein. Die Journalisten würden im Vorfeld bis zu 100.000 US-Dollar für die Produktion bekommen. Die Beiträge sollen „länger als ein Magazin-Artikel und kürzer als ein Buch“ werden.

Sie gründet das Startup gemeinsam mit dem US-amerikanischen Journalisten Steven Brill. Die beiden stünden kurz vor Vertragsabschluss mit Investoren, berichtete Abramson. Um welche Geldgeber es sich konkret handelt, wollte sie jedoch nicht preisgeben. Auch auf einen Namen für das Unternehmen habe man sich noch nicht geeinigt.

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Abramson sprach zum ersten Mal vor zwei Jahren von ihrer Idee, jetzt werden die Pläne offenbar konkret.

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Alle Kommentare

  1. Klingt verlockend, aber wie sieht die Wahrheit tatsächlich aus?
    Man wird sehen, ob schöner (Geld-) Schein oder Egotrip oder eine Mixtur aus allem.
    Und wenn man schon über lange Inhalte nachdenkt, da hält sogar der (manchmal verkannte und durchaus kluge Volksmund) eine Antwort parat: „In der Kürze liegt die Würze!“

    1. Wo alles gekürzt wird, vor allem die Zeit die zum Lesen übrigbleibt, ist die Kürze die Würze.
      Oder mal was gaanz anderes!
      Artikel, in welchen sich Journalisten MAL die Wahrheit zu berichten getrauen?
      Das wäre ja weiß Gott diese $ 100.000,– wert. Und leben ließe es sich ebenfalls damit eine Weile bis zum neuen Beitrag.

      Ich wette sogar, das Zeitungslesen wäre so IN wie noch nie vorher!

  2. Naja… es ist wie überall. Jetzt verdienen eben 100 Journalisten die an einer Ausgabe mitarbeiten je $1.000, wenn man 99 von denen feuert und den allerbesten von ihnen behält, dann kan man dem $100.000 zahlen.
    Da „hochkarätiger Journalismus“ bekanntlich ebenso Geschmackssache ist wie „hochkarätige Kunst“ kann man dann über den Wert dieses einen Megaartikels wieder munter und gratis (natürlich!) gespaltener Meinung sein. Denn wie die Zeitungsmacher heraus gefunden haben: Das Beste an einem mittelmässigen Artikel sind die erstklassigen Kommentare!
    Schliesslich wollen die 99 entlassenen Journalisten auch irgendwo ihre Schreibwut auslassen.
    Die Dame ist echt clever!

  3. Hmmm,

    100.000 bucks? Die Amis scheinen ja offenbar noch weit nicht so verkommene
    Kurse gewohnt zu sein, wie wir hier…

    Zumindest mir sind solche Vorschüsse nicht bekannt – nicht einmal unter den Recherchestipendien hochkarätiger Anbieter.

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