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Zapp-Mann Steffen Grimberg soll den Grimme-Preis aufpeppen

Steffen Grimberg wird "neuer Referent für den Grimme-Preis und den Bereich Mediendiskurs am Grimme-Institut in Marl". Mit anderen Worten: Grimberg, langjähriger taz-Medienchef und zuletzt in Diensten des NDR als ZAPP-Redakteur, wird den renommierten, aber in die Jahre gekommenen Grimme-Preis verantworten.

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Grimberg tritt die Nachfolge von Ulrich Spies an, zu dessen Namen oft das Wort „legendär“ gestellt wird, weil Spies 33 Jahre „hinter den Kulissen die richtigen Fäden zur richtigen Zeit zog“ (Zitat von Hans Hoff und David Denk in der SZ vom Freitag). Der Job hat also eine gewisse Fallhöhe.

So relevant der Grimme-Preis war und noch immer ist, so sinnvoll wäre es, über die Auszeichnung nachzudenken. Nicht über die Ausrichtung, die Positionierung als solche, die das Qualitätsfernsehen als Wunsch und Ziel für alle TV-Macher hochhält. Dabei muss es bleiben. Doch vielleicht muss sich die Ansprache, die Inszenierung, die Art, wie über Qualität im Fernsehen debattiert wird, verändern.

Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut. Beim Grimme-Institut hat seit einigen Monaten Frauke Gerlach die Leitung als Direktorin übernommen. Auch ihr muss es darum gehen, die Arbeit des Instituts auf den Prüfstand zu stellen. Grimme ist eine gemeinnützige GmbH, die Gesellschafter sind u.a. der Volkshochschul-Verband, WDR, ZDF und die Landesanstalt für Medien NRW.

Auch kleine Schritte sind willkommen – auf der Homepage des Instituts ist beispielsweise als Top-Meldung ein Kommentar von Uwe Kammann („Direktor Grimme-Institut“ heißt es dort noch immer) zum Dschungelcamp zu lesen. Der dürfte bald erneut aktuell werden, wenn die RTL-Show im Januar wieder zu sehen ist. Besser macht es das nicht. Ein Institut zur Qualität des TV muss nicht ständig selber senden – ein kluger Kommentar im Monat wäre aber zumutbar.

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Steffen Grimberg wird auch an der Öffentlichkeitsarbeit des Instituts arbeiten müssen. Damit dürfte der Journalist und versierte Medienexperte kein Problem haben. 2008 erhielt er übrigens den Donnepp-Preis für Medienpublizistik. Der wiederum wird vom Verein der Freunde des Grimme-Preises gestiftet. Passt also. „Die Betreuung des Grimme-Preises liegt bei Steffen Grimberg in guten Händen. Mit seiner journalistischen Expertise und seinen Branchenkontakten wird er darüber hinaus den Mediendiskurs des Grimme-Instituts stärken und befördern“, sagt Frauke Gerlach zur Besetzung des Postens.

Man kann die Sache aber auch ganz anders sehen:

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